Panorama / Ausflugsziele

28.04.2022

Abenteuer Harz - Abgründe tun sich auf


von Martina Fricke

In unserer Aktuellen Druckausgabe berichtet ich unter anderem von meinem Abenteuer "Wallrunning" an der Rappbodetalsperre im Oktober 2021. Kürzlich waren wir wieder am Ort des Geschehens und da hat sich inzwischen einiges getan. Das  Wallrunning findet jetzt am neuen Turm an der Titan Hängebrücke statt. Hier sind jetzt alle Aktion-Attraktionen zusammengefasst:

Titan, Megazipline, Gigaswing, Wallrunning und ein Katapult, das offiziell im Mai eingeweiht wird.  Vom neuen Turm geht es jetzt 39 m senkrecht in die Tiefe und die Aussicht von dort oben soll traumhaft sein. 

Doch nun zum Erlebnisbericht:

Abgründe tun sich auf

(mf) Vorsicht ist geboten beim Äußern besonderer Wünsche vor anderen Menschen. Sie könnten in Erfüllung gehen. So geschehen vor einiger Zeit zu meinem runden Geburtstag. Wenn man ein gewisses Alter erreicht oder überschritten hat, möchte man vielleicht noch mal etwas Verrücktes tun, zumal der Körper langsam an Kräften verliert und dies und das nicht mehr richtig von der Hand geht. Wir sprechen hier übrigens von sportlichen
Aktivitäten ;). 

Um es kurz zu fassen – ich bekam einen Gutschein geschenkt über ein Kombi-Ticket von Harzdrenalin an der Rappbodetalsperre. Er umfasste die Megazipline sowie Wallrunning.

Fliegen fand ich schon immer spannend, aber eine Staumauer hinunterlaufen, erschien mir doch in dem Moment sehr gewagt. Mit der Megazipline – einer Doppelseilrutsche - saust man mit 85 km/h in 120 m über dem Abgrund der Rappbodetalsperre ans Ziel. Das war tatsächlich schon länger geplant und ich habe mich gefreut, dass es nun passieren sollte.

Mit dem Wallrunning haderte ich bis fast zum Schluss. An der 43 m hohen Staumauer der Wendefurter Talsperre herunterlaufen – ich habe zwar keine Höhenangst, aber ob ich so abgebrüht bin...? Übertragen ließ sich das Event nicht, also Mut zur Lücke und ran ans Gerät. 

Der etwa 1-minütige Flug mit der Zipline ist ein kurzes kribbeliges Vergnügen. Man erreicht wirklich so geschwind wieder festen Boden, dass die Eindrücke gar nicht so schnell zu erfassen sind. Eigentlich müsste man gleich ein zweites Mal fliegen. Toll war es auf jeden Fall!

So, dies war das erste Erlebnis. Am Ziel angekommen, ging es 15 min zu Fuß zur Staumauer. Wir hatten noch etwas Zeit, haben oberhalb der Mauer ein wenig gepicknickt und die ganze Sache mal näher betrachtet. Der Trainer war schon vor Ort und ich konnte erste Fragen stellen. Insgesamt waren wir fünf Verrückte, die den Lauf wagen wollten. Die anderen vier waren zwar erheblich jünger als ich, aber Respekt hatten wir alle. Wir bekamen die Geschirre umgelegt und waren startklar. Immer noch kein erhöhter Puls. Komisch...

Ein junger Mann war der Erste, ich war an dritter Position. Nachdem er quasi in der Horizontalen lag, ging der Spaß los. Was dann kam, hatte ich nicht erwartet. Wir sollten nicht einfach gerade die Mauer hinunterlaufen, sondern auch noch akrobatisch tätig werden. Hochspringen, die Arme ausbreiten und fliegen, von links nach rechts laufen, ein Rad schlagen und sich dann wie James Bond sprungweise nach unten bewegen. Das hat tatsächlich unglaublich Spaß gemacht, war aber auch genauso anstrengend, wie ich gleich zu spüren bekommen sollte.

Während sich meine Vorgänger mit eingeknickten Knien recht langsam in die Waagerechte vortasteten, habe ich mich auf Anraten des Trainers unter Vollspannung ganz gerade nach vorn gelehnt. Ich muss gestehen, als ich auf der Kante stand, mit dem halben Fuß in der Luft, ging mein Blick in seine Richtung mit dem kurzen Satz: „Ich mache das nicht.“ Seine Erwiderung: „Nicht nachdenken!“ Was soll schon passieren? Ich kippte nach vorn und im gleichen Moment, fühlte ich mich total sicher und der Spaß begann.

Fazit: Man vereinbart die Termine online, was sehr gut funktioniert. Bei der Umsetzung muss man ein bisschen mehr Zeit einplanen, aber die Einkleidung und der Ablauf klappte reibungslos. Super war auch, dass wir an der Staumauer eine kleine Gruppe waren, mit der man ein wenig frotzeln konnte und sich gegenseitig ermutigt hat. Zwei tolle Abenteuer mit einem atemberaubenden Blick in die Tiefe.

Wir hatten Glück mit dem Wetter, es war ein sonniger Tag Ende Oktober. Da es im Harz ja nun auch regnen kann, ist es gut, dass es weitere abenteuerliche Angebote für groß und klein gibt, die auch drinnen stattfinden können. Blicke ins fast Bodenlose natürlich eingeschlossen.


Staumauer der Wendefurter Talsperre

Der neu Turm an dem jetzt das Wallrunning stattfindet

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Blick von der Wendefurtter Staumauer auf die Landungsbrücke

Der Kippmoment, erste Schritte in der Horizontalen...

und dann die Flügel ausbreiten...

Auf zur Kür: Schwimmübungen in der Luft

Flug über die Rappbodetalsperre mit der Mega-Zippline


 

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