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25.02.2022

Möglichkeiten eines MTB Trailparks im Stadtwald diskutiert


Von Corina Bialek

Das dem Osteroder Stadtwald der Wald abhanden gekommen ist, ist anhand der kahlen Hänge nicht zu übersehen. Es steht also die größte Umgestaltung seit Jahrzehnten an. Wie diese aussehen sollen wird derzeit nicht nur im Osteroder Rat diskutiert, sondern auch in der Bevölkerung, schließlich nutzen viele Bürgerinnen und Bürger den Stadtwald als Ausflugsziel für Wanderungen und Radtouren.

So fragten einige Jugendliche nach der Möglichkeit, einen Trail-Park für Mountainbikes im Stadtwald einzurichten. Da sich dies mit dem Vorhaben der Osteroder SPD deckt, den Stadtwald stärker für Erholung und Sport direkt vor der Haustür zu nutzen, lud sie am vergangenen Freitag zu einer Videokonferenz ein, um diese Idee vorzustellen und zu diskutieren. Das Interesse war groß, rund 45 Personen nahmen an der Videokonferenz teil.

Bevor der SPD-Fraktionsvorsitzende Jörg Hüddersen an die Osteroder MTB-Jugend übergab, zeigte er nach einem kurzen Zustandsbericht zum Stadtwald die Vorhaben zur Umgestaltung auf: „Der Stadtwald muss mit zukunftsfähigen Baumarten neu aufgestellt werden und Holzproduktion, Klimaschutz, Erosionsschutz für die Sösetalsperre, Biodiversität sowie Naherhohlung müssen im Stadtwald miteinander in Einklang gebracht werden.“

Marius Wittig ergriff das Wort und erläuterte die Idee der Osteroder MTB-Jugend für den "MTB-Trailpark Schindelkopf".

Die Jugendlichen haben sich intensiv mit der Thematik beschäftigt, die Präsentation zeigte bereits ein gut durchdachtes Konzept. So wurde bei der Wahl des Geländes berücksichtigt, dass es außerhalb der FFH- und Wasserschutzgebiete liegt.

Der Mountainbike Trailpark soll von allen Fahrradfahren genutzt werden können, mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden für alle Altergruppen. Für einen Trailpark spreche, das die Nachfrage in der Region existiert. Ein weiterer Vorteil wäre die Minderung von Konflikten auf Wanderwegen und die Bereitstellung legaler Strecken.

Das vorgeschlagenen Terrain zwischen Ackerfastweg-Stern und Eipenker Weg auf ca. 350m ü.N.N. böte schon viele Möglichkeiten bei geringem Aufwand. Der Eipenker Weg sei asphaltiert und der Transport von Bauutensilien so einfach. Die Instandhaltung könnte ehrenamtlich durch einen Verein erfolgen.

Mit der Beschilderung der Strecken nach Schwierigkeit, Warnschildern vor Gefahrstellen und für Fußgänger vor Mountainbikestrecken sowie Bremsschikanen für Biker vor Wegkreuzungen soll für Sicherheit gesorgt werden. Auch soll es Benutzungsbedingungen wie Helmpflicht etc. geben und an anspruchsvollen Strecken eine Umfahrung des Hindernisses, die sog. Chicken Line . Sollte es zu Unfällen kommen böte der Eipenker Weg den Rettungskräften eine gute Zufahrt und alte Havesterwege einfache Zugänge zu den Trails.

Abschließend verwiesen sie noch auf mehrere Studien zur Auswirkungen von Mountainbikern auf Natur und Wild. Diese seien nicht größer, als die von Wanderen und auch erosionsbegünstigende Faktoren auf das Gelände seien nicht nachweisbar.

Für ihr durchdachtes Konzept erhielten die Jugendlichen viel Lob, damit hatte man nicht gerechnet. Zwar entbrannte eine rege Diskussion zum vorgeschlagenen Gebiet, es gab von Seiten des Forstamtsleiters Rudolf Buff Einwände. Die wollte man aber nicht als Totschlagargument gelten lassen.  Es wurden auch Alternativen diskutiert und von einigen Teilnehmern die positive Auswirkung für den Tourismus und die Stadt Osterode herausgestellt. Diese solle man nicht unterschätzen, das zeigen bereits bestehende Trailparks.

Als nächstes soll eine Arbeitsgruppe gegründet werden, die das Projekt weiter ausarbeitet. Das erste Treffen, bei dem auch Bürgermeister Jens Augat seine Teilnahme zugesagt hat, findet am 09. März um 18:00 Uhr im Osteroder Rathaus statt. Jeder, der sich an der Arbeit beteiligen möchte, ist herzlich willkommen.

[Ergänzung 8.02.2022] Aufgrund der coronabedingt begrenzten Platzzahl wird um Voranmeldung unter ratsfraktion@spd-osterode.de gebeten.

 

Was ist ein Trailpark?

Trailparks auch Trailcenter genannt, sind ein aktueller Trend im Mountainbike-Sport. Es sind künstlich angelegte, ausgeschilderte Trails ohne Liftunterstützung. Geboren wurde die Idee den schottischen Highlands und lockt dort Biker auch in abgelegene Regionen.

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