Regionales / SG Hattorf / Hörden

05.07.2021

Hördener SPD hatte zur informativen Wanderung um den Nüll geladen


Auch die neue Sieberbrücke stieß bei den Wanderern auf großes Interesse

von Petra Bordfeld

Hörden. Elke Kreth-Schumann, die Vorsitzende der SPD-Abteilung Hörden, begrüßte rund 20 interessierte Bürger*innen, die an der Mehrzweckhalle zur Wanderung um den Nüll starten wollten. Unter ihnen war übrigens auch der den Bürgermeister der Samtgemeinde Hattorf, Rolf Hellwig. „Heute geht es bei unserer Wanderung um den aktuellen Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) des Landkreis Göttingen“, so Elke Kreth-Schumann bei ihrer Begrüßung. 

„Wir wollen uns den Verlauf der geplanten Trasse der Umgehungsstraße von Herzberg im Verlauf der B 243 um den Nüll herum, die beiden Vorranggebiete für die geplanten Windkraftanlagen in der Gemarkung Elbingerode und unser Gewerbegebiet im Gänsewinkel anschauen “. 

Der Fraktionsvorsitzende Rudi Armbrecht  übernahm die Führung der Gruppe. Zuerst einmal wurde der Sportplatz umrundet, an der Sieber entlang über die  neue Sieberbrücke zur Hellebreite. Dort hatte Armbrecht die Breite der Trasse mit Fluchtstangen im Gelände abgesteckt, damit sich die Teilnehmer besser vorstellen konnten, wie groß der Flächenverbrauch sein könnte. „Die Trasse selbst wird rund 50 Meter breit sein. Hinzu kommen dann noch die notwendigen Böschungen am Hang und die Wildschutzzäune“, erläuterte er die bestehenden Planungen. „Stellt euch vor, dass die Straße in der Feldmark Hörden von der Hellebreite in Richtung Krumme Breite in die Gemarkung Elbingerode führen und dann parallel zur bestehenden Hochspannungsleitung weiter in Richtung B 27 verlaufen soll.“ 

Nach einer lebhaften Diskussion über mögliche Lärmschutzmaßnahmen und einem Vergleich mit der schon bestehenden Umgehungsstraße um Barbis waren sich fast alle einig, dass die geplante Trasse eine Katastrophe für die Orte Elbingerode und Hörden, besonders aber für die geschützte Natur wäre. „Die Samtgemeinde Hattorf unterstützt die ablehnenden Stellungnahmen der betroffenen Gemeinden Elbingerode und Hörden ausdrücklich“, stärkte Samtgemeindebürgermeister Hellwig den Kritikern den Rücken. 

Vom alten Gerichtsplatz auf dem Nüll waren dann die beiden Vorranggebiete für die neuen Windkraftanlagen im Vergleich zu den bestehenden drei Anlagen gut zu sehen. „Die neuen Windräder sollen rund 250 Meter hoch werden und damit mehr als doppelt so hoch, wie die bereits bestehenden Anlagen“, erklärte Armbrecht. Da sie aber weit genug von der  Gemeinde entfernt stehen sollen, sehe er hier keine Bedenken gegen den Standort. 

Vom Nüll aus ging es Richtung Sackaubrücke an der Kiesgrube der Firma Gropengießer vorbei zum Gewerbegebiet Gänsewinkel. „Hier im Gänsewinkel haben wir allein rund 120 Arbeitsplätze in der Gemeinde Hörden. Im Entwurf des RROP steht davon nichts“, merkte der Fraktionsvorsitzende  kritisch an. „Ein wichtiges Ziel des RROP ist die Stärkung des ländlichen Raumes“, zitierte Hellwig in dem Zusammenhang den Programmentwurf. „Wenn ich dann aber lese, dass Gemeinden wie Hörden nur noch einen Bauplatz im Jahr ausweisen dürfen und die vorhandenen Gewerbegebiete noch nicht einmal erwähnt werden, kann ich nicht erkennen, wie dieses wichtige Ziel erreicht werden soll.“.     

„Nutzt die Zeit bis zum 31. Juli und nehmt selbst Stellung zum vorliegenden Entwurf oder bringt euch bei den Vereinen und Verbänden in Hörden ein, die schon an ihren Einsprüchen arbeiten“, mit diesen Worten motivierte Elke Kreth-Schumann am Ende der informativen Wanderung alle Teilnehmer*innen. Sie brachte aber auch ihre Freude über das große Interesse an dem Thema „RROP“ zum Ausdruck.

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