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24.02.2022

Neugestaltung „Lindenplan“ und Errichtung PV-Anlage diskutiert


Aus dem Bauausschuss: Der Georg-Stellig-Steg in Hattorf muss erneuert werden

Zwei Hattorfer Ausschüsse tagten im Dorfgemeinschaftshaus/Investitionen und Haushaltsmittel standen auf der Tagesordnung

...von Herma Niemann

Auf dem Dach des Dorfgemeinschaftshauses (DGH) soll eine Photovoltaik-Anlage errichtet werden. Aus diesem Grund hatte der Hattorfer Bauausschuss Dipl. Ing. Heiner Albers (Gemeinde Gleichen) eingeladen, um die möglichen Varianten vorzustellen. Wie Albers in seiner Vorplanung vorstellte, sei eine PV-Anlage mit polykristallinen Solarmodulen geplant.

Diese Module hätten zwar einen etwas geringeren Wirkungsgrad als monokristalliere Solarzellen, der deutliche Preisunterschied gleiche diesen Nachteil jedoch aus. Die Gesamtleistung der PV-Anlage betrage circa fünf 20 KWp. Zum Solarspeicher sagte Albers, dass es für Betreiber von PV-Anlagen inzwischen günstiger sei, den Solarstrom selbst zu verbrauchen und einzuspeisen, als dafür die Einspeisevergütung zu erhalten. Die Stromspeicher stellen den selbst erzeugten Solarstrom dann zur Verfügung wenn dieser gebraucht werde, meist in den Abend- und Nachtstunden. Der in einer PV-Anlage erzeugte Strom werde also zunächst für den Eigenverbrauch genutzt. Das heißt, aktive Stromverbraucher werden mit dem Strom betrieben. Steht jedoch mehr Strom als benötigt zur Verfügung, fließt der überschüssige Solarstrom in die Batterie des Speichers und diese wird geladen.  

Wie bei den Speichern gebe es auch bei den Ladestationen verschiedene Varianten. Hier käme eine DC-Ladestation infrage. Beim Laden an einer DC-Ladestation wird der aus dem Netz kommende Strom bereits in der Ladestation in Gleichstrom umgewandelt. Das bedeutet ,dass der Strom direkt in die Batterie gespeist werden kann. Die Ladeleistung einer DC- Ladestation ist wesentlich höher. Die übliche Ladeleistung liegt hier bei 50 KW bis maximal 350 KW. Um zum Beispiel einen 58 KW-Akku eines VW ID. 3 von 20 Prozent auf 80 Prozent zu laden werden hier nur maximal 45 Minuten benötigt. Allerdings seien DC-Stationen auch wesentlich teurer und kommen daher hauptsächlich im öffentlichen Bereich, wo besonders schnelles aufladen gefragt ist, zum Einsatz. Da seitens des DGH für einen benachbarten Festplatz eine hohe Elektroleistung vorgehalten wird, stehe ausreichend Kapazität zur Verfügung um eine verbreitete 50 KW-DC-Ladestation aufzustellen.

Zu den Kosten: Die PV-anlage mit 25 KWp und Speicher mit Eigenstromversorgung kostet knapp 57.000 Euro. Eine Schnellladestation E-Auto DC 50 KW rund 48.000 Euro. Wobei es sich hierum um Kostenberechnungen aus Mitte des vergangenen Jahres handele. Hier einigte sich der Ausschuss darauf, das Thema in die weiteren Beratungen der Fraktionen zu geben, inklusiver einer aktuellen Kostenberechnung. Der Fachbereichsleiter, Matthias Franziskowski, gab an dieser Stelle zu bedenken, dass man einen Förderantrag zügig stellen sollte, um die PV-Anlage dieses Jahr noch funktionstüchtig auf das Dach zu bringen.

Aufgrund von möglichen Preissteigerungen wurden deshalb 100.000 Euro zusätzlich in die Änderungsliste für die Haushaltssatzung aufgenommen. Damit habe man ein Investitionsvolumen von rund 365.000 Euro, erklärte der Kämmerer Arnd Barke später, darunter würde zum Beispiel der Ankauf von Flächen für den vierten Bauabschnitt fallen. Ursprünglich vorgesehen für Unterhaltungsmittel für das DGH seien 21.000 Euro. Hier wurden die Ansätze für die Folgejahre in 2023 auf 75.000 Euro und 2024 auf 150.000 Euro erhöht.

Auf einen Ortstermin verständigte sich der Ausschuss als es um die Umgestaltung des Lindenplatzes ging. Wie Franiskowski anmerkte, habe der Bauhof signalisiert, dass „man dort keinen Schick mehr hinbekäme“. Nach fast drei Jahrzehnten sei in den Rabatten eine hohe Stickstoffanreicherung vorhanden, der man nicht mehr Herr werde. Der Fachbereichsleiter stellten zwei mögliche Varianten der Neugestaltung vor, die auch die anschließenden Pflegearbeiten einfacher gestalten würden.

Einstimmig beschlossen die Ausschussmitglieder, für dieses Haushaltsjahr für die Brückensanierung des Georg-Stellig-Steges rund 50.000 Euro für die Planungsleistung und 20.000 Euro für die Ingenieurleitung einzustellen, und das Vorhaben im Verwaltungsausschuss zu beraten. Wie der Kämmerer dazu berichtete, sei dem Brückenprüfbericht aus dem Jahr 2018 zu entnehmen, dass eine Schadensbehebung unter Erhalt der Substanz nicht wirtschaftlich sei. Aus statischer Sicht sei eine sofortige Sperrung nicht erforderlich.

Für die Erneuerung könne eine Förderung aus dem Programm Radwegeausbau des Landkreises Göttingen in Frage kommen, bei dem eine Förderung bis zu 90 Prozent möglich sei. Eine Förderung sei aber nur bei einer kombinierten Fußgänger- und Radfahrerbrücke machbar. Demnach müsse eine Breite von mindestens 2,50 Meter lichte Weite vorhanden sein. Momentan habe die Brücke eine lichte Weite von 1,96 Metern. Um das Förderprogramm in Anspruch zu nehmen, müsse das Bauwerk folglich zwangsläufig erneuert werden. Zur Kenntnis wurde auch genommen, dass die zwei letzten Bushaltestellen  an der Oderstraße (Rotenbergstraße, West- und Ostseite) in diesem Jahr durch den ZVSN barrierefrei umgebaut werden.

Zuvor tagte der Ausschuss für Sport, Familie und Senioren., bei dem ebenso die Haushaltssatzung auf der Tagesordnung stand. Wie Barke sagte, stünden wieder 2.000 Euro für die Seniorenadventsfeier im Plan, in der Hoffnung, dass sie dieses Jahr wieder stattfinden könne. Im Investitionsbereich seien 25.000 Euro für die Gemeinde Hattorf eingeplant. Hier geht es darum, dass der Reit- und Fahrverein vorhat, seinen Außenreitbereich über LEADER-Fördermittel zu modernisieren. Eine Förderung kann nur erfolgen, wenn der Verein und die Gemeinde Eigenmittel beisteuern.  

Im Bereich des Kindergartens stünde eine große Summe im Aufwandsbereich, nämlich der Zuschuss an den Träger Harzer Land in Höhe von 549.000 Euro. Auf der Ertragsseite stehen die Personalkostenzuschüsse und die Beihilfe des Landes Niedersachsen sowie der Zuschuss vom Landkreis Göttingen. In diesem Jahr müsse der Vertrag mit dem Landkreis neu verhandelt werden, so Barke weiter. Der Zuschussbedarf liege in der Gemeinde Hattorf bei 460.000 Euro und bei der Samtgemeinde bei rund einer Mio. Die Verwaltung habe in ihrer Stellungnahme an den Landkreis darauf hingewiesen, dass diese Summen von den Gemeinden nicht mehr zu leisten seien.

Zudem gebe es vom Trägerverband des Kindergartens einen Antrag auf Erhöhung der Vertretungsstunden. Dies bedeute die Einrichtung einer zweiten Vertreterstelle, was den Zuschussbedarf um 20.000 Euro noch einmal erhöhe.  Auch im Namen von Marina Anders (stellvertretende Ausschussvorsitzende) sprach die Ausschussvorsitzende, Andrea Schirmer, ein großes Dankeschön an ihre Vorgängerin, Hannelore Gropengießer aus. „Sie hat viele Spuren hinterlassen und hat uns weiterhin ihre Unterstützung zugesagt“, so Schirmer.

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Die letzten beiden Bushaltestellen in Hattorf werden vom ZVSN barrierefrei umgebaut

Der Ausschuss für Sport, Familie und Senioren tagte auch im Dorfgemeinschaftshaus

 

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