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24.07.2021

Landtagsabgeordnete informierten sich über Erweiterung des Höhlenerlebniszentrums


Göttingens Landrat Bernhard Reuter (4.v.l.) und Kulturdezernent Marcel Riethig (3.v.l.) hatten Landtagsabgeordnete zur Information über den Baufortschritt in das Höhlenerlebniszentrum Bad Grund eingeladen

Museumsräume werden erweitert, sodass auch ein größeres museumspädagogisches Angebot möglich wird

...von Herma Niemann

Seit Dezember des vergangenen Jahres sind die Umbauarbeiten zur Erweiterung des Höhlenerlebniszentrums in Bad Grund (HEZ) in vollem Gange. Von dem Fortschritt der Arbeiten machten sich gestern auch die Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Hausmann (Göttingen/Harz), Frauke Heiligenstadt (Northeim), Dr. Alexander Saipa (Goslar) und die Landtagsvizepräsidentin Petra Emmerich-Kopatsch (Seesen) selbst ein Bild vor Ort.

Eingeladen zu dem Treffen hatten der Landrat des Landkreises Göttingen, Bernhard Reuter, und der Kulturdezernent, Marcel Riethig. „Wir freuen uns, Besuch aus dem Niedersächsischem Landtag hier zu haben“, so Reuter in seiner Ansprache, der zunächst über die Anfänge des HEZ im Jahr 2009 berichtete.

Für den damaligen kleinen Landkreis Osterode sei die Errichtung des HEZ ein wahrer Kraftakt gewesen, da es zwar von der EU, allerdings keine Fördermittel des Landes gegeben habe. „Die jetzige Erweiterung ist eine große Chance“, so Reuter. Das Land Niedersachsen fördert das Fünf-Millionen-Euro-Projekt mit rund 1,1 Millionen Euro. Gut 2,8 Millionen Euro fließen von der NBank in das Projekt, mit je 62.500 Euro unterstützen die Sparkasse Osterode am Harz und die Niedersächsische Sparkassenstiftung die Erweiterung und rund 1 Mio leistet der Landkreis Göttingen als Kofinanzierung. Marcel Riethig bezeichnete das HEZ als „musealen Leuchtturm“, dem durch die Ausstellung über die älteste nachgewiesene Großfamilie der Welt aus der Lichtensteinhöhle bei Förste ein bedeutendes Alleinstellungsmerkmal zuteil werde.

Im Durchschnitt besuchen 68.000 Menschen das HEZ im Jahr. Die Leiterin des HEZ, Otrud Krause, wies die Anwesenden bei der Gelegenheit drauf hin, dass der gesamte Museumsbetrieb in den vergangenen Jahren nur mit einer hohen Schlagkraft in einem kleinen Team erfolgt sei. Die Besucher würden sich nicht gleichmäßig auf das Jahr verteilt das HEZ ansehen, teilweise gebe es Spitzenzeiten mit bis zu 1.000 Besuchern am Tag. „Wir befassen uns im HEZ mit bedeutenden Themen und haben auch einen gewissen Anspruch an uns selbst und das Vermitteln der Inhalte“, so Krause „in unserem kleinen Team ist das eine enorme Herausforderung“. Das gesamte Team sei froh, dass die Erweiterung nun fortschreite, denn gerade auch die Situation im Café und die geringe Anzahl der Toiletten sei auf Dauer kein gutes Aushängeschild mehr gewesen. Momentan würden sich die Besucher allerdings nur kurz in den Museumsräumen aufhalten, da der Lärm durch die Bauarbeiten doch sehr beeinträchtige.

Nach der Fertigstellung der Erweiterung und ohne die coronabedingten Auflagen, könne man bestimmt die 70.000-Besucher-Marke schaffen. „Mehr schafft die Iberger Höhle aber auch nicht. Wir wollen dort ja auch keinen reinen Durchmarsch der Touristen, sondern wollen Informationen auf einem hohem Niveau anbieten“. Durch die Erweiterung und die Erschaffung eines Multifunktionsraums mit rund 86 Quadratmetern, sei dann auch mehr museumspädagogische Arbeit möglich, so die Leiterin. „Wir haben schon gemerkt, dass weniger Schulklassen kommen. Aber gerade Schulklassen brauchen auch ein Ruhefeld, was dann wieder angeboten werden kann“. In welchem Umfang das passieren könne, hänge auch noch von anderen Faktoren ab, denn der Multifunktionsraum soll auch für Wechselausstellungen und für Veranstaltungen dienen.  „Mit der Erweiterung schaffen wir für auch die Voraussetzungen für einen außerschulisch Lernstandort“, ergänzte Riethig.

Auf die Frage von Alexander Saipa berichtete Krause, dass rund 76 Prozent der Gäste aus über 100 Kilometer entfernten Orten ins HEZ kommen würden. Darunter seien knapp fünf Prozent Besucher aus dem Ausland, ganz vorne die Niederlande und an zweiter Stelle Dänemark. Im Übrigen könne das 16-köpfige HEZ-Team Besucher aus allen Altersgruppen begrüßen. „Das HEZ ist ein Ankerpunkt mit Strahlkraft“, betonte der Bürgermeister der Gemeinde Bad Grund, Harald Dietzmann. Zusammen mit dem UNESCO-Welterbe und den dazugehörigen Infopunkten können so Vernetzungspunkte entstehen, die den Harz als Eingangstor haben. Frauke Heiligenstadt ging noch auf das Thema Verkehrsverbindungen ein. Hierzu sagte Krause, dass auch die Busverbindungen noch besser ausgebaut, auch über die Kreisgrenzen hinweg und möglichst wenigen Umsteigepunkten werden könnten.

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Seit Dezember des vergangenen Jahres sind die Bauarbeiten zur Erweiterung der Museumsräume des HEZ im Gange

 

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