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08.06.2021

Endlich wieder wandern in kleiner Gruppe


Die erste Wanderung seit langem führte den Wanderklub mit ohne Stempel in das Thumkuhlental in Sachsen-Anhalt

Der private „Wanderklub mit ohne Stempel“ um den Gittelder Harald Hartje wanderte durchs Thumkuhlental.

von Herma Niemann

Gittelde/Wernigerode. „Die Corona-Zahlen sinken, die Wander-Kilometer steigen“, sagt der Gittelder Harald Hartje humorvoll und freut sich darüber, dass der private „Wanderklub mit ohne Stempel“ seit langem mal wieder eine ausgedehnte Wanderung unter den geltenden Abstands- und Hygieneregeln machen konnte.

„Endlich mal wieder wandern in der Gruppe“. Der Wanderklub orientiert sich schon seit vielen Jahren an den Routen der Harzer Wandernadel, und so führte diese erste Tour die Gruppe über zwölf Kilometer von Hasserode (Wernigerode) durch das Thumkuhlental. Fast wie bestellt, war auch das Wetter ideal, mit Sonnenschein und 21 Grad Celsius. Startpunkt war frühmorgens am Lossen-Denkmal.

Das Lossen-Denkmal ist eine von einem offenen gusseisernen Gitter umzäunte Gruppe von Gesteinsproben, an deren höchstem mittleren Stein ein gegossenes Medaillon mit dem Porträt des deutschen Geologen Karl August Lossen sowie auf der Vorder- und Rückseite mehrere Gedenktafeln angebracht sind. Es wurde im Jahre 1896 vom Naturwissenschaftlichen Verein des Harzes zum Gedenken an den bedeutenden und drei Jahre zuvor verstorbenen Geologen Prof. Dr. Karl August Lossen errichtet. Der Wissenschaftler schuf unter anderem eine geologische Kartierung des Harzes und veröffentlichte diverse weitere Arbeiten zu diesem Thema. Weiter ging es zur Wasserkunst auf dem geologischen Lehrpfad.

An diesem Lehrpfad, der an alten Stolleneingängen vorbeiführt, geben Schautafeln einen Einblick in die Bergbaugeschichte des Hasseröder Reviers. Dort wurde auch eine Wasserkunst mit Wasserrad, Feldgestänge und Pumpenturm originalgetreu aufgebaut. Dort konnten die Teilnehmer ihren ersten Stempel „einkassieren“. Mit einem moderaten Einstieg über einer Länge von zwei Kilometern gelangte die gut aufgelegte Gruppe zum Otto-Felsen, der zweiten Stempelstelle des Tages. Der Otto-Felsen kann über steile Eisenleitern erklommen werden. Belohnt wird man mit einer tollen Aussicht zum Brocken und auf Wernigerode.

Nach einer ausgedehnten Frühstückspause folgte die Truppe dem Weg zum Gasthaus Steinerne Renne entlang des Flüsschens Holtemme mit Besichtigung des kleinen Wasserfalls. Der Fluss hat hier in Millionen von Jahren eine bizarre Schlucht aus Granitstein und zahlreiche Wasserfälle und Stromschnellen geformt. Die Holtemme ist ein 47 Kilometer langer Nebenfluss der Bode in den Landkreisen Harz und Börde in Sachsen-Anhalt.

Auf dem Rückweg nach Hasserode mussten die Wanderer jedoch feststellen, dass die Beschilderung doch etwas zu Wünschen übrig ließ. „Die Beschilderung war schlecht und nur durch Zufall irgendwann zu entdecken“, so Hartje, der zum Glück auf die Stempeltourenkarte der Harzer Wandernadel mit 111 Rundtouren zu den 222 Stempelstellen der Harzer Wandernadel schwört.

„Der Tag heute mit der Wanderung war wieder mal wie ein Urlaubstag“, freute sich eine Teilnehmerin der Wanderung. Sollten die Corona-Zahlen es zulassen, möchte die Gruppe wieder regelmäßig alle 14 Tage wandern, um für eine ganz besondere Tour zu trainieren. Im September soll es die Wanderfreunde nämlich nach Portugal führen, für rund 104 Kilometer auf dem Jakobsweg.

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Das Denkmal für den deutschen Geologen Karl August Lossen in Hasserode

Der Otto-Felsen ist über steile Eisenleitern zu erklimmen und belohnt mit einem Blick auf den Brocken

 

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