Panorama / Ausflugsziele

12.02.2022

Auf zwei Rädern rund um den Harz – idyllische Teichlandschaften, Gipsformationen und herrliche Aussichten


Auf einem neuen Radweg nach Walkenried - so machen Trekkingtouren mit dem Rad Spaß

5. und letzte Etappe: Auf und nieder, immer wieder entlang der Karstlandschaft Südharz von Neustadt im Harz nach Osterode am Harz

von Corina Bialek

Die fünfte und längste Etappe von rund 69 KM führte uns über Osterode bei Neustadt wieder nach Hause, nach Osterode am Harz. Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück mit Eiern von glücklichen Hühner, denn unsere Unterkunft läuft unter „Ferien auf dem Bauernhof“ und erfreut sich großer Beliebtheit bei Familien und Campern, wie wir feststellen durften. Lauter nette Leute.

Eigentlich wollten wir schön auf der Gartenterrasse unseren Kaffee schlürfen, aber da meinte eine Regenwolke doch einmal Wasser verlieren zu müssen. Dann eben nicht, irgendwas ist ja immer. Als wir uns dann frisch gestärkt aufmachten, hatte sich der Regen verzogen und und die Sonne übernahm das Zeppter. So sollte es auch bleiben und entsprechend warm war es auch, also bestes Kaiserwetter auf der Schlussetappe. 

Wir hatten einen kurzen Fotoabstecher an der „Kelle“ bei Appenrode eingeplant. Eine Restgipshöhle, die aber nicht mehr begehbar ist. Sie gilt als ältestes Naturdenkmal des Landkreises Nordhausen und durch die gute Dokumentation über die Jahrhunderte hinweg gilt die Kelle als exemplarisches Beispiel für den Verfall einer Gipskarsthöhle. Im schattigen Waldstück wo die Kelle zu finden ist, dampfte die Luft noch vom Regen der Nacht, und auf dem Weg hinab zur Höhle wurde ich von einem Kampfmückengeschwader attackiert. Normalerweise lassen mich Mücken in Ruhe, aber ein paar fehlgeleitete Exemplare hatten mich doch erwischt. Was tut man nicht alles für ein paar schöne Fotos. Eindrucksvoll war es allemal.  

Nachdem wir das Gebiet der fliegenden Blutsauger verlassen hatten ging es weiter über sonnenbeschienene Radwege über Ellrich nach Walkenried. Hier hat man einen sehr gut befahrbaren Radweg abseits der Landstraße gebaut und wenn die jungen Bäume irgendwann eine schöne Krone ausgebildet haben, hat man hier an soll sonnigen Tagen auch ein bisschen Schatten.

In Walkenried machten wir im Klostercafe Rast und gönnten wir uns unter den Sonnenschirmen Kaffee und Kuchen. Ein kreisender Rettungshubschrauber ließ allerdings nicht gutes vermuten und so war es auch. Wir konnten unserer eigentlichen Route nach Neuhof nicht folgen, da diese aufgrund eines Unfalls gesperrt war. Die Polizei gab uns allerdings in ihrer Funktion als Freund und Helfer einen Tipp für eine Ausweichroute.

Sie führte durch den Wald Richtung Bad Sachsa vorbei am Priorteich. Landschaftlich besonders reizvoll, radtauglich -  geht so. An einigen Stellen hatten Wildscheine auf dem unbefestigten Waldweg alles gegeben, da war dann schieben angesagt.  Kurz vor Bad Sachsa waren unsere Navi-Damen sich mal wieder uneins und wir landeten auf einem Graßweg inmitten einer wunderschönen Teichlandschaft. Sehr idyllisch aber definitiv nicht der Weg zum Ziel. Also zurück und die Alternative erkunden. 

Die stellte sich als richtig heraus und weiter ging es durch Feld und Flur auf dem Kartwanderweg vorbei an der Pfaffenholzschwinde und einem noch kleinen Gipssteinbruch, über dessen Sinnhaftigkeit sich hier sicher trefflich streiten ließe, nach Neuhof und Steina. Auf dem Kamm oberhalb der B243 nach Osterhagen hat man übrigens einen fantastischen Talblick ins Harzvorland und weiter ging es durch Bartolfelde, Barbis und Scharzfeld nach Herzberg. 

Hier stellte sich die Frage, fahren wir über Düna oder durch die Teufelsbäder nach Osterode. Da wir keine Lust hatten nach Düna hochzustrampeln entschieden wir uns für den Weg durch die Teufelsbäder und kamen am späten Nachmittag in Osterode an. Hier trennten sich uns unsere Wege. Sabine stattete ihrer Familie noch einen Besuch ab, bevor sie am nächsten Tag mit der Bahn zurück nach Hannover fuhr und ich hatte noch die letzten 7 Kilometer nach Förste vor mir. Den Weg kennt das Rad aber inzwischen in- und auswendig. Es fährt ihn oft genug, also kurz gesagt ein Klacks. 

Alles in allem waren es sechs herrliche Tage bei denen wir viele Orte passiert haben, die unbedingt einen zweiten Besuch wert sind. Und die Chancen stehen gut, dass wir uns wieder mit den Rädern auf  Tour begeben.

Harzumrundung:

1. Etappe:   Auf zwei Rädern rund um den Harz - Los gehts!

2. Etappe:   Auf zwei Rädern rund um den Harz - Entlang der Teufelsmauer nach Quedlinburg

Auf zwei Rädern rund um den Harz – Sightseeing in Quedlinburg

3. Etappe:  Auf zwei Rädern rund um den Harz - Die Burgen Tour

4. Etappe:  Auf zwei Rädern rund um den Harz –  Wasserbüffel, Alabasteraugen und noch 'ne Burg


Die Kelle bei Appenrode


hätten wir uns nicht verfahren, hätten wir dies nicht entdeckt.

Blick auf den Ravensberg bei Bad Sachsa



Entlang der Teufelsbäder nach Osterode

Die Heimat ruft...

Auf den letzten Metern nach Förste.

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Blick auf den Steinbruch bei Niedersachswerfen















der Priorteich bei Walkenried










Der Sachsenstein

Auf dem Kamm oberhalb der B243

Blick zurück nach Steina

Den Radweg hätten wir fasst übersehen...


Richtung Herzberg auf der Scharzfelder Straße










Kurzer Halt, das Korn muss erstmal auf den Hänger

 

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