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18.02.2021

Reinhard Henkel könnte ein Comic- und Puzzle-Archiv eröffnen


Reinhard Henkel in seiner alles andere, als alltäglichen Bibliothek

...von Petra Bordfeld

Wer das Zimmer in der ersten Etage betritt, den ereilt gleich das Gefühl, sich in einer ungewöhnlichen Bücherei zu befinden. Wer durch das Haus und die Garage schlendert, könnte sich in der Puzzle-Welt verlaufen. Untergebracht ist Beides in dem Einfamilienhaus, welches in Hörden steht, in dem der Comic-Fan und Puzzle-Freund Reinhard Henkel mit seiner Familie wohnt.

Neben den Aufgaben in diversen Ehrenämtern findet Reinhard Henkel noch ausreichend Zeit für seine beiden Hobbys. Auf die Comics zu sprechen kommend betonte er: „Die Zeit, in der ich lesen lernte, war auch die Zeit der Schundhefte, wie die Comics einst verschrien waren“. Wenn sie leichtsinniger Weise in der Schule gelesen wurden, sei man Gefahr gelaufen, dass sie von Lehrern eingezogen wurden. „Anfang der 50er Jahre wurden sie sogar verbrannt“.

Begonnen hat alles mit den sogenannten Piccolos - schmale Hefte -, die in den 50er Jahren auftauchten, mit 10 oder 20 Pfennig dem Taschengeld der Kinder angepasst und am Kiosk erhältlich waren. Weil es damals noch keinen Fernseher in jedem Haushalt gab, fanden diese Hefte, die heute bei Reinhard Henkel in Ehren gehalten werden, reißenden Absatz. „Jedes Heft war ein wahrer Schatz, der immer wieder mit einem anderen getauscht wurde“.

In diesen Comics waren Tarzan und Akim, der europäische Tarzan, der aus italienischer Feder stammte, ebenso auf Achse, wie der Ritter Sigurd. Der „Namens- bzw. Urheberstreit“ um „Akim“ war die Geburtsstunde des neuen Dschungelhelden Tibor, aber auch Ritter Falk und der Weltraumfahrer Nick fügten sich mit großem Absatz in diese Heftchen-Welt mit ein.

Und genau diese Helden aus der Feder von Hansrudi Wäscher sind „schuld“, dass Reinhard Henkel vor vielen Jahren mit dem Sammeln der Hefte speziell aus den 50er bis hin zu den 80er Jahren begonnen hat. „Es gibt erfreulicher Weise immer wieder Personen und Verlage, die alte Druckplatten auftun und Nachdrucke auflegen“. Für eine dieser neuen alten Ausgaben müsse man allerdings nicht nur ein bisschen mehr, als 10 oder 20 Pfennig bezahlen.

Um überhaupt auf Originale oder neu gedruckte Werke zu stoßen, ist der Comic-Fan viel im Internet unterwegs. Dabei trifft er durchaus auch auf die 60-Pfennig- Romane, in denen Cowboys durch die Prärie galoppieren oder Jerry Cotton für Gerechtigkeit sorgt. „Mit denen habe ich zwar auch einige Kartons gefüllt, aber sie gehören im Prinzip nicht in mein Sammelgebiet“.

Im Bann halten ihn nämlich immer noch die Piccolos, die später auch als Großbände erschienen sind. Daraus sind dann letztendlich wahre Bücher geworden, die er selbstredend auch gesammelt hat und weiter sammeln wird.
So gehören neben den oben genannten Helden, auch komplette Sammlungen von Lucky Luke, Asterix, Tim und Struppi, Nizar, Fenrir, Spirou und Fantasio, Prinz Eisenherz, Buffalo Bill, Fulgor, Roland, Karl May, Der Rote Ritter, Bessy usw...

Was in seiner Sammlung auch nicht fehlt, dass sind aktuelle Fachzeitschriften, wie etwa die „Sprechblase“ und „Sammlerherz“ der „Comic-Nostalgiefreunde“, die in limitierter Auflage nur an seine Mitglieder verteilt werden. Hier erfährt der geneigte Leser (fast) alles, was es an Neuheiten / Neuigkeiten für sein Sammlergebiet gibt.
„Wenn du einmal anfängst, baut sich ein Netzwerk von Gleichgesinnten auf, wo man informiert wird, wenn wieder etwas neu erscheint oder exklusiv nachgedruckt wird, was es nicht im Laden geben wird“, schmunzel Reinhard Henkel, der gar nicht weiß, wieviel Comic-Schätze in den Regalen verborgen sind.

Gleiches gilt übrigens für die Puzzle, die nicht „nur“ in einem Raum, sondern an vielen Wänden zu sehen sind. Nicht wenige befinden sich aber gefertigt in Erwartung, auch mal aufgehängt zu werden, oder erst einmal zusammengefügt zu werden.
Wann er mit dem Geduldsspiel begonnen hat, weiß er nicht mehr. „Bevor ich mich vor den Fernseher hocke, krame ich lieber eines dieser Geduldsspiele hervor, lege alte Schallplatten auf und freue mich, wenn ich 500 Teile an einem Abend so zusammenfüge, wie es sein soll“.

Manchmal entstehen so drei bis fünf Werke in der Woche. Im Sommer wird auf der Terrasse gepuzzelt. „Für mich war und ist puzzeln ein Ausgleich.“
Es sei aber nicht nur bei den 300, 500 oder 1.000 Teilen geblieben, er habe auch schon 3.000 Teile zusammengefügt. Dadurch sind beispielsweise Walt-Disney-Motive entstanden, welche die Wände der Garage schmücken. Irgendwann habe er aufgehört zu zählen, wieviel Puzzles er zusammengefügt und auch gerahmt hat.
An Aufhören ist weder mit dem Sammeln der Comics noch mit dem Puzzeln zu denken. „Warum auch?“ .

WER IST REINHARD HENKEL?
Der gelernte Kaufmann hat auch Betriebswirtschaft studiert
Im Dezember 2020 konnte er auf 40 Jahre ehrenamtliche Vorstandsarbeit im Turnverein Hörden zurückblicken. 24 Jahre davon hatte der heutige Ehrenvorsitzende das Amt des ersten Vorsitzenden inne
Er ist aber auch seit vielen Jähen ebenso ehrenamtlich in den Vorständen des NTB Turnkreis Osterode und des NTB Braunschweig für die Finanzen zuständig
Seit einigen Jahren steht er als erster Vorsitzender dem 2006 gegründeten Förderverein für den TV Hörden vor

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Das Puzzle dürfte mittlerweile schon fertig sein

 

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