Panorama / Ausflugsziele

07.01.2022

Auf zwei Rädern rund um den Harz - Los gehts!


Auf zwei Rädern um den Harz

290 KM auf 5 Etappen mit und ohne Motor

von Corina Bialek

In den letzten Monaten wurde ich von viele auf unsere Radtour im Juli 2021 auf dem Harz-Rundweg angesprochen, die gerne mehr darüber erfahren wollten. Daher, habe ich mich entschlossen in diesen eher trüben Januartagen das Ganze noch einmal Revue passieren zu lassen und etwas ausführlich über unser 5 Etappen durch drei Bundesländer zu berichten. Vielleicht bekommen ja einige Lust beim nächsten Urlaub auf das Rad umzusteigen. 

Als ich meiner Freundin Sabine im Frühjahr 2020 erzählte, dass ich gerne mit dem Rad eine Harzumrundung machen würde, war sie sofort Feuer und Flamme. Wir waren uns schnell einig, das wir zumindest in ordentlichen Betten schlafen wollten, von daher waren vernünftige Hotels oder  dergleichen Pflicht, ebenso ein gutes Frühstück - Radwandern macht schließlich hungrig. Also wurde kurzerhand einen Termin gesucht, ich übernahm die Routenplanung und Sabine kümmerte sich um die Unterkünfte. Abenteuerlustige machen das auf der Tour, aber unter Coronabedingungen war uns das ein bisschen zu viel Abenteuer. Innerhalb einer Woche war das wichtigste erledigt.

Allerdings lag meine letzte mehrtägige Radtour schon locker 30 Jahre zurück, also galt es erstmal eine entsprechende Ausrüstung zu besorgen. Sabine gab mir einige Tipps, denn sie hat in den letzten Jahrzehnten bereits diverse Radtouren unternommen und kennt sich bestens aus. Jetzt bin ich stolzer Besitzer zweier knallgelben Satteltaschen, die meine Freundin Ellen noch mit einem Eseltreiber-Logo verziert hat und dann war erstmal Probepacken angesagt. Ich hatte meine Bedenken, ob die beiden Taschen ausreichen, aber es passte erstaunlicherweise alles rein, sogar das Ladegerät für den Akku. Alles was schnell erreichbar sein musste kam in eine Mittelsatteltasche und  die Kamera an den Lenker.   

Soweit so gut, das spannende war aber, kommen wir beide radtechnisch miteinander klar. Schließlich bin ich bin mit einem eBike unterwegs und Sabine mit einem normalem aber guten Trekkingrad – ob das gut geht?! 

Es ging gut, sogar sehr gut. Zum einen ist Sabine fit wie ein Turnschuh und ich bin immer schön in ECO gefahren, auch die Berge rauf. Dann, an einem durchaus sonnigen Sommertag mitte Juli ging es dann los. Für mich hieß dass, erster Halt Bahnhof Gittelde, denn der eigentliche Start unserer Tour war am Bahnhof Salzgitter-Ringelheim, weil wir den beide ohne umsteigen erreichen, denn Sabine wohnt seit Jahren in Hannover. 

Dann nahmen wir die ersten 51 KM unter die Pedale zu unser Etappenziel Ilsenburg. Zuerst auf wenig befahrenen Landstraßen nach Langelsheim, wo für uns der eigentliche Einstieg auf den Harz- Radrundweg war, von uns „Hexenroute“ genannt, da er mit einer Hexe auf dem Rad beschildert ist. Allerdings hing eine dicke Wolkenwand  über dem Nordharz und drohte mit einem ordentlichen Regenschauer, also schenkten wir uns den Schlenker zur Innerstetalsperre, zumal sie für uns kein unbekanntes Terrain ist, und fuhren weiter auf dem Radweg nach Goslar. 

Wenn zwei Navis sich streiten

In Goslar angekommen stellte sich heraus, das wir unterschiedliche Touren geladen hatten und „Else von Komoot“ woanders lang wollte als das Garmin von Sabine. Wir irrten ein bisschen durch die alte Kaiserstadt und folgten letztendlich der Beschilderung Richtung Oker. Überhaupt mussten wir auf unserer Tour ab und an unserer Intuition folgen und den Schildern, wenn vorhanden. Denn die Tourenplaner wollen einen öfter mal auf Wege schicken, die es so nicht oder nicht mehr gibt. Auch in Oker wollte sie uns über eine Brücke schicken, die es nicht gab. Wir haben dann einen andere genommen. ;-)
Beim verlassen des Ortes Oker führte der Radweg entlang des gleichnamigen Flusses Oker, ein idyllisches Fleckchen und schnell war ein schönes Platz für eine kurze Rast gefunden.

Unsere erste Etappen war eine schöne Tour zum Reinkommen, mit moderaten Anstiegen wobei wir der Hexenroute nicht sklavisch gefolgt und etwas in den flacheren Vorharz ausgewichen sind. Wer aber Bad Harzburg in die Tour mit einbeziehen will, kommt um ein paar Anstiege nicht herum. Zeit für einen Besuch des Baumwipfelpfads wäre locker drin gewesen. 

So waren wir schon nach gut drei Stunden an unserem Hotel in Ilsenburg angekommen und konnten noch ein bisschen durch das Städtchen mit seinen hübschen Fachwerkhäusern spazieren und an der Ilse entlangwandern. Das war jetzt im Sommer genauso faszinierend, wie die Wanderung im Herbst im Vorjahr. Ilsenburg ist ohnehin ein schöner Ausgangspunkt für diverse Ausflüge, ob per Pedes oder mit dem Rad, so als kleiner Tipp. Wir hatten sogar Glück und bekamen in der Nagelschmiede noch einen  Platz und konnten so auf der Terrasse an der Ilse den Tag bei gutem Essen ausklingen lassen. 

Das fing schonmal gut an!


Die erste Etappe begann mit einer kurzen Bahnreise

Gesattelt und gespornt am Bahnhof Salzgitter Ringelheim wo Sabine (im Bild) und ich unsere Tour starteten.

Ich musste ja auch mal auf's Bild ;-)

Unser Etappenziel Ilsenburg

Die Ilse wird auf dem Heinrich-Heine-Weg Richtung Ilsefälle Weg immer wilder...

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Drohende Regenwolken über dem Harz.

Leistungspause :-)

Goslar, Breite Tor und immer noch hing die Regenwolke über uns. Sie hielt aber dicht.

Hier wurde es idyllisch. Irgendwo bei Oker, entlang des gleichnamigen Flusses..






Hübsche Fachwerkhäuser...


Kleine Wanderung entlang der Ilse...




Wanderwege rund um Ilsenburg gibt es reichlich




Natur pur - herrlich!


Ein Schloss gibt es auch.




In der Nagelschmiede haben wir dann noch etwas zu Essen bekommen

Man kann schlechter wohnen...


 

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