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14.04.2021

DRK Familienzentrum möchte im Grundner Wohnzimmer mitwirken


Claudia Körner, Birgit Sturm und Dagmar Roszak (v. l.) freuen sich auf die Zusammenarbeit

...von Petra Bordfeld

Auch wenn das in der Osteroder Straße 3 gelegene „Wohnzimmer“ momentan nicht zum Verweilen einladen darf, schauten Claudia Körner, die Koordinatorin und Leiterin der DRK-Familienzentren Osterode/Bad Grund, und Dagmar Roszak, Mitarbeiterin des DRK-Familienzentrums Bad Grund, zu einem Gedankenaustausch mit Birgit Sturm, der Sprecherin diese Projektes der ZukunftsBergstadt Bad Grund vorbei.

Die beiden DRK-Frauen hatten bereits erste Gespräche mit Birgit Sturm und auch Stephan Mantel, dem Fachbereichsleiter Familie und Soziales geführt und wollten jetzt zusammen mit der Sprecherin des „Wohnzimmer“-Teams aus den ersten Gedanken Nägel mit Köpfen machen.

Als sie die Räumlichkeit betraten,  in der sich  einst eine Schlachterei und zuletzt das Restaurant „Alte Wurstküche“ befanden und die mittlerweile zu einem Treffpunkt der Generationen umfunktioniert wurden, stellten sie fest, dass dort nicht nur eine gemütliche Sofa-Ecke zum Verweilen einlädt. Dort steht auch ein Schrank mit den Füßen nach oben und geöffneter Tür. Er dürfte vermutlich den kleinsten Flohmarkt der Bergstadt beherbergen. Sein Inhalt wird immer wieder geändert, gleich ob sich Interessenten für das eine oder andere Utensil finden oder nicht. Und es sind dort große Mengen an wirklich schönem Geschirr zu sehen, was sorgsam sortiert darauf wartet, mitgenommen und genutzt zu werden.

Die beiden Besucherinnen erfuhren aber auch, dass das „Wohnzimmer“ eingangs den Titel „Wilde wüste Wurstküche“ trug, und dass es galt, im Juli des vergangenen Jahres erst einmal drei Container anzufordern, die am Ende der Entrümpelungsaktion auch prall gefüllt waren.  „Es stand fest, dass man etwas Gemeinschaftliches und auch Nachbarschaftshilfe auf die Beine stellen wollte“, so Birgit Sturm. Weil die Gemütlichkeit dabei nicht zu kurz kommen sollte, sei man beim Namen „Grundner Wohnzimmer“ gelandet. 

Nach dem Platzmachen und Renovieren konnte dann das „Wohnzimmer“ unter dem Motto „Teilen und Tauschen von Dingen, Ideen, Zeit und Wissen“ tatsächlich ab Mitte Oktober öffnen.  Der zweite Lock Down sorgte jedoch dafür, dass der Schlüssel wieder auf „Abschließen“ gedreht werden musste. „In den vierzehn Tagen war richtig viel Leben in diesem Raum“, so Birgit Sturm.

Im „Wohnzimmer“ darf übrigens nicht „nur“ etwas erworben, sondern auch getauscht oder gar ausgeliehen werden.  Letztendlich hat nicht jeder all das zu Hause, was er gerade mal dringend benötigt. Ob das nun ein Bügeleisen, ein Wasserkocher, Besteck oder ein 24-teiliges Geschirr sind, alles darf ausgeliehen werden. Wer irgendetwas in seinen Besitz bringen und es gegen ein anderes Utensil eintauschen möchte, hat dazu ebenfalls die Möglichkeit. Übrigens steht im „Wohnzimmer" ein hübsches Schwein, welches darauf wartet, mit Finanzen gefüttert zu werden - „damit auch die Miete gezahlt werden kann“.

Bevor etwas Brauchbares weggeschmissen wird, darf es auch zu Corona-Zeiten vorbei gebracht werden. Dafür ist montags von 16 bis 17 Uhr sowie  dienstags von 15 bis 16 Uhr und 18 und 19 Uhr jemand vor Ort. Anderweitige Terminabsprachen können unter der Telefonnummer 05327 – 829428 getroffen werden. Auf der anderen Seite der Leitung wartet ein Anrufbeantworter darauf, dass er nicht leer ausgeht. 
Claudia Körner und Dagmar Roszak wollten an diesem Nachmittag keine Gegenstände, sondern Gedanken tauschen. Denn das DRK-Familienzentrum Bad Grund wird in der Corona freien Zeit immer dienstags von 10 bis 13 Uhr zugegen sein, um Fragen zu beantworten. 

Im Prinzip sei das Familienzentrum Osterode/Bad Grund auf der Suche nach Kooperationspartnern gewesen. Dabei seien sie auf das  „Wohnzimmer“ gestoßen. Mit dem ist eine Zusammenarbeit ebenso angestrebt, wie mit dem Begegnungsmarkt. „Wir wollen schließlich wirklich nichts verkaufen, sondern Hilfe und Ratschläge  anbieten “. So schwebe ihnen beispielsweise vor, den Kindern Bastelarbeiten oder Spiele zu präsentieren. „Insbesondere Kinder dürfen nicht außen vor bleiben“. Sollte es im „Wohnzimmer“ oder auf dem Markt einen Basar geben, werde man auch zugegen sein.

Weiter sind im Grundner Wohnzimmer eine Informationswand für laufende Projekte im Ort, Hausaufgabenhilfe, Erzählnachmittage und Näh- beziehungsweise Strickkurse geplant. Ein philosophischer Abend steht schon in den Startlöchern. Diejenigen, die sich dazu bereits angemeldet haben, warten sehnsüchtig darauf, dass es endlich losgehen kann.

Wenn das soweit sein wird – also die Corona Maßnahmen es zulassen - ist das „Wohnzimmer“ montags bis freitags zu festen Zeiten geöffnet, die dann kurzfristig bekannt gegeben werden. “Und wer am Wochenende zuhause kein Fußball (mit) gucken will, kann gerne zum Klönen hierher kommen“, schmunzelt Birgit Sturm – soll heißen, dass auch samstags und sonntags flexibel geöffnet sein kann. 
Sie lässt auch durchblicken, dass der große Raum hinterm Wohnzimmer, der „Hippie Raum“, darauf wartet, fertig gestellt zu werden. Seine Konstruktion dürfte viele Phantasien erwecken und möglich machen. „Wir haben eine Menge vor,  unsere Geduld wird getestet, aber wir machen es!“ Und das DRK-Familienzentrum Osterode/Bad Grund wird dabei sein.

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Claudia Körner (li.)  und Dagmar Roszak sind begeistert, als Birgit Sturm (re.) den wohl kleinsten Grundner Flohmarkt vorstellte

 

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