Politik / Wirtschaft / Bildung / Bildung

17.12.2021

Der Projekttag in der BBS II Osterode sorgte für viele Aha-Momente


Richtig Blutdruck messen

von Petra Bordfeld

Im Forum der BBS II in der Leege hätte man fast glauben können, dass Zeitmaschinen im Einsatz waren. Doch, wer genauer hinschaute, stellte fest, dass dort Möglichkeiten offengelegt wurden, mit denen zu erfahren war, wie man in 20 oder mehr Jahren ausschauen, welche Bewegungsschwierigkeiten das Alter mit sich bringen und welche Einschränkungen die Demenzkrankheit beinhalten könnte. 

Dieser interessante Ausflug wurde im Rahmen eines Projekttages von Ausbildungsbetrieben der Region gestartet, die im Bereich „Pflege“ tätig sind und ausbilden.

Eigens dafür waren das Diabeteszentrum Bad Lauterberg, Stiemerling Herzberg und Hattorf, die Fachklinik und der ambulante Pflegedienst Muschinsky, Alloheim Herzberg, die Kirchbergklinik Bad Lauterberg und das Fachpflegeheim Tannenhof in die Sösestadt gekommen. Neben den Ausbildungseinrichtungen gestalteten Schülerinnen und Schüler der Oberstufe Altenpflege sowie der neuen generalistischen Pflegeausbildung – Pflegefachfrau/mann - diesen Aktionstag.

Eingeladen waren vor allem allgemeinbildende Schule, Klassen der Hauptschule Neustädter Tor sowie der OBS Badenhausen waren dieser gefolgt. Aber auch die Schülerinnen und Schüler der beiden Unterstufen der Pflegeassistenz sowie der einjährigen Berufsfachschule für Hauswirtschaft und Pflege nutzten die Gelegenheit und informierten sich über verschiedene Aspekte der Pflegeausbildung und die Angebote der Pflegeeinrichtungen als Ausbildungsträger.

In kleinen Mitmachaktionen konnten die Besucher/innen besser verstehen, wie es den Vertretern/innen der älteren Generation geht. Im Alterssimulator machte die Kleidung, welche Gewichte in sich trägt und Gelenke „steif“ werden ließ, deutlich, wie schwer es sein kann, etwas vom Boden aufzuheben oder kleine Hindernisse zu bewältigen, wenn man nicht mehr zu dem jungen Semester zählt. Ähnlich atemberaubend war der Demenzparcour. Geschmunzelt wurde bei dem Spiegelbild, welches auf Knopfdruck alterte: „Mit 89 sehe ich ja noch gut aus“, so die Anmerkung, die nicht nur einmal zu vernehmen war.

Das Schreiben sollte sich ebenso schwer darstellen, wie essen und trinken, wenn man sich nicht mehr so genau auf die Augen und die Bewegung verlassen kann. Wer wollte durfte einen Abstecher von Greisen zu Babys machen. Parallel dazu zeigte der Schulsanitätsdienst, mit welchen Handgriffen die Reanimation bei Säuglingen erfolgt. Und für die Retter/innen galt es die Angst zu überwinden, man könne dem Säugling wehtun.

An dieser Stelle zeigte sich sehr gut das Wesen der neuen, generalistischen Pflegeausbildung, welche Praxiseinätze sowohl in Langzeitpflegeeinrichtungen, Krankenhäusern, ambulanten Pflegediensten und Einrichtung der Versorgung von Kindern vorsieht.

Neben den Angeboten der ausstellenden Klassen, zeigten die Pflegeeinrichtungen ebenfalls durch Mitmachaktionen, wie gute Ausbildung praktisch aussehen kann. Von der hygienischen Händedesinfektion, über Ernährungsberatung, dem Umgang mit Infusionen, allen Fragen rund um das Thema Diabetes mellitus, dem Bluthochdruck und der Blutdruckmessung sowie der künstlichen Ernährung konnten verschiedene Anleitungsaufgaben erprobt werden.

Am Ende waren alle sehr zufrieden mit dem angebotenen Programm beziehungsweise mit dem entgegengebrachten Interesse, denn damit soll die Chance steigen, dass junge Menschen eine Ausbildung im Bereich der Pflege aufnehmen werden. 

Die Ausbildung zum Pflegefachmann oder zur Pflegefachfrau beginnt in Kooperation der BBS II Osterode mit den verschiedenen praktischen Ausbildungseinrichtungen immer zum 1.August jeden Jahres. Nehmen Sie Kontakt zur BBS II (Anja Dathe, a_dathe@bbs2osterode.de) oder einer Ausbildungseinrichtung auf und lassen sich beraten.

Um die folgenden Bilder vergrößern zu können, müssen Sie eingeloggt sein und ein Eseltreiber-Abo haben:


Diese ungewöhnliche Kleidung machte sehr deutlich, wie schwer das Vorankommen ist, wenn alles nicht mehr so einfach ist

Das Schreiben ist gar nicht so einfach, wenn man nicht mehr gut sehen und den Stift nicht mehr richtig halten kann

Berührungsängste bei der Rettung von Babys abbauen

Virtuelle Alterung: Wie sehe ich voraussichtlich in 40 Jahren aus.

 

Anzeige