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02.07.2021

Historische Scholmwehrbrücke verbindet wieder Kirchberg mit der Innenstadt


Der Vorsitzende des Förderkreises Königshütte Hans-Heinrich Hillegeist mit dem zweiten Vorsitzenden Christian Mühl und dem Bürgermeister der Stadt Bad Lauterberg Dr. Thomas Gans bei der offiziellen Wiedereröffnung der Scholmwehrbrücke

Die über 115 Jahre alte Wehrbrücke wurde nach der Sanierung am Samstag feierlich wiedereröffnet

von Herma Niemann

„Die lange Zeit des Wartens ist vorbei, wir haben sie endlich wieder“, freute sich der Bürgermeister der Stadt Bad Lauterberg, Dr. Thomas Gans. Nach zehn Monaten Bauzeit konnte am Samstag die sanierte und unter Denkmalschutz stehende Scholmwehrbrücke in Bad Lauterberg offiziell wiedereröffnet und den Fußgängern und Radfahrern wieder zugänglich gemacht werden.

Dass den Bad Lauterbergern diese alte Wehrbrücke, ursprünglich aus dem Jahr 1733, sehr am Herzen liegt, machte die große Bürgerbeteiligung bei der Wiedereröffnung an dem Vormittag deutlich. Alle an dem Projekt Beteiligten könnten sehr stolz darauf sein, was hier, vor allem auch in viel ehrenamtlicher Arbeit, geleistet worden sei, so der Bürgermeister weiter.

Das ganze Projekt sei nicht von heute auf morgen realisierbar gewesen, die erste Präsentation der Sanierungspläne sei in 2019 erfolgt. Europäische Leader-Mittel von etwa 160.000 Euro und eine Kofinanzierung der Stadt Bad Lauterberg in Höhe von 42.000 Euro haben es ermöglicht, dass das Projekt durchgeführt werden konnte. „Das war ein Kraftakt. Wer selbst ein Bauvorhaben auf dem Plan hat, kennt die damit einhergehenden Verzögerungen. Da kann man nur sagen: Willkommen im Club“, so Gans humorvoll.

Der Bürgermeister dankte Brüssel für die Förderung, allem am Bau beteiligten Firmen sowie dem Stadtrat und den Fraktionen, die sich für eine Kofinanzierung ausgesprochen hatten, wofür Gans viel Applaus erntete. Dass dieses Projekt realisiert werden konnte, habe man hauptsächlich den Vorarbeiten und dem Wirken des zweiten Vorsitzenden des Förderkreises Königshütte, Dr. Christian Mühe, zu verdanken, lobte Gans. Auch der Vorsitzende des Förderkreises, Hans-Heinrich Hillegeist, hob das Engagement von Mühe hervor, der viele ehrenamtliche Stunden in dieses Projekt investiert habe. „Das Projekt ist ein Riesenerfolg“, so Hillegeist „wir freuen uns, dass die Brücke endlich fertig geworden ist, das war unser sehnlichster Wunsch“. Auch wenn es hier und da Verzögerungen gegeben habe, dankte Hillegeist den Unternehmen für die anspruchsvoll ausgeführten Arbeiten, die teilweise sogar kostenlos als Spende erfolgten.

Die Scholmwehrbrücke, so Hillegeist, sei 1733 so wie es damals im Harz üblich gewesen sei, in Holzbauweise errichtet worden und war Teil des heutigen Industriedenkmals Königshütte. Der 1,4 Kilometer lange Hüttengraben habe die Eisenhütte mit Wasser versorgt. Ein Hochwasser im Jahr 1833 hatte die gesamte Holzkonstruktion zur Seite gedrückt. Auch wenn die Königshütte sich damals in schwierigen Zeiten befunden habe, wurde die Brücke wieder aufgebaut. Im Jahr 1904 zerstörte ein erneutes Hochwasser die Brücke. Der Wiederaufbau erfolgte in Beton- und Eisenbauweise. Zu der Zeit befand sich die Königshütte bereits in privater Hand. Seit 1923 besteht zwischen der Stadt Bad Lauterberg und der Königshütte mit Rudolf Holle als Eigentümer eine Vereinbarung zur Nutzung. Wie Hillegeist sagte, hätten zwar die jüngsten Hochwasser der Brücke nichts mehr anhaben können, dennoch habe die Witterung für Korrosion gesorgt. „Die Scholmwehrbrücke ist mehr als nur nur die wichtigste Verbindung vom Kirchberg zur Innenstadt, sie ist ein Wahrzeichen von Bad Lauterberg“, so Gans.

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Viele Einwohner nutzten sofort nach der Freigabe die Möglichkeit, über die alte Wehrbrücke über die Oder zu spazieren

Die Scholmwehrbrücke ist nach rund zehn Monaten Bauzeit frisch saniert.

 

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