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22.02.2021

stay#dorfkind: Modellprojekt fördert Jugendarbeit im ländlichen Raum



Walkenried, Scheden und Wollbrandshausen/Rollshausen ausgewählt

 ...LK Göttingen

An drei Standorten im Landkreis Göttingen baut das Modellprojekt stay#dorfkind bis zum Jahr 2024 sogenannte demokratische Jugendkulturdörfer auf. Dort soll es in Zukunft durch das Team des Modellprojekts jugendkulturelle Angebote geben, mit denen junge Menschen auch in ihren ländlichen Wohnorten erreicht werden.

Als Standorte sind ausgewählt: die Gemeinde Walkenried (mitsamt der Ortsteile Wieda und Zorge), die Gemeinde Scheden (inklusive der Ortsteile Meensen und Dankelshausen) sowie ein Zusammenschluss der Gemeinden Wollbrandshausen und Rollshausen in der Samtgemeinde Gieboldehausen.

Die Auswahl der Standorte durch das Modellprojekt fand seit dem Projektstart durch eine intensive Sozialraumanalyse an unterschiedlichen Orten statt. In dieser wurden die Lebenswelten für das jugendliche Aufwachsen verglichen, Bedarfe ermittelt und Risiken bewertet. Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie konnte das Modellprojekt damit im vorgesehenen Zeitplan bleiben. Als geeignete Standorte stellten sich jetzt diese drei Orte im Kreisgebiet heraus.

„Modellprojekt bedeutet für uns auch, dass wir hoffen, dass die demokratischen Jugendkulturdörfer Strahlkraft entwickeln und unser Konzept, wenn es erfolgreich sein sollte, auch von anderen Orten übernommen werden kann“, stellt dazu Dirk Glowatz, der für das Projekt zuständige Fachdienstleiter des Bereichs Jugend des Landkreises Göttingen, klar. Teil des Konzepts sei es, jungen Menschen über Jugendkulturen wie beispielsweise Musik-, Gaming-, Graffiti- oder Tanz-Angebote einen eigenen Ausdruck zu ermöglichen und so ihre Teilhabe vor Ort zu stärken. Denn wenn Jugendliche mit ihrem Ausdruck und ihren Themen sichtbarer und ernster genommen werden, stärkt dies insgesamt die demokratische Kultur in den Orten. Teil des Konzepts sei es, junge Menschen über offene und freizeitpädagogische Angebote zu erreichen. Perspektivisch soll dazu in jedem der Orte auch ein demokratisch gestalteter Treffpunkt für die Jugendlichen entstehen.

Ermöglicht wird dieses Projekt durch die Förderung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Mit diesem werden unter anderem innovative Projekte gefördert, die sich für ein vielfältiges, respektvolles und gewaltfreies Miteinander einsetzen. Das Modellprojekt „stay#dorfkind“ ist im Themenfeld Rechtsextremismus eines von bundesweit vierzehn Modellprojekten. Die Förderung läuft voraussichtlich bis Ende 2024.

Das Modellprojekt bietet daher nicht nur Jugendarbeit in ländlichen Räumen. Mit ihm soll auch ausprobiert werden, wie die Demokratie im ländlichen Raum durch Jugendkulturarbeit gestärkt werden kann und wie durch eine solche Arbeit auch extrem rechten Orientierungen vorgebeugt werden kann. „Mit diesem Projekt wollen wir unsere Demokratie vor Ort stärken. Gerade junge Menschen sind eine wichtige Zielgruppe, denn sie gestalten langfristig die Zukunft unseres Gemeinwesens“, sagt dazu Kreisrat Marcel Riethig. Jugendkulturarbeit in ländlichen Räumen sei dafür ein innovativer und ein vielversprechender Ansatzpunkt. Deswegen investiere der Landkreis Göttingen hier in ein eigenes Modellprojekt. Besonders wichtig ist dem Kreisrat dabei, dass das Projekt in guter Kooperation mit den Gemeinden vor Ort durchgeführt wird.

In Scheden jedenfalls freut man sich darüber: „Dass der Landkreis die Jugendarbeit in Orten des ländlichen Raums fördert, das können wir selbstverständlich nur sehr begrüßen! Besonders schön ist es, dass Scheden dabei sein kann“, kommentiert die Gemeindebürgermeisterin Ingrid Rüngeling die Auswahl ihrer Gemeinde für das Jugendkulturprojekt. „Die Aufnahme in das Modellprojekt stay#dorfkind kann gerade der Jugend, die unter den veränderten und eingeschränkten sozialen Bedingungen der Corona-Pandemie leidet, wieder einen zusätzlichen positiven Impuls geben. Wir hoffen, dass sich die Jugendlichen durch die neue Motivation aktiv ins Ortsleben einbringen und damit auch mehr Mitgestalten können.“

Auf diese Zusammenarbeit freuen sich die Gemeindebürgermeister Thorsten Freiberg aus Wollbrandshausen und Claus Bode aus Rollshausen. Und auch Christopher Wagner, Vertreter des Bürgermeisters in Walkenried, begrüßt die Entscheidung für seine Gemeinde: „Wir von der Gemeinde Walkenried sind begeistert und freuen uns auf das Projekt stay#dorfkind als tollen neuen Baustein der Angebote in der Gemeinde. Mit dem Familienzentrum und der Jugendarbeit vor Ort haben wir so einen Blumenstrauß an Möglichkeiten“.

 

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