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19.11.2021

Die Göttinger Synagoge öffnet sich Interessierten


Im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" fand eine Antisemitismuswoche statt.

von Ralf Gießler

Göttingen) Zwischen dem 11. und 18. November fand im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" die diesjährige Demokratiekonferenz statt. Ziel war es, sich mit Bürgerinnen und Bürgern rund um das Thema "Antisemitismus" auszutauschen. Von der "Partnerschaft für Demokratie am Harz“ her war es die erste Antisemitismus-Woche. Im genannten Zeitraum standen verschiedene kostenlose Veranstaltungen an verschiedenen Orten auf dem Programm.

Unter anderem ein Besuch der Synagoge in Göttingen am Freitag, den 12.11.21. Die in der Angerstraße ansässige jüdische Gemeinde Göttingen e.V. wurde 1994 wieder belebt. Das dortige Gebäudeensemble umfasst neben dem Gemeindehaus eine kleine, aber feine, im Hof gelegene Synagoge. Mit diesem Gotteshaus hat es etwas Besonderes auf sich. Denn sie wurde einst von Bodenfelde im Northeimer Landkreis auf das jetzige Göttinger Grundstück transloziert, also umgesetzt. Die Geschichte der Göttinger Gemeinde ist somit untrennbar mit der Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinde in Bodenfelde verbunden.

Während der gut strukturierten und informativen Führung wurden den Besucherinnen und Besuchern zum Beispiel jüdische Traditionen und Utensilien, die für einen Gottesdienst wichtig sind, gezeigt sowie erläutert. Ebenso wurde auch angesprochen, dass jüdisches Gemeindeleben noch immer unter nicht optimalen Umständen gelebt werden muss. Der Terrorakt am 9. Oktober 2019 in Halle an der Saale hätte die Situation zusätzlich verschärft. Es sei traurige Gewohnheit, Veranstaltungen der Gemeinde vorab der Polizei zu melden. Der Gebäudekomplex ist zudem videoüberwacht, zum Göttinger Wall hin der Zaun sogar mit Stacheldraht versehen. Die jüdische Gemeinde legt Wert darauf, eine offene zu sein. Begegnungen mit anderen Religionen und Weltanschauungen seien ebenso wichtig wie das Angebot, die Gemeinde und damit das Judentum mittels Führungen kennenzulernen.

"Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden mit dem Zuspruch zur Synagogenbesichtigung. Es sind alle gekommen, die sich auch angemeldet hatten. Aber schade ist es, dass ganz allgemein solchen Veranstaltungen wenig Interesse geschenkt wird, obwohl zum Beispiel von uns aus angeboten wurde, die Bahnreisekosten zu übernehmen", sagte Nermin Gürocak, Ansprechpartnerin für die Antisemitismuswoche. "Aber ich fand es super, dass auch Jugendliche in Göttingen mit dabei waren! Denn die Jugend zu motivieren ist besonders schwer, finde ich", erklärte Gürocak abschließend.

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