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07.01.2021

Auch schöne Momente im Corona-Jahr


Hannelore Gropengießer (links) und Ingrid Baum Anfang März bei ihrem Besuch in Berlin

Ingrid Baum und Hannelore Gropengießer berichten, wie ihr Jahr 2020 verlaufen ist

...von Herma Niemann

Das Jahr 2020 wird den meisten Menschen wohl nicht in guter Erinnerung bleiben. Kontaktbeschränkungen, Hygieneauflagen, geschlossene Geschäfte. Familienfeiern sowie auch das Weihnachtsfest konnten nicht so wie sonst begangen werden. Und dennoch hat bestimmt doch jeder für sich einen oder mehrere Höhepunkte in diesem Jahr erleben können.

Wie Hannelore Gropengießer und Ingrid Baum (beide SPD und Mitglieder des Rates der Gemeinde Hattorf und des Samtgemeinderates) aus Hattorf. Beide sind schon lange in der Kommunalpolitik tätig und haben sich in dieser Zeit auch privat angefreundet. Noch Anfang März, als die die Lage wegen der Corona-Pandemie auch in Deutschland langsam zuspitzte und es auf den ersten Lockdown zuging, hatten die beiden eine Woche Urlaub in Berlin gebucht, und auch noch durchgezogen. Organisatorin war Ingrid Baum, die ein buntes Programm geplant hatte. „Das war sozusagen auf den letzten Drücker und wir haben uns von den Sehenswürdigkeiten treiben lassen“, so Baum.

Beide haben die Woche bei bestem Wetter und einem abwechslungsreichen Unterhaltungsprogramm noch einmal genießen können. Das meiste wurde zu Fuß „erlaufen“. Der Reichstag, das Brandenburger Tor, Checkpoint Charly, aber auch kulturelle Veranstaltungen standen auf dem Plan. Höhepunkte waren wohl die Besuche des Distel Kabaretts und Zilles Stubentheater, wie auch die angesagten Doppelgänger-Shows im Estrel Hotel. Ab Mitte März kam der erste Lockdown, der bei allen Menschen für erhebliche Einschneidungen gesorgt habe, so die 63-Jährige weiter. Diese Zeit sei für sie persönlich besonders schlimm gewesen. In 2019 hat Ingrid Baum ihren Mann verloren, und Anfang 2020 sei sie gerade langsam wieder auf einem Weg aus der Trauer hinaus gewesen, als das gemeinschaftliche Leben für alle durch den Lockdown weggebrochen sei. In dieser Phase brauche ein trauernder Mensch Unterstützung und die Gemeinschaft. „Keine sozialen Kontakte und keine politische Arbeit, keine Parteiarbeit mehr.....das hat mich sehr zurückgeworfen“.

Was noch geblieben sei, sei die Bewegung an der frischen Luft gewesen. Das kann auch Hannelore Gropengießer bestätigen, die jeden Morgen zum Walken raus geht. „Auf einmal war der Kalender leer, und beim Walken hat man wenigstens noch andere Menschen gesehen und aus der Ferne mit ihnen sprechen können“, betont Gropengießer. Ein weiteres Highlight für die beiden Frauen war deshalb auch eine Wanderung im Herbst auf dem Rundwanderweg um Buntenbock herum.

Während des damaligen und auch jetzigen Lockdown halte Gropengießer aber dennoch daran fest, weiterhin die Jubilare ab 80 Jahren und zur Silbernen und Goldenen Hochzeiten mit Abstand und Mund-Nasen-Maske zu besuchen. Wenn auch nur an der Haustür. „Viele Menschen sind alleine zu Hause und freuen sich einfach, jemanden zu sehen“. Leid tun könnten einem auch die Menschen in den Seniorenheimen, die erneut wieder keinen Besuch bekommen dürfen. Die kleinen Geschenke für die Jubilare darf Gropengießer, die im Sommer des kommenden Jahres 75 Jahre alt wird, nur am Eingang abgeben. Ein weiteres schönes Erlebnis sei ein gemeinsamer Besuch der Andacht mit dem Kreiskantor Jörg Ehrenfeuchter in der Osteroder Jacobikirche im Dezember gewesen. „Da kam dann endlich ein Hauch von Adventsstimmung auf“, so Gropengießer.

Unter den jetzigen Bedingungen könne es zudem auch schwierig werden, neue engagierte Menschen für die Räte und den Samtgemeinderat zu finden. Das kommenden Jahr ist ein Wahljahr. Nicht nur die Bundestagswahl findet im Herbst statt, auch werden in Niedersachsen die Kommunalwahlen und zusätzlich die Landratswahl im Landkreis Göttingen durchgeführt. Aller Voraussicht nach sollen die Kommunalwahlen am Sonntag, 12. September, stattfinden. Ingrid Baum und auch Hannelore Gropengießer werden dann nicht mehr für ein Amt kandidieren. „Für die politische Arbeit ist das Miteinander wichtig“, so Baum „und wie soll man junge Leute motivieren, wenn das Miteinander nicht stattfinden darf?“.

 

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