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17.03.2021

Heinz Bierwirth funktionierte eine Standuhr zum Insektenhotel um


In diese Villa dürfen auch Insekten einziehen

...von Petra Bordfeld

Weil das hölzerne Gehäuse der Standuhr, welche er und seine Frau zur Silbernen Hochzeit vor etlichen Jahren erhalten sollten, immer noch kein Uhr- und Schlagwerk beinhaltet, ließ er darin im wahrsten Sinne des Wortes ein „First Class“-Insektenhotel entstehen.

Die Rede ist von Heinz Bierwirth, der fast „294“ Jahre in sieben Vereinen ehrenamtlich aktiv gewesen war und ist und damit seit 1965 mehr als fünf Ämter im Jahr innehatte. Allein „112“ Jahre davon war und ist er als Sänger im Gemischten Chor Hörden zu hören, im HHC als aktiver Wagenbauer,  Leiter des Männerballetts und  als „Pastor“  bei der „Ausgrabung“ und bei der „Beerdigung“ des Karnevals in Aktion.
Die meiste Zeit, nämlich 65 Jahre, ist er im Turnverein Hörden anzutreffen. Jüngling in seine Vereinsvielfalt ist dahingegen die offene Singgruppe Hörden/Elbingerode. Denn darin erhebt er erst seit vier Jahren seine Stimme.

Mit seinem 70sten Geburtstag im vergangen Jahr wollte der Ehrenturnwart des Turnkreises Osterode, der dort 40 Jahre als Oberturnwart tätig war,  seine Aktivitäten im Vereinsleben etwas runterschrauben. Und er hält sein Wort, denn er hat schon das eine oder andere Amt abgegeben. „Ich brauche endlich auch Zeit für meine Hobbys, die ich mir vor sechs Jahren zugelegt habe“. 

Mittlerweile  ist er in seiner Freizeit zum Holzwurm „mutiert“ und richtete mit seinem Sohn Mario, der Tischlermeister ist, über Garage und Freizeitraum eine Werkstatt ein, die so alles aufweist, was ein Holzhandwerker braucht. „Man braucht ja schon allein für jedes Holz ein anderes Sägeblatt, um ungewollte Überraschungen zu vermeiden“. Sein Sohn, der selbst viele Restaurierungen durchführt, hat auch immer die richtigen Tipps parat.

Angefangen hat Heinz Bierwirth mit Insektenhotels, Vogelhäusern und Nistkästchen. Die ersten Werke sind in der Natursportgruppe entstanden, die er übrigens auch  mal ins Leben gerufen hat. Da es darin aber einen Generationswechsel gegeben hat und jetzt ausnahmslos Kinder anzutreffen sind, fertigt er diese tierischen Wohnungen allein. „Ich kann keine Kinder an die Maschinen lassen“. Trotzdem lässt er kein Kind draußen stehen, das mal zuschauen möchte, wie Nistkästen, Vogelhäuser und Insektenhotels entstehen.

Nicht „nur“ bei denen, sondern auch bei den Erwachsenen stehen auch die Osterfackeln in hohem Kurs. Schließlich haben all die, welche eine Fackel entzünden wollen, selbst Hand mit angelegt, in dem sie den Tannenbaum bei Bierwirths vorbeibringen. Da aber aufgrund von Corona im letzten und diesem Jahr die Nachfrage nicht gerade groß ist, produzierte er nicht einfach drauf los. „Sie werden zwar nicht schlecht, aber das lange Liegen tut ihnen auch nicht gut“.

Bestimmt nicht so nebenbei lässt der Hobbykünstler aus zumeist Fichte, aber auch aus Buche oder Eiche Tiere jed welcher Art entstehen. Dabei spielt nicht immer die Phantasie die erste Geige. Denn ab und an kommt auch jemand vorbei, der ein Foto aus der Tasche zieht, auf dem nicht selten der beste Freund des Menschen zu sehen ist. Mit dieser Vorlage deichselt Bierwirth dann den Hund oder ein anderes Tier, gleich welcher Rasse oder Größe er ist.  Es gibt allerdings eine Ausnahme: das Pferd. „Die Größe passte hier oben nicht so ganz rein, und runter kriegten wir das hölzerne Ross auch nicht heile“.

Schwerpunktmäßig lässt er aber die Tiere und Stelen sowie Winter- oder Osterdeko „einfach“ so entstehen. Die Vorlagen sind dann in seinem Kopf und warten darauf über seine Hände ans Holz zu gelangen. Wer mal vor Corona noch stattgefundene Weihnachtsmärkte in Wulften oder zum Hördener Herbstzauber unterwegs gewesen ist, der durfte die Arbeiten nicht nur bestaunen, sondern auch käuflich erwerben. Wenn alles gut geht, wird übrigens am 17. Oktober  in der Zeit von 15 bis 20 Uhr nach einem Jahr Zwangspause wieder zum Herbstzauber eingeladen.

Wer allerdings nichts auf Wunsch fertigen lassen, sondern erwerben möchte, schaut auch eben mal so, auf einen kurzen Schnack bei ihm vorbei. Es hielten sogar schon mal Bremer Bürger  an, weil sie von der Werkstatt gehört hatten.

In der ist zurzeit eine Weihnachtspyramide am Entstehen, die nach der Fertigstellung stolze 4,30 Meter Höhe haben wird. Denn Heinz und Mario Bierwirth haben sich vorgenommen, die Weihnachtsgeschichte aus Birke und Fichte  in dieser Größe entstehen zu lassen, damit sie auf dem „Brunnen“ hinter der ehemaligen Gaststätte „Hördener Krug“ aufgestellt werden kann. Während das Holz nicht mit Farbe versehen werden, sondern in voller Natur unter der Innenbeleuchtung erstrahlen soll, werden die Figuren in warmen Farben zum Verweilen einladen. Damit die Pyramide auch wirklich errichtet werden kann, werden übrigens noch Spender gesucht. 

„Wir haben schon jetzt angefangen, weil das Jahr schnell hin ist“, so Heinz Bierwirth, der auch wissen lässt, dass dieses neue „Bauwerk“ bis zum 6. Januar 2022 stehen bleibt, dann wird es nämlich von einer Weihnachtslandschaft „abgelöst“, die  dann wieder der Osterdeko weichen wird. Bevor dann wieder die Pyramidenzeit beginnt, nimmt die Herbstzeit in Form von Kürbissen Platz.

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Heinz Bierwirth darf mit Recht stolz auf dieses ungewöhnliche Insektenhotel sein

Er hat auch sportliche Insektenhotels gebaut

 

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