Kultur / Vorgemerkt

02.08.2022

Die ganze Bandbreite des Krimi-Genres in einem Festival 


Mordsharz findet vom 14. bis 17. September in Wernigerode, Goslar, Nordhausen und Walkenried statt 

...von Christian Dolle

Kaum ein Genre der Literatur ist so breit gefächert wie das des Krimis und Thrillers. Es gibt spannende Suchen nach Mördern, Einblicke in dunkle Psychen, skurrilen Humor, bittere Gesellschaftskritik, Begegnungen mit  anderen Kulturen, Auswirkungen historischer Ereignisse auf die Gegenwart und sogar düstere Blicke in eine mögliche Zukunft. Diese enorme Bandbreite zeigt sich auch immer wieder beim Mordsharz-Festival, das auch in diesem Jahr wieder viele Autoren aus dem Harz, aus ganz Deutschland und vielen weiteren Ländern und unterschiedlichste Bücher präsentiert.

Vom 14. bis 17. September ist das Harzer Krimifestival wieder in vier Städten in den drei Bundesländern zu Gast, in Wernigerode, in Goslar, in Nordhausen und in Walkenried. Mit dabei sind prominente Bestsellerautoren, spannende Newcomer und natürlich die Verleihung des Krimipreises „Harzer Hammer“. Einige der Autor*innen lasen schon einmal oder sogar mehrmals im Harz aus ihren Werken, ein prominenter Sprecher – Dietmar Wunder, diesmal als deutsche Stimme von Jens Henrik Jensen – gehört für das Mordsharz-Team schon fast zur Familie. Aber es gibt in diesem Jahr auch einige neue Gesichter.
Mit seinem Harzkrimi „Wagen 8“ ist Mario Schulze mit dabei. Er wird von einer Entführung der Harzer Schmalspurbahn erzählen, eine Geschichte, die sich nach einer Mischung aus „Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“ und „Speed“ klingt und für den Auftakt des Festivals wie gemacht scheint. Frauke Buchholz, die Gewinnerin des „Harzer Hammer 2021“ wird ebenfalls wieder da sein und diesmal als Weltpremiere ihren neuen Roman „Blutrodeo“ vorstellen, der wie ihr preisgekröntes Erstlingswerk im Land der Cree spielt. 

Besonders freut sich das Team auch auf Antti Tuomainen, den ersten Gast aus Finnland. Er bringt sein Buch „Das Elch-Paradoxon“ mit, das erst zwei Tage vorher auf deutsch erscheinen wird, aber ziemlich schräg zu sein verspricht. Seine deutsche Stimme ist kein geringerer als Peter Lontzek, den Mordsharz-Stammgäste, aber auch Marvel- und Superhelden-Fans (als Loki) schon kennen. 
Leona Deakin ist Psychologin und hat als Profilerin für die Polizei gearbeitet, bevor sie ihre Erfahrungen auch literarisch verarbeitete. Sie wird mit ihrer deutschen Stimme Julia Nachtmann aus Lost – Du darfst dich nicht erinnern“ lesen, das mit einer Bombenexplosion auf einer Militärbasis beginnt. 

Deutlich ruhiger geht es – anfangs zumindest – bei Sven Strickers Kommissar Sörensen zu, der in den Hörspielen und Verfilmungen von Bjarne Mädel verkörpert wird und für den Sven Stricker in diesem Jahr mit dem Grimme-Preis sowie diversen anderen Preisen ausgezeichnet wurde. Ebenfalls mehrfach preisgekrönt (unter anderem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis für „Erebos“) ist Ursula Poznanski. Beim Festival wird sie allerdings kein Jugendbuch, sondern ihren brandneuen Thriller „Stille blutet“ in einer Deutschlandpremiere vorstellen. Auch hierauf ist das Mordsharz-Team schon wahnsinnig gespannt, wie aber auf alle anderen Lesungen auch.

Bezogen auf die Bandbreite von Krimi allgemein und des Mordsharz-Programms im Besonderen dürfte für viele Fans auch das Festivalticket interessant sein, das als Spezialangebot für alle vier Tage gilt. Es kostet 50 Euro und umfasst dann für alle Lesungen, die einzeln jeweils 12 bzw. ermäßigt 10 Euro kosten. Tickets gibt es online und an den auf der Website angegebenen Vorverkaufsstellen: www.mordsharz-festival.com

Das vollständige Programm:

Wernigerode (Remise) - Mittwoch, 14. September

  • 18.00 Uhr: Mario Schulze – Wagen 8  
    Im Anschluss: PREISVERLEIHUNG HARZER HAMMER
  • 19.30 Uhr: Frauke Buchholz – Blutrodeo (Weltpremiere)
  • 21.00 Uhr: Eric Berg – Die Toten von Fehmarn  

Goslar (Kaiserpfalz) – Donnerstag, 15. September

  • 18.00 Uhr: Antti Tuomainen / Peter Lontzek – Das Elch Paradoxon (Deutschlandpremiere)
  • 19.30 Uhr: Jens Henrik Jensen / Dietmar Wunder – Oxen. Noctis 
  • 21.00 Uhr: Christine Brandt & LightsOutOrchestra – Der Unbekannte  

Nordhausen (Tabakspeicher) – Freitag, 16. September

  • 17.00 Uhr: Leona Deakin / Julia Nachtmann – Lost (Du darfst Dich nicht erinnern)
  • 18.30 Uhr: Horst Eckert – Das Jahr der Gier
  • 20.00 Uhr: Zoë Beck – Paradise City  

Walkenried (Kloster) – Sonnabend, 17. September

  • 18.00 Uhr: H. Dieter Neumann – Todeslied 
  • 19.30 Uhr: Sven Stricker – Sörensen am Ende der Welt 
  • 21.00 Uhr: Ursula Poznanski – Stille blutet (Deutschlandpremiere)

 

 

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