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27.11.2021

Seit 72 Jahren begeisterter Dortmund-Fan


Manfred Schaube aus Windhausen ist seit 72 Jahren begeisterter BVB-Fan

Manfred Schaube aus Windhausen hat den Wandel des BVB in unzähligen Bildern festgehalten

von Herma Niemann

Wenn jemand etwas zu den Spielern, Trainern und Pokalen der vergangenen Jahrzehnte des Fußballvereins Borrussia Dortmund wissen möchte, dann gibt es in Windhausen jemanden, der sich seit 72 Jahren genau damit auskennt. Manfred Schaube ist ein Fan und zwar ein richtiger.

Ein ganzes Zimmer, sein „Heiligtum“ wie er es nennt, hat er in seinem Haus in Windhausen ganz dem BVB gewidmet. Dort sind die Erkennungsfarben des Vereins Gelb und Schwarz Trumpf. Nahezu die kompletten drei Wände sind mit rund 200 Bilderrahmen „tapeziert“ und an der vierten Wand steht ein Schrank mit 27 Ordern und noch zusätzlichen, unzähligen Bildern und Fotos. Wahrscheinlich sind es Zehntausend, sagt Schaube.

Nicht nur BVB-Spieler und Trainer, auch andere herausragende Persönlichkeiten wie „Uns Uwe“ (Uwe Seeler), Messi, Kloppi, Hummel, Reus, finden sich bei Manfred Schaube wieder, mit einigen gibt es sogar gemeinsame Fotos, wie etwa Gerd Müller. Dazu kommen noch Pokale, Souvenirs und dicke Fußball-Schmöker. Der 84-Jährige hat den Wandel der vergangenen Jahrzehnte des BVB sozusagen in Bildern verewigt.

Schaube fotografiert aus Zeitschriften, aber auch vom Fernseher ab, lässt die Fotos entwickeln und stellt so ganz eigene Fotos oder Collagen zusammen. Manchmal lässt er seine Fotos auch auf Kaffeebecher drucken. Einen solcher Becher hat er dann auch schon mal verschickt und verschenkt. Unter anderem mit einem Foto von dem Profifußballer Erling Haaland an den Geschäftsführer des BVB, Hans-Joachim Watzke. Als Dankeschön erhielt Schaube einen persönlichen Brief von Watzke und zwei Autogrammkarten von Haaland. Während des Gesprächs mit unserer Zeitung sagt Schaube, dass ihm wichtig sei, dem Geschäftsführer ein großes Lob auszusprechen. „Hans-Joachim Watzke rettete den Verein im Jahr 2005 im Zuge der drohenden Insolvenz und führte den Verein zurück in die Spiele, woraus sich etliche Siege ergaben“.

Manfred Schaube, der früher in der Vermessung und als Lebensmittelkontrolleur gearbeitet hat, hat in seinem Leben schon einige Ortswechsel hinter sich bringen müssen. In den Jahren 1946 bis 1949 lebte er mit seinen Eltern als Flüchtling aus Schlesien bereits schon einmal in Windhausen. Im Jahr 1949 zog die Familie von Windhausen nach Dortmund. Seitdem sei er dann auch BVB-Fan. Zwischendurch lebte er auch in Hamburg.

Seit dem Jahr 2000 wohnt er wieder in Windhausen und teilt sich mit seiner Lebensgefährtin ein Haus, jeder hat seine eigenen Etage. Und das ist vielleicht auch gut so, denn Schaube ist nicht nur BVB-Fan, sondern auch ein Fan von alten Bauernmöbeln, wie man in seiner gesamten Wohnung sehen kann, wie auch von Krügen und geschnitzten Figuren, die er von seinen zahlreichen Reisen mitbrachte. Das braucht viel Platz. Seine Reisen hätten ihn schon quer durch die Welt geführt, unter anderem auch nach London, Peking, St. Petersburg. Sein Tirolerhut zeigt das deutlich, denn dieser ist übersät mit den unterschiedlichsten Souvenir-Pins.

Zudem war er früher, bis in die 1980er Jahre, auch noch ein begeisterter Bergsteiger. Rund 25 sogenannte Viertausender, aber auch viele Dreitausender, hat er in seinem Leben bestiegen, darunter unter anderem den Gran Paradiso in Italien, den Mont Blanc in Frankreich und den Groß Glöckner in Österreich, um nur einige Berge über 4.000 Meter aufzuzählen. „Bergsteigen ist zwar anstrengend, aber man wird mit der Aussicht am Gipfel belohnt“. Ein großes Vorbild sei für ihn Reinhold Messner gewesen, von dem Schaube auch zahlreiche Bücher gelesen habe. Zudem hatte er bei mehreren Gelegenheiten die Chance, Messner persönlich zu sprechen. „In meinen Augen ist Messner eine Legende“.

Neben vielen Fotos von den Berggipfeln, die er erklommen hat, hat Schaube auch gemeinsame Fotos mit Reinhold Messner. Ein Foto lichtet den Windhäuser auch auf dem höchsten Berg der Schweiz ab, dem Monte Rosa mit 4.638 Metern. Das Bild stammt aus dem Jahr 1978 und zeigt Schaube auf dem Gipfel mit einer HSV-Fahne. „Zu meiner Zeit in Hamburg bin ich lieber zu den Spielen von St. Pauli gegangen“, so Schaube augenzwinkernd. Ganz so eng scheint es Schaube dann aber wohl doch nicht zu sehen. Das Foto sei extra für seinen Sohn entstanden, denn der ist inzwischen seit fast 50 Jahren Mitglied im HSV.


Rund 200 Bilderrahmen hängen in seinem 'Heiligtum', dem BVB-Zimmer

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Dankeschön vom Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: ein Brief und Autogrammkarten

Von allen seinen bestiegenen Viertausendern gibt es Fotos

In 27 Ordnern finden sich noch weitere unzählige Bilder und Fotos von BVB-Spielern

Kein Plätzchen mehr frei: Schaubes Tirolerhut mit den Pins der Orte, wo er schon überall war

 

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