Regionales / SG Hattorf / Hörden

22.04.2021

Ausschuss für BPSO begab sich auf den Friedhof


BPSO-ausschussvorsiteznder Harlad Reinhard begrüßt alle Sitzungsteilnehmer

...von Petra Bordfeld

Der Ausschuss der Samtgemeinde Hattorf für Bauen, Planen, Sicherheit und Ordnung (BPSO) hatte zu seiner Sitzung unter freiem Himmel, genauer gesagt, auf dem kommunalen Friedhof geladen, der in Hörden gelegen ist. Und neben den Mitgliedern fanden sich auch interessierte Bürger und Ratsmitglieder ein. Sie alle wollten wissen, welche Änderungen geplant sind.

Vorsitzender Harald Reinhardt brachte bei der Begrüßung nicht nur seine Freude über das große Interesse zum Ausdruck, sondern auch darüber, dass jetzt langsam Bewegung in dem in Vertretung der Bürger schon vor geraumer Zeit gestellten SPD-Antrag gekommen ist.  Er mahnte aber auch an, dass niemand erwarten dürfe, dass alle Wünsche noch in diesem „Restjahr“ gestemmt werden könnten, auch wenn dafür Gelder im Haushalt der Samtgemeinde bereit gestellt wären.  

Dann übergab er dem Hördener Ratsherr und Ausschussmitglied Rudi Armbrecht das Wort, der zu einem sehr informativen Rundgang einlud. Zuerst wurde das Ehrenmal in Augenschein genommen, welches schon seit vielen Jahrzehnten zwischen zwei sehr hohen Scheinzypressen (Chamaecyparis lawsoniana) steht. Da diese beiden für moosbegünstigende Beschattung sorgen, sollen sie abgeholzt und durch andere Säulenbäume ersetzt werden. „Das Moos muss dringend weg, weil sonst das Ehrenmal in Mitleidenschaft gezogen wird. Denn häufiges Sandstrahlen wäscht die Buchstaben raus“, so Armbrecht.

Aber nicht nur die Bäume standen zur Diskussion, sondern auch das zurzeit mit Bodendecker bepflanzte Vorfeld. Da diese Pflanzen auch schon etwas außer Kontrolle gewachsen sind und der Weg zum Ehrenmal hin verbreitert werden soll, müsste sich auch da etwas ändern. Wenn dort kleine Bodendecker oder kleinere Gehölzer wie etwa die „Flache Heide“ eingepflanzt würden, sei auch die Verbreiterung des Weges, der nur zweimal im Jahr genutzt wird, problemlos machbar.

Einig waten sich die Mitglieder und die Gäste des BPSO-Ausschusses darüber, dass man mittlerweile lang genug auf eine Verbesserung gewartet hätte. Diese müsste auch  vor dem Volkstrauertag abgeschlossen sein, obwohl den Bäumen laut Gesetz erst Anfang Oktober an den Stamm gegangen werden darf.
Aber auch die Gestaltung des anonymen Grabfeldes, welches zurzeit von einer schlichten Grasfläche abgedeckt ist, soll verbessert werden.  Man war sich einig, dass es doch möglich sein müsste, diese mittels pflanzlicher Blickfänge aufzulockern. So wurde sich am Ende der Diskussion einstimmig für eine Staudenlösung ausgesprochen.

Genau gegenüber der Gedenkstelle, wo Angehörige, der auf dem anonymen Grabfeld Beigesetzten, Erinnerungen hinstellen dürfen, sollen jetzt auch zwei Bänke aufgestellt werden, die dann zum Verweilen einladen. 

Zwar auch eine Bank, aber insbesondere ein Stele soll auf einer großen Grasfläche platziert werden, auf der einst große Gräber zu finden waren. Rudi Armbrecht betonte, dass sich der kommunale Friedhof in Hörden mit dieser Fläche geradezu dafür  anböte, eine halbanonyme Fläche einzurichten. An der Stele  sollen dann kleine Platten befestigt werden, die die Namen der auf der Fläche beerdigten Personen tragen. Auch wenn so eine Stele nicht gerade preiswert sein dürfte, sei so ein halbanonymes Grabfeld die  Zukunft dieses Friedhofs. Armbrecht schlug auch die Einrichtung einer Gedenkstelle ein. „Die ist einfach zu machen, dafür braucht man kein Ing-Büro ran holen“. Ein Beschluss darüber, ob diese Idee verwirklicht werden könnte, wurde aber noch nicht gefasst, denn für dieses Vorhaben müsste auch die Friedhofssatzung geändert werden. Hierüber soll zunächst in der Fraktion und der Gruppe im Samtgemeinderat diskutiert werden.

Bei den benachbarten  Flachgräbern, auf denen kleine Platten liegen, wurde noch einmal darauf hingewiesen, dass es verboten ist, darauf irgend einen Gegenstand zum Gedenken drauf zu stellen. Damit man auch auf Abstand auf diesen Platten die Namen derer, die darunter beigesetzt sind, lesen könne, wurde überlegt, aber nicht beschlossen, diese etwas anzuschrägen.

Bei dem mit Holz eingezäunten Grünabfallplatz angekommen, waren sich alle in ihrem Ärger über die Gedankenlosigkeit derer einig, die dort nicht nur Grünzeug, sondern von Plastik über Glas alles reinschmeißen, was sie nicht mit nach Hause nehmen wollen. Nach der Diskussion über das Aufstellen von Mülltonnen oder eines Containers war am  sich einig, dass einfach zwei Seiten des Zaunes neugestaltet werden sollen, damit man nicht schon durch die Spalten das Chaos sieht. Denn, so die einstimmige Meinung, wenn man Mülltonnen oder Container aufstellt oder den Zaun erhöht, dann dürften diese Möglichkeiten noch schärfer missbraucht werden.

Bevor sich alle in Richtung Parkplatz in Bewegung setzten, fiel noch der Beschluss, den Friedhofsweg, vom Straßeneingang aus linksseitig den Sportplatz-Charakter in der Form zu nehmen, dass vier  Rotdornbäume angepflanzt werden. 

Auch die Parkfläche soll umgestaltet werden. Denn zurzeit ist es meist nur möglich, rückwärts auf die Hauptstraße zu kommen. Und genau das sei bei einem Durchgangsverkehr von rund 6 000 Autos am Tag nicht selten ein Glücksspiel, so Harald Reinhardt. Man war sich einig, dass im hinteren Bereich der Fläche durch das Wegnehmen einiger Kantsteine einen kleinen Wendehammer herzustellen. Für diese Änderung brauchen übrigens die Bäume nicht weichen. Die beiden behindertengerechten Parkplätze sollen in den vorderen Bereich des Platzes an die Kreisstraße verlegt werden. Die Wirkung dieser ersten, einfachen und kostengünstigen Lösung wird dann beobachtet und im nächsten Jahr wieder den BPSO beschäftigen.

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Diese beiden Scheinzypressen am Ehrenmal werden weichen müssen

Die „wilde“ Nutzung des Grünabfallplatzes stieß auf Unverstädnis


An Ende des Friedhofsparkplatzes soll ein kleiner Wendehammer entstehen

 

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