Regionales / Gem. Bad Grund / Gittelde/Teichhütte

06.05.2021

Ortsrat spricht sich geschlossen gegen Standort für Windenergie aus


Die stetig wachsende Nachfrage nach Krippenplätzen im DRK-Kindergarten in Gittelde rechtfertigt den geplanten Krippenanbau

Die Neuordnung des Regionalen Raumordnungsprogramms des Landkreises Göttingen war Thema im Gittelder Ortsrat

...von Herma Niemann

Die Neuordnung des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) stand im Mittelpunkt der Ortsratssitzung, die am Montag coronaconform im Vereinsheim der DLRG Ortsgruppe Westharz stattfand. Bis zum 31. Juli können Städte, Kommunen, Bürger, Vereine und Verbände ihre Stellungnahmen zum RRPO beim Landkreis Göttingen einreichen (wir berichteten).

Wie der Bürgermeister der Gemeinde Bad Grund, Harald Dietzmann, in der Sitzung berichtete, habe man in einem informellen Vorgespräch die vier wichtigsten Themenschwerpunkte für die Gemeinde heraus kristallisiert: die zwei Flächen Windenergie am Sollieshai, die Städtebauplanung Siedlungsflächen, der Tourismus für die Bergstadt und die verorteten Wasserschutzgebiete.

Jede Ortschaft der Gemeinde müsse die Themenschwerpunkte für sich diskutieren, wie auch die Fachausschüsse jeden Bereich aus der eigenen Perspektive behandeln würden, so Dietzmann. Ziel sei jedoch, eine gemeinsame Stellungnahme zu entwickeln mit Strategien und Anmerkungen, die nachdem der Gemeinderat darüber entschieden habe, dem Landkreis zugestellt werden soll. In der Diskussionsrunde fragte Martin Dill (CDU), ob die Möglichkeit bestehe, die Energieform Wind gegen eine andere alternative Energiegewinnung auszutauschen, zum Beispiel durch PV-Anlagen. Hierzu sagte Dietzmann, dass er bei einem möglichen Austausch der Energiegewinnungsart keine Kompensationsmöglichkeit sehe. „Die Windenergie ist eine sinnvolle Energie, aber sie muss ausgewogen eingesetzt werden“, so Dietzmann.

Vorschlagbare andere geeignete Flächen für Windkraft sehe Dietzmann in der Gemeinde nicht. „Selbst der Landkreis sieht die Flächen als nur bedingt geeignet und die Sichtbeziehung vom Vorland in den Harz wird stark beeinträchtigt. Außerdem befindet sich der Sollieshai im Landschaftsschutzgebiet Harz“. Dietzmann erwähnte auch die Beeinträchtigungen für die Tierwelt mit den Vorkommen des Rotmilans und der Fledermäuse. Zudem müsse man bedenken, dass gerade die Region am Sollieshai als Erdfall deklariert sei. Zu Dills Frage, ob man man überhaupt eine Chance habe, die ausgewiesenen Vorranggebiete aus dem RROP herauszunehmen, sagte der Verwaltungschef, dass sich der Landkreis erst einmal mit den Bedenken auseinander setzen werde und das Gesamtbild betrachten müsse. Dazu sei es notwendig, viele brauchbare Argumente vorzutragen. Der Ortsbürgermeister, Olaf de Vries (SPD), merkte an, dass ihn viele kritische Anrufe aus Gittelde, Münchehof und Stauffenburg zu diesem Thema erreichen würden. „Wir sind nicht gegen Windkraft als Energiegewinnung, aber wir sind gegen den Standort“, so de Vries. Der Ortsrat stimmte einstimmig dafür, in der Stellungnahme erhebliche Bedenken gegen die ausgewiesenen Vorranggebiete zu äußern.

In seinem Bericht erwähnte Dietzmann außerdem, dass die Baugenehmigung für den Sparkassen-Selbstbedienungsterminal, der auf dem Einkaufsgelände in Teichhütte errichtet werden soll, auf dem Weg sei. Zudem habe der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) seine Ortschronik für das Jahr 2020 zusammengestellt. Verschiedene Berichte aus Tageszeitungen, digitalen Medien, Online-Portalen, über digitale Andachten und Gottesdienste seien von Uwe Kipp und dem Ortschronisten-Team zusammen gestellt worden, die sich hauptsächlich mit dem Thema Pandemie beschäftigen. Eine Auswahl davon könne auf der Homepage des HGV eingesehen werden.

Zum Thema Krippenanbau an den Gittelder DRK-Kindergarten sagte Dietzmann, dass es diesbezüglich zwar im vergangenen Fachausschuss einige Diskussionen gegeben habe, die aktuellen Anmeldezahlen aber zeigen würden, dass Anbau gerechtfertigt sei. „Wir sehen, dass die Nachfrage nach Krippenplätzen stetig wächst“.

Olaf de Vries betonte in seinem Bericht, dass die gelungene Spendenaktion der Kirche zum Erhalt des Torbogens zeige, dass die dörfliche Gemeinschaft in Gittelde in Ordnung sei. Weiter informierte er darüber, dass in der Neustadt und am Schülerteich jeweils eine Blühwiese entstehen soll. Karin Blume-Gebhardt (SPD) regte in der Sitzung an, ob nicht am Schülerteich eine oder mehrere fest installierte Liegen zur Naherholung angebracht werden können. Die Kosten dafür könnten eventuell aus dem Dorfbudget des Landkreises gefördert werden.
 

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Der Ortsrat Gittelde beschäftigte sich in seiner Sitzung mit den im RROP ausgewiesenen Vorranggebieten für Windenergie im Sollieshai

 

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