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10.06.2022

Pöhlde wird zum Mekka für Oldtimer-Fans


Zahlreiche Besucher strömten zum Gelände am Schützenplatz in Pöhlde, um die Oldtimer zu bewundern

Knapp 500 historische Fahrzeuge konnten am Pfingstsonntag beim Oldtimertreffen des MSC Pöhlde bestaunt werden.

von Herma Niemann

Wohlgeformtes Chrom und Blech, Weißwandreifen, dröhnende Auspuffe und schöne Patina. Die Motorhauben wurden hochgeklappt und die Kameras klickten am Pfingstsonntag mehrfach, um die blechernen Zeitzeugen mit ihrem einzigartigem Charme im Bild festzuhalten.

Nach zwei Jahren coronabedingter Zwangspause hatte der MSC Pöhlde endlich wieder zu dem beliebten Oldtimertreffen am Schützenplatz einladen können. Bereits zum Frühstücksbuffet ab 8 Uhr morgens seien viele Oldtimerbegeisterte da gewesen, freuten sich Daniel Killig (Vorsitzender) und Jörg Fischer (Kassenwart). Von da füllte sich der Platz immer mehr, mit alten Klassikern, aber auch mit mehreren Hundert Besuchern über den Tag verteilt, die das gute Wetter für einen ausgiebigen Familienausflug nutzten. Insgesamt waren an dem Tag rund 500 historische Fahrzeuge zu bestaunen.

Einige dieser alten „Schätzchen“ gehören Bernd Schlösser aus Pöhlde, der seit 1983 Oldtimer kauft und restauriert. Unter anderem stellte Schlösser einen VW Karmann Ghia mit dem Baujahr 1970 aus. Das war sein erstes Auto, das er 1983 kaufte und nach und nach restaurierte. Anschließend brachte er einen Mustang aus dem Jahr 1966 wieder auf Vordermann. „Ich baue gerne wieder auf“, so Schlösser „ich habe Spaß, aus einem Klumpen Blech wieder etwas zu machen“. Ein besonders wertvolles Stück ist sein Studebaker aus dem Jahr 1928, der in Amerika gebaut, aber einige Jahre in Dänemark fuhr.

Mit dabei war auch Klaus Bömeke aus Duderstadt, ebenfalls mit einem VW 500 Karmann Ghia aus dem Jahr 1970. Der VW ist seit 1986 in seinem Besitz. Es sei die Technik, die ihn begeistere, auch wenn die Pflege des Wagens viel Zeit in Anspruch nehme, so der 70-Jährige, der seinen VW auch mit einem Augenzwinkern als „Spachtelbomber“ bezeichnet. Der Karmann Ghia ging Mitte der 1950er Jahre in Produktion. Viele bezeichnen diesen hinreißenden Zweisitzer auch gerne als einen Klassiker mit „sinnlichem Hüftschwung“, der zu einem Symbol für Lebensgefühl in den aufstrebenden Nachkriegsjahre stand. Bei der Gelegenheit gab der sympathische Duderstädter auch gleich noch einen wertvollen Tipp. Nämlich zum Aussteigen aus dem tiefliegenden Klassiker. „Das linke Bein rausstellen, das rechte Bein anwinkeln, mit dem Knie aufstützen und durch den Druck des linken Fußes schafft man es dann“, so Bömeke humorvoll.

Viele Blicke zogen auch die Oldtimer von Helmut Ohnesorge aus Duderstadt auf sich. Ohnesorge stellte zusammen mit seinem Enkel unter anderem einen Mercedes 320 Baujahr 1938, einen Horch 852 C aus dem Jahr 1937, einen Horch 930 Roadster Baujahr 1938 und einen Mercedes Typ 220 aus dem Jahr 1952 aus.

An dem Tag zogen aber nicht nur die vierrädrigen Fahrzeuge die zahlreichen Zuschauer an, mit dabei waren auch viele alte Schlepper und auch Motorräder. „Es finden immer mehr junge Menschen die Freude am Renovieren solcher Klassiker“, sagte Fischer. Durch die neue Vorstandsspitze befände sich der Verein quasi gerade an einem Neustart, zu dem auch eine intensive Jugendarbeit gehöre. Dafür sucht der MSC Pöhlde noch ein geeignetes Trainingsgelände, wie Killig und Fischer sagen.

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Ein Hanomag als alter Zeitzeuge.

Bei der Oldtimer-Anmeldung am Zelt des MSC Pöhlde

Der Studebaker von Bernd Schlösser aus dem Jahr 1928

Ein Fiat Spider mit dem Aufdruck 'Harzer Grubenlicht' aus dem Jahr 1971

Ein Käfer aus dem Jahr 1964 mit Skiausrüstung



Ein Horch 930 Roadster aus dem Jahr 1938

Klaus Bömeke auf seinem VW Karmann Ghia aus dem Jahr 1970

Der Motor ist beim Karmann Ghia hinten

Ein Hudson Kindred Spirit aus dem Jahr 1992

Viele alte Schlepper gab es zu bewundern





Ein Auburn Speedster

Klassische Motorräder zogen die Blicke auf sich

Ein Trabi bei der Anmeldung

 

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