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13.07.2021

HS Neustädter Tor richtete Abschlussfeier in der Kurt-Schröder-Halle aus


Die Regenbogen-Hände der Absolventen der HS Neustädter Tor

...von Petra Bordfeld

Weil das Wetter eine Entlassfeier auf dem Schulhof der Hauptschule Neustädter Tor verregnet hatte, fragte die Leiterin Stefanie Henkel bei dem Schulleiter der BBS II, Dr. Carsten Wehmeyer, an. Und der stellte sofort die Kurt-Schröder-Halle für dieses wichtige Ereignis zu Verfügung, sogar dem Schulhund „Luke“ wurde Eintritt gewährt, damit er wieder den besten Schülern/innen das Zeugnis übergeben konnte.
Weil sich die Schule schon lange, bevor durch den Fußball die Diskussion um Regenbögen und ihre Symbolik begonnen hatte, dafür entschieden hatte, eben dieses kreisbogenförmige, farbige Lichtband als Motto für die Abschlussfeier zu nehmen, durfte sich auch jeder Festteilnehmer darüber freuen, seine mitgebrachte Mund-Nasen-Maske gegen eine in Regenbogenfarben erstrahlende eintauschen zu dürfen.

Stefanie Henkel betonte in ihrem Grußwort, dass diese Farben für die Vielfalt der Hauptschule Neustädter Tor stünden. „Wir sind eine Schule ohne Rassismus und mit Courage, in der jede und jeder das Recht hat, so wie er/sie ist, in Ruhe zu lernen.“

Aber nicht nur die Masken präsentierten die Regenbogenfarben, ebenso ein überdimensionale Stoffposter, auf dem die Handabdrücke der Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10 eben auf den Farben dieses atmosphärisch-optisches Phänomens zu sehen waren. Da waren aber auch zahlreiche gelbe, nicht sehr kleine Zettel, die als Sonne auf einer Pinnwand erstrahlten. Auf denen waren viele gute Wünsche von den Menschen zu lesen, die wegen der Pandemie leider nicht an dieser Feier teilnehmen durften.

Weil Superintendentin Ulrike Schimmelpfeng aus Termingründen auch nicht kommen konnte, hatte sie ihre guten Wünsche nicht schriftlich, sondern per Video übermittelt. 
Persönlich übermittelten aber Kreisrat Marcel Riethig und Osterodes Bürgermeister Jens Augat ihre Entlassfeiergedanken. Riehtig ließ es sich nicht nehmen, der Hauptschule für deren Engagement ein großes Dankeschön auszusprechen. Diese Abschlussfeier sei schließlich eine Sternstunde im Lebenslauf der Absolventen.  Jeder Abschluss sei eine individuelle Leistung, die große Anerkennung verdiene.
Er bat die jungen Menschen beim Betreten des neuen Lebensabschnitts alle Menschen mit gleicher Achtung zu behandeln. „Denn eine Putzfrau hat gleichen Respekt verdient wie ein Oberarzt“. Er rief auch dazu auf, dass die Absolventen sich mittels Einsatzes in der Kommunalpolitik oder durch die Teilnahme an den Wahlen für den weiteren, sicheren Bestand der Demokratie in Deutschland einsetzen sollen. 

Jens Augat würdigte die großartige Leistung eines jeden. Hinter den Abschlusszeugnissen stünden Höhen und Tiefen sowie schwere und schöne Zeiten aber insbesondere großes Durchhaltevermögen. Es sei wirklich etwas Besonderes, unter welchen Bedingungen sie den Abschluss geschafft haben. Er mahnte an, dass das Ende der Schulzeit bestimmt nicht das Ende des Lebens ist, sondern Anfang von was Neuem. Er wünschte allen, dass sie das finden, was sie begeistert, glücklich macht, und wo sie zeigen können, was in ihnen steckt. „Glaubt an euch und euer Durchhaltevermögen. Ihr habt schließlich Großes geleistet und gesellschaftlichen Zusammenhalt vorgelebt.“

Doch bevor die beiden Gäste ans Mikrophon traten, tat das Stefanie Henkel. Sie betonte, dass auch in diesem Jahr Corona eine große Herausforderung für alle gewesen war, um den angestrebten Abschluss zu erreichen. 

„Eine Herausforderung war es auch für uns als Lehrkräfte, euch nach bestem Wissen und Können alles Wichtige weiterzugeben.“ Ohne die Eltern und Erziehungsberechtigten, die ihre Kinder nie im Regen hätten stehen lassen, wäre das Problem vermutlich unlösbar geworden. 

Abschließend dankte sie dem Förderverein dafür, dass er das Geschenk eines inhaltsreichen Sticks möglich gemacht hatte. Ein weiteres Dankeschön ging an die Kolleginnen und Kollegen, die unter Anleitung von Manfred Büsch bei der Vorbereitung und Durchführung dieser Feier geholfen haben. Aber auch jene, die geholfen hatten, die Idee mit dem Regenbogen Realität werden zu lassen galt ein „tausend Dank“.
„Für Eure Zukunft wünschen wir Euch kühlen Regen nach einen heißen Sonnentag UND wir wünschen Euch warme Sonne nach einem nassen Regentag.“

Aber auch die Klassenlehrerinnen und –lehrer meldeten sich zu Wort, wobei nicht selten eine Träne zu bemerken war. Denn alle waren sich einig darin, dass es nicht ganz einfach war, „Tschüss" zu sagen. Letztendlich hätten sich alle Schulabgänger/innen Ziele gesetzt. Genau das sei nicht nur gut, sondern auch wichtig. Sie wünschten ihren ehemaligen Schülerinnen und Schülern, dass sie mit Leistungsbereitschaft und Teamgeist ihre Fähigkeiten nutzen, und so das Ziel erreichen werden.
Die Elternvertreterinnen und –Vertreter sparten ebenfalls nicht mit Worten des Lobes und der guten Wünsche für den weiteren Lebensweg.

Doch da gab es auch sprachlose Darbietungen, welche wahre Beifallsstürme auslösten. Dafür sorgte erst einmal die Trommel-AG, die unter Leitung von Thomas Riedel, die zuerst alle sehr überzeugend begrüßen und sie am Ende auch verabschiedete. Susanne Goerz und Leonie nahmen am Keyboard Platz, um das eigens für diese Feier ausgewählte Lied „Song of Peace“ von Martha Mier zu Gehör zu bringen.
Bevor dann die Abschlusszeugnisse feierlich überreicht wurden, hatte erst „Luke“ seinen großen Auftritt. Denn der schwarz befellte Flatcoated Retriever, welcher Schulleiterin Stefanie Henkel gehört, übergab auf dem roten Teppich in seiner Funktion als Schulhund den Klassenbesten die Zertifikate. Drüber durften sich die Absolventinnen und Absolventen freuen.


Die Trommel-AG wusste unter Leitung von Thomas Riedel zu überzeugen

Susanne Goerz (re.) und Leonie ließen Song of Peace erklingen

Luke überbringt das Zeugnis

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Stefanie Henkel

Marcel Riethig (li.) und Jens Augat zogen gerne die Regenbogen-Masken über

Die guten Wünsche erstrahlten zu einer Sonne

Stefanie Henkel drückt ihrem Luke die Tasche mit einem Zeugnis liebevoll ins Maul

 

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