Kultur

13.02.2021

Der Mann mit dem Sack


Selbstproduzierte Gruselhörspiele im Internet

von Christian Dolle

Auf Youtube gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Kanälen, deren Betreiber Horrorgeschichten vertonen, oft sogar als sehr aufwendige kleine Hörspiele produziert. Einer von ihnen nennt sich „Gore Steiner German Creepypasta“, ist erst seit wenigen Monaten online und hat schon jetzt mehrere hundert Abonnenten.

Creepypastas, das sind Horrorgeschichten, die über das Internet verbreitet werden, das Wort setzt sich aus „creepy“ für gruselig und Copy and Paste zusammen. Es sind Geschichten, die von einem zum anderen weitererzählt werden sollen oder eben auch vertont. „Gore Steiner“ lebt, wie er selbst sagt „einen Steinwurf vom Harz entfernt“ und hat dieses Hobby in der Coronazeit neu für sich entdeckt.

Eigentlich ist er Musiker und in der Metalszene aktiv, doch durch fehlende Auftritte brauchte er eben ein neues Betätigungsfeld. Da er ohnehin schon Creepypastas las und hörte, wollte er es einfach selbst einmal ausprobieren, sucht sich passende Geschichten aus dem in der Szene bekannten Creepypasta-Wiki, liest sie ein, nicht selten mit verschiedenen Sprechern für die einzelnen Rollen, unterlegt sie mit Sounds und Musik und lädt sie auf seinem Kanal hoch.

Es ist eine kleine und durchaus überschaubare, aber doch wachsende Szene, die sich da im Netz tummelt. Das Schöne, so „Gore Steiner“ ist nicht nur das direkte Feedback der Hörer, sondern sind ebenso die Kontakte untereinander. Jeder liest mal für jeden eine Rolle ein, man gibt sich gegenseitig Tipps und tauscht sich aus. Ganz unbürokratisch ohne Urheberrechte, sondern mit persönlichen Absprachen, denn es geht vor allem um den Spaß am Gruseln.

Für den Eseltreiber zeigte „Gore Steiner“ zwar nicht sein Gesicht, denn das verbirgt er stilecht unter einem alten Sack, doch er gab einen Einblick in seine Arbeit. Das Interview ist in zwei Teilen erschienen, zum einen auf „CrYzZ Storys“, zum anderen natürlich auf „Gore Steiner German Creepypasta“.

 

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