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20.01.2022

Millionen-Förderung für den weiteren Breitbandausbau im Landkreis Göttingen


v. l.: Landesminister Dr. Bernd Althusmann, Landrat Marcel Riethig, WRG-Geschäftsführer Marc Diederich

Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann übergibt Förderbescheide an Landrat Marcel Riethig beim Unternehmen Versand- und DatenService (VDS) in Herzberg am Harz. Das Land fördert den weiteren Breitbandausbau im Landkreis Göttingen mit 6,6 Millionen Euro.

von Ralf Gießler

Herzberg) Große Freude beim Versand- und DatenService (VDS) in Herzberg am Harz. Im Beisein der Geschäftsführung nahm Göttingens Landrat Marcel Riethig aus den Händen des niedersächsischen Wirtschaftsministers Dr. Bernd Althusmann Förderbescheide entgegen, von denen auch das Unternehmen profitieren wird. Ebenso vor Ort waren Herzbergs Bürgermeister Christopher Wagner sowie die Wirtschaftsförderung der Region Göttingen (WRG).

Mit der Fortsetzung des geförderten Breitbandausbaus im Rahmen des sechsten Aufrufs für Infrastrukturprojekte des Bundesförderprogramms Breitband sollen sämtliche weiße Flecken, also Anschlüsse mit einer Übertragungsrate unter 30 Mbit/s, sowie voraussichtlich 26 Schulen und 9 Gewerbegebiete im Landkreis Göttingen mit einem Glasfaseranschluss ausgestattet werden. Bei den rund 3.500 restlichen privaten Adressen mit geringen Bandbreiten handelt es sich häufig um Außenbereiche, Randlagen sowie kleinere Ortsteile. "Damit ist die Finanzierung eines wichtigen Infrastrukturprojektes gesichert", bemerkte Marcel Riethig.

Nach derzeitiger Schätzung belaufen sich die Kosten für die Maßnahme auf knapp 27 Millionen Euro. Mit rund 20 Millionen Euro fördern Bund (13,3 Mio. Euro) und Land (6,6 Mio. Euro) zusammen damit die Wirtschaftlichkeitslücke von Netzbetreibern, die in einem wirtschaftlich unattraktiven Gebiet ein Breitbandnetz errichten. "Weitere sieben Millionen sind im Haushalt des Landkreises Göttingen verankert, somit ist die Finanzierung gesichert und die Ausschreibung des Projektes kann vorbereitet werden", so Landrat Riethig weiter. Projektverantwortlich ist erneut die Wirtschaftsförderung Region Göttingen (WRG). Geschäftsführer Marc Diederich erklärte, dass die genauen Investitionskosten und der Umsetzungszeitraum konkreter werden, wenn nach der europaweiten Ausschreibung der Zuschlag an ein Telekommunikationsunternehmen gegeben werden könne.

Der niedersächsische Wirtschafts- und Digitalminister Dr. Bernd Althusmann betonte bei der Übergabe der Förderbescheide die Bedeutung dieses Infrastrukturprojektes: "Attraktive Gewerbe- und Industriegebiete sowie digital angebundene Schulen spielen für die Zukunftsfähigkeit einer Kommune eine entscheidende Rolle. Daher freut es mich besonders, dass mit den elf Förderprojekten im Landkreis Göttingen nicht nur über 3.400 private Adressen, sondern auch 269 gewerbliche Adressen sowie 26 Schulstandorte mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen versorgt werden. Der Breitbandausbau ist auch ein enorm wichtiger wirtschaftlicher Baustein, bei dem Niedersachsen schon sehr stark vorangekommen ist. Corona hat alles nochmal beschleunigt im digitalen Ausbau. Es ist bemerkenswert, dass in dieser Krise Unternehmen in Niedersachsen investieren und sich etliche neue gegründet haben. Die Digitalisierung ist überall ein Wachstumstreiber, und der Standort Niedersachsen ist sehr robust, was die Wirtschaft betrifft."

Landrat Riethig kündigte an, dass der Ausbau dieser weißen Flecken nicht der letzte Ausbau im Landkreis Göttingen sein werde: "Wir wollen perspektivisch so viele Anschlüsse wie möglich an eine Glasfaserinfrastruktur anschließen." In diesem Zusammenhang begrüße er das verstärkte Interesse mehrerer Telekommunikationsanbieter, die zunehmend den eigenwirtschaftlichen Ausbau vorantreiben würden. "Aktuell finden in einigen Ortschaften sogenannte Nachfragebündelungen zum eigenwirtschaftlichen Breitbandausbau statt. Glasfaseranbieter sind teilweise darauf angewiesen, gewisse Nachfragequoten je Ausbaugebiet zu erreichen, um auch ohne staatliche Förderung Breitbandprojekte zu realisieren. Mit einem stetig wachsenden Interesse der Glasfaseranbieter kommen wir insgesamt deutlich schneller zu einer flächendeckenden Glasfaserinfrastruktur im Landkreis Göttingen", so WRG-Geschäftsführer Diederich.

Bürgermeister Wagner unterstrich in seinen Ausführungen die Bedeutung der Digitalisierung gerade für ein Unternehmen wie VDS: "Ein Glasfaserkabel ist die Lebensader dieses Unternehmens." Matthias Bick, Ingo Goldau sowie Martin Weckwerth als Vertreter der VDS-Geschäftsführung pflichteten bei. Hervorragendes Internet sei für ihr wachsendes Unternehmen von entscheidender Bedeutung.

Mehr Informationen zum Breitbandausbau im Landkreis Göttingen sind unter www.wrg-goettingen.de/angebote/projekte-der-wrg/breitbandausbau zu finden.

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