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16.11.2021

Neuer Rat Wulften schreibt Geschichte


Der neue Wulftener Rat mit Elvira Schaper, der ersten Bürgermeisterin in der Geschichte dieser Gemeinde, mit Gemeindedirektor Henning Kunstin und dessen Stellvertreter Arnd Barke

von Petra Bordfeld

„Wenn Joe Biden mit fast 80 Jahren ganz Amerika regieren kann, warum sollte ich das dann nicht auch in Wulften schaffen?“, diese von fast nicht enden wollenden Beifall der überaus zahlreichen Zuhörer/innen belohnte Aussage äußerte Elvira Schaper, die während der konstituierenden Sitzung des Rates einstimmig zur ersten Bürgermeisterin der Gemeinde Wulftens gewählt wurde. „Ich werde mich jedenfalls für mein Geburts- und Heimatdorf mit Herzblut einsetzen“.

Damit war ein neues Kapitel in das Buch der Geschichte von Wulften geschrieben worden. Doch es sollte noch eines folgen. Denn zum ersten Mal sind drei Fraktionen im Rat vertreten, und die SPD hat ihre Mehrheit verloren. Dahingegen sind die CDU, welcher auch Elvira Schaper angehört, und die Wählergruppe „Zukunft Wulften“ (WZW) eine Koalition eingegangen.

Bei der SPD-Fraktion vollzog sich auch eine Änderung. Denn  Henning Kruse, der 30 Jahre im Wulftener Rat vertreten war und davon 20 Jahre lang das Amt des Bürgermeisters inne gehabt hat, legte sein Mandat nieder. Nachgerückt ist Kevin Kaliner.

Zum ersten stellvertretenden Bürgermeister wurde Willi Ehrhardt gewählt, die SPD Fraktion enthielt sich der Stimme. Da die SPD-Fraktion darauf verzichtet hatte, den zweiten stellvertretenden Bürgermeister aus ihren Reihen zu benennen, blieb es bei einem Stellvertreter.

Elvira Schaper bedankte sich herzlich für die einstimmige Wahl. Dieses Ergebnis ehre sie sehr. „Ich habe mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können, mal Bürgermeisterin meiner Gemeinde zu werden. Das hat auch noch nie auf der Agenda gestanden“. Sie wünschte sich von allen ehrenamtlich-politischen Kollegen/innen, dass beim Umgang miteinander der richtige Weg für Wulften diskutiert werde. Auch sollte niemand vergessen, die Meinungen der anderen zu respektieren. „Wir kämpfen für ein zukunftsträchtiges Wulften. Nur gemeinsam sind wir stark, einer allein kann nichts bewirken“.

Henning Eulert, Fraktionssprecher der CDU, betonte, dass er sich ganz sicher sei, dass die erste Bürgermeisterin in kürzester Zeit alle Menschen in Wulften werde überzeugen können.  Mit dieser  Ratssitzung seien überhaupt völlig neue kommunalpolitische Zeiten eingetreten. Denn erstmals hätten die Wulftener Bürger/innen einen  Rat gewählt, in dem es keine absolute Mehrheit mehr gibt.

Man habe mit der  WZW koaliert, weil man keinesfalls die Gräben in der Gemeinde zu vertiefen wollte. Aber dieser Schritt bedeute nicht, dass man der SPD den Rücken zukehre, „Wir sehen in ihr konstruktive Mitwirkende in der Ratsarbeit“.

Willi Ehrhardt ließ es sich nicht nehmen, den Wählern zu danken, deren Stimmen die   WZW in den Gemeinde- und den Samtgemeinde-Rat gebracht haben. Er wünschte sich und den beiden anderen Fraktionen gute Zusammenarbeit im Interesse von Wulften.

Kevin Kaliner (SPD) gratulierte im Namen seiner Fraktion  Elvira Schaper zu dem neuen Amt. Sie dürfe sich dem vollen Vertrauen seiner Faktion sicher sein. Was den Rat an sich betrifft, könne er von Umbruch sprechen. Denn es seien wenige Personen dabei, die mehr als eine Periode gemacht hätten.
Es standen aber noch weitere Wahlen an, die übrigens ebenfalls einstimmig verliefen. Zum einen wurde Henning Kunstin zum Gemeindedirektor, zum anderen Arnd Barke in das Amt des Stellvertreters bestimmt.

Dazwischen lagen aber die Besetzungen des Ausschusses für Entwicklung, Bauen und Finanzen, des Kindergarten-Beirats und der Rogge-Stiftung, die mit einer Ausnahme beschlossen worden. Denn bei der Stiftung galt der Losentscheid.

Bürgermeisterin Elvira Schaper kam abschließend auf das tägliche Leben zu sprechen, welches durchaus in dieser Zeit von Weihnachtsmärkten und Senioren-Weihnachtsfeiern geprägt sein könnte.  Corona habe allerdings dazu geführt, dass beides in Wulften ausfallen wird.

Der Weihnachtsmarkt, welcher nicht mehr auf dem Reiterhof Keller / Gänzler sondern wegen der Pandemievorschriften auf dem Anger ausgerichtet werden sollte, findet leider gar nicht mehr statt. Die Vorbereitungen und  das Durchführen unter den Corona-Auflagen seien zu unüberwindbaren Hindernissen geworden. Gleiches gelte für die Weihnachtsfeier für die ältere Generation, da das Schützenhaus dafür nicht zur Verfügung steht und ein anderer größenmäßig benötigter Saal nicht in Wulften gelegen ist. Sie brachte ihre inständige Hoffnung zum Ausdruck, dass 2022 beide Feierlichkeiten wieder ohne Wenn und Aber ausgerichtet werden dürften.

Weiter war zu vernehmen, dass im oberen Geschoß des alten Rathauses noch Tische und „gut durchgesessene“ Sitzmöbel von Interessenten abgeholt werden könnten. Wenn sich niemand findet, dürften sie auf dem Sperrmüll landen. Wer sie haben möchte, melde sich bitte bei Elvira Schaper. Denn der Raum müsse schnellstmöglich leer geräumt werden, damit Dr. Mehde, der neue Eigentümer des alten Rathauses, mit den Umbauarbeiten starten können.

AUSSCHUSS FÜR ENTWICKLUNG, BAUEN UND FINANZEN
CDU: Henning Eulert, Malte Lohrengel, Vertreter: Elvira Schaper
WZW: Klaus Deppe, Willi Ehrhardt, Vertreter: Frauke Kaliner und Benjamin Waßmann
SPD: Peter Beußhausen, Kevin Kaliner, Vertreter: Philip Kersten, Gitta Herb.

KINDERGARTENBEIRAT
CDU: Elvira Schaper Vertreter: Hennig Eulert
 WZW: Benjamin Waßmann, Vertreter: Frauke Kaliner
SPD: Gitta Herb, Vertreter: Philip Kersten

KINDERGARTENAUSSCHUSS
Elvira Schaper, Benjamin Waßmann, Gitta Herb. Vertreter: Frauke Kaliner, Philip Kersten

ROGGE-STIFTUNG
WZW: Willi Ehrhardt 
SPD: Kevin Kaliner

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Klaus Deppe und Henning  Eulert (re.)  überreichten Elvira Schaper einen großen Blumenstrauß, der in den Lieblingsfarben der Bürgermeisterin.

 

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