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24.03.2021

Corona-Pandemie: Sicherheit der Menschen hat bei Lockerungen stets Vorrang


...Stadt Göttingen

Mit Blick auf bundesweit steigende Inzidenzwerte der Corona-Infektionen macht Petra Broistedt, Dezernentin für das Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis Göttingen, deutlich: „Die Pandemie wird uns noch länger beschäftigen. Deshalb ist es richtig und wichtig, Strategien zu entwickeln, wie die Menschen sicher mit der Pandemie leben können. Dazu zählen auch Lockerungen und Öffnungen. Dies geht aber ausdrücklich nur, wenn die Sicherheit der Menschen dadurch nicht gefährdet wird und die Infektionslage dies zulässt.“

Auf mögliche Lockerungen will die Stadt gut vorbereitet sein. „Wir stellen jetzt die Weichen, um zu gegebener Zeit startklar zu sein und Schritt für Schritt mit Öffnungsszenarien starten zu können“, so Broistedt. Die bereits verfügten Lockerungen für Zusammenkünfte bei einem Inzidenzwert von unter 35 sind in diesem Licht zu bewerten: Sie treten nur dann in Kraft, wenn die allgemeine Lage dies zulässt. „Es ist unser erklärtes Ziel, weitere Lockerungen nur mit einer gut unterlegten Test-Strategie anzugehen.“ Essenziell seien weiterhin die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln, das Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie vor allem die Erhöhung der Impfquote – hier sei die Stadt leider abhängig von den Impfstofflieferungen des Landes. Zuletzt bedürfe es eines deutlichen Ausbaus von Schnelltestkapazitäten. Hier drücke die Stadt gerade sehr auf die Tube. Nur, wenn sich alle Göttinger*innen regelmäßig testen lassen könnten, seien sichere Freizeitaktivitäten, Restaurantbesuche oder Einkäufe denkbar.

Göttingen strebe an, vom Land als Modellkommune „Sichere Stadt durch Schnelltests“ anerkannt zu werden. In der Modellphase könne mit einzelnen Einrichtungen geschaut werden, welche Schritte in die richtige Richtung gingen und an welchen Schrauben noch gedreht werden müsse. „Was sich als nicht hilfreich erweist, muss dann auch konsequent wieder eingestellt werden“, verdeutlicht die Dezernentin. Sie sei aktuell im Austausch mit Sportvereinen und kulturellen Einrichtungen, um gemeinsam zu prüfen, wie eine gute Öffnungsstrategie umgesetzt werden könne. „Denkbar ist, dass beispielsweise kulturelle Einrichtungen wie Theater oder auch einzelne Sportvereine öffnen dürfen. Ein Besuch oder ein Training wären nur nach vorherigem Test mit negativem Ergebnis möglich.“ Dabei gelte aber: ein negatives Testergebnis dürfe nicht als Freifahrtschein für anschließende Feiern gesehen werden. Wenn sich das Konzept als praktikabel erweise, könnten nächste Schritte erprobt werden – oder die Strategie werde angepasst.

All das hänge davon ab, genügend Testkapazitäten bereit zu halten. „Wir sind gerade dabei, hier massiv auszubauen und in Stadt und Landkreis entsprechende Testmöglichkeiten vorzuhalten.“ Alles müsse gut vorbereitet sein, damit die Menschen sich einerseits auf die Optionen verlassen können und zugleich ihre Gesundheit nicht gefährden. Angesichts der beschlossenen Verlängerung des Lockdowns bis zum 18. April 2021 sei sie nicht optimistisch, dass es kurzfristig zu Lockerungen kommen könne.

 

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