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16.09.2021

Label „StadtGrün naturnah“: Gold für Göttingen


...Stadt Göttingen

„Gold für Göttingen!“ hieß es bei der Verleihung des Labels „StadtGrün naturnah“ am 15. September 2021 im Düsseldorfer Rathaus. Die begehrte Auszeichnung wird seit vier Jahren vom Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ und der Deutschen Umwelthilfe vergeben.

Das Label StadtGrün naturnah zeichnet vorbildliches Engagement in Sachen naturnaher Grünflächengestaltung und -pflege aus und macht dies bundesweit sichtbar. Bei der Verleihung 2021 erhielten insgesamt 15 Städte und Gemeinden die Auszeichnung in Gold, Silber oder Bronze. Die Zahl der zertifizierten Kommunen steigt damit auf 49.

Wertvolle Lebensräume für Flora und Fauna

Blühwiesen für Wildbienen statt kurz geschorener Rasen – das ist nur eine von vielen Maßnahmen, mit denen Kommunen Punkte für die Zertifizierung sammeln können. Naturnahe Parkanlagen und kommunale Wälder, zusammenhängende Grünzüge, Baumgruppen oder gemischte Alleen, heimische Sträucher und artenreiche Wiesenflächen schaffen ein attraktives und gesundes Wohnumfeld. Gleichzeitig bietet dieser Strukturreichtum wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Der Labelvergabe liegt eine ausführliche Bestandsanalyse der bisherigen Leistungen und Zielsetzungen der jeweiligen Kommune zugrunde. 

Für ein lebenswertes Göttingen

Gudrun Friedrich-Braun, Leiterin des Fachbereichs Stadtgrün und Umwelt: „Unser Ziel ist ein klimafreundliches Göttingen, dazu gehört selbstverständlich auch ein naturnah angelegtes und gepflegtes Stadtgrün. Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung und verstehen sie als Ansporn für weitere naturnahe Grünflächen und Wildblumeneinsaaten.“ Die Fachbereichsleiterin erläutert Göttingens Ansatz: „Um den Erhalt der biologischen Vielfalt voranzutreiben, setzt die Stadt neben der Standortverbesserung von Straßenbäumen auf kleine wie große Potenzialflächen – von schmalen Verkehrsteilern bis hin zur Erhöhung der Biodiversität in Form von extensiven Wiesenflächen und Mustergrabbeeten mit heimischen Stauden auch auf Friedhöfen. Besonders wichtig ist hierbei immer die Experimentierfreude.“

Überzeugende Maßnahmen

Die Maßnahmen überzeugten die Jury, zu Göttingens Auszeichnung heißt es: „Der Siedlungsraum ist ein schwieriger Standort für Pflanzen, doch die niedersächsische Universitätsstadt probiert einiges aus: So wurden mit Auszubildenden zwei Verkehrskreisel (Nord- und Südkreisel Lutteranger) mit Stauden, Sträuchern, Trockenmauern und Sandaufschüttungen aufgewertet.  Ein schmaler Verkehrsteiler wurde versuchsweise mit Stauden bepflanzt, die sich bis jetzt gut entwickeln.“ Außerdem wird genannt: „Da Friedhöfe oft die größten Grünanlagen einer Stadt sind, haben sie große Bedeutung für Biodiversität und Stadtklima. So werden im BUND-Projekt „Ökologische Nische Friedhof“ Freiflächen auf dem Parkfriedhof Junkerberg ökologisch aufgewertet und Lebensräume für Wildbienen geschaffen. Kartierungen haben dort die in Niedersachsen seltene Juni-Langhornbiene nachgewiesen.“ Positiv bewertet wird darüber hinaus: „Neben Standortverbesserungen für Straßenbäume setzt die Stadt auf den Verzicht von Auftausalzen an Gehwegen und der Stadtwald ist Naturland-zertifiziert. Eine druckfrische Biodiversitätsstrategie unterstützt die Maßnahmen vor Ort.“

Stadtgrün – Artenreich und Vielfältig

Die Auszeichnung wird im Rahmen des Kooperationsprojektes „Stadtgrün – Artenreich und Vielfältig“ des Bündnisses Kommunen für biologische Vielfalt und der Deutschen Umwelthilfe verliehen. Das Kooperationsprojekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert.

 

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