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06.01.2021

Mitglieder der HaWeGe stecken Kopf nicht in den Sand


Jennifer Plümer aus Elbingerode hat einen Gutschein von „Baum Gartengestaltung“ im Wert von 50€ gewonnen

...von Petra Bordfeld

Zwar hat die noch nicht enden wollende Corona-Pandemie, die Planungen der Hattorfer WerbeGemeinschaft (HaWeGe) für das gerade ausgelaufene Jahr 2020 durcheinander gewirbelt. Das führte aber bestimmt nicht dazu, dass die Mitglieder den Kopf in den Sand gesteckt oder die Hände in den Schoß gelegt haben- Genau das machte übrigens die letzte Aktion dieses Jahres sehr deutlich, in deren Mittelpunkt 1 000 Adventskalender gestanden hatten.

Anja Geike und Nils Hendrik Baum, Mitglieder des fünfköpfigen, Anfang des zurückliegenden Jahres neu gewählten Vorstandes, ließen durchblicken, dass diese Aktion trotz oder gerade wegen Covid 19 sehr gut verlaufen sei. „Wir hätten durchaus noch 500 mehr gebrauchen können“, so Anja Geike.

Denn die Abnahme besagter Kalender wurde so geregelt, dass jeder, der eines der 24 Türchen haben oder mit einem anderen teilen wollte, 25 Kalender käuflich erwerben musste, die er dann an seine Kunden weitergeben durfte. Die Kalender, die nicht in der HaWeGe verblieben sind, wurden an überaus interessierte Bürger mehrerer Generationen verkauft. Und genau unter denen waren viele, die „leer ausgingen“. Sollte es einen Adventskalender 2021 geben, dürfte die Auflage größer sein, um nicht in enttäuschte Augen schauen zu müssen.

Übrigens soll der Erlös dieser Aktion, die aus der Idee von Frank Koschnitzke, den alle „Koschi“ nennen, entstanden und von ihm auch gemanaged wurde, einem guten Zweck gespendet werden. Wer das wann sein wird, hängt allerdings von Corona ab. „Wenn Koschi die Idee nicht kundgetan hätte, wäre der Adventskalender nie zu vorweihnachtlichen Leben erwacht, der viel Freude bereitete“. Da war beispielsweise der achtjährige Magnus, der freudestrahlend seinen Türchengewinn abgab.
Wenn sich jemand fragt, wieso er der Gewinner war, weil es doch 999 weitere Möglichkeiten gab, eben dieses Türchen zu öffnen, dem sei gesagt, dass die Antwort dazu stets Korschi, als Weihnachtsmann verkleidet, live lieferte. Denn über das Internet ließ er jede Zahl von einem Zufallsgenerator ziehen. Und wer genau die hatte, durfte sich über den Preis, der eines Minderwert von 50 € haben musste, freuen – fast wie beim Lotto-Spiel. Übrigens waren hinter den Türchen immer Gutschein für Dinge des täglichen Lebens, ob das nun etwa Genussvolles oder Handwerkliches war, hing von dem Türchen selbst ab.

Ansonsten sah das Corona-Jahr nicht so erfreulich aus. Es durfte von Glück gesprochen werden, dass die Jahreshauptversammlung noch rechtzeitig hat stattfinden können, in welcher Bärbel Uhlhorn nach vielen Jahren ihren Vorsitz niederlegte und eine neue Satzung verabschiedet wurde. In der steht geschrieben, dass die fünf Vorstandsmitglieder Nils Hendrik Baum, Julian Böhm, Anja Geike, Frank Koschnitzke und Tanja Wiesemeyer sowie die vier Beiräte Gina Barke, Kathrin Böttcher, Jan Heise und Dirk Reinholz gleichberechtigt sind.

Das die HaWeGe mit dieser Satzungsänderung einen Schritt in die Zukunft machen wollte, stieß bei allen Versammlungsteilnehmern auf grünes Licht. Das durfte aber nicht für die geplanten Veranstaltungen gelten. Denn das war ausnahmslos das rote Corona-Licht zu sehen.

Somit musste der für den 17. Mai fest geplante verkaufsoffene Sonntag ebenso ins ungeliebte Wasser fallen, wie das traditionelle Familiengrillen im September. Fest stand auch schon, dass dem für den 13. und 14. März vorgesehenen Frühlingsmarkt eine Absage erteilt werden musste. Bei einem Septembertreffen zwischen beiden Lockdowns wurde dann die Adventskalender-Idee aus der Taufe gehoben.

Einen Blick in die Zukunft wagten Nils Hendrik Baum und Anja Geike nicht. „Solange keine Planungssicherheit gegeben ist, passiert nichts“. Fest steht allerdings, dass der Frühlingsmarkt auf 2022 verschoben wird. Wenn die Impfungen wirklich das bringen, was davon versprochen wird, könnte es bereits in diesem Jahr nach den Sommerfreien den verkaufsoffenen Sonntag geben.

Auf 2020 schauend betonte Nils Hendrik Baum, dass er habe weiter arbeiten können. „Denn Grünflächen sind nicht ansteckend“. Die Arbeitsfläche von Anja Geikes Mann Daniel ist luftiger gelegen, denn er ist Dachdeckermeister und Schieferdeckermeister. Auch wenn stets mit Maske mit den Kunden verhandelt und mit Abstand gearbeitet wurde, habe man sich doch angesteckt. Auch wenn alle es gut überstanden hätten, stellte Anja Geike nachdenklich fest: „Das Gerede im Dorf ist schlimmer wie Corona, denn da leidet die Psyche auch sehr drunter“. Manches wäre einfacher, wenn Leuten, die Corona gehabt haben, nicht so böse begegnet werde.

Schlimm sei es auch geworden, als nach dem ersten Lockdown die Baumärkte wieder geöffnet hatten, so Nils Hendrik Baum, der für seinen Gartenlandschaftsbau viel Materialien aus derartigen Märkten in nicht gerade kleiner Menge erwirbt. „Gleich, ob es Holz, Steine oder Estrichbeton waren, es war nicht mehr zu haben und größtenteils auch nicht mehr lieferbar“.

Die Gastronomie und die Friseure seien allerdings besonders „angepisst“, darin waren sich die beiden einig. Gleiches galt für die Senkung der Mehrwertsteuer, die ja mittlerweile wieder auf 19 Prozent gestiegen ist. Diese doppelte Buchführung, bis 30. Juni 19 Prozent, ab 1. Juli bis 31. Dezember 16 Prozent, hätten mit Sicherheit den von der Bundespolitik ersehnten Effekt die Wirtschaft an zu kurbeln weit verfehlt. Überhaupt sei der bürokratische Aufwand für die finanziellen Hilfen für Unternehmen erschreckend, denn die Vorfinanzierung bräche so manch einem kleinen Betrieb das Genick. Trotzdem schaue man nicht durch die ausnahmslos schwarze Brille in das neue Jahr.


Der kleine Magnus war mit seine Oma Bärbel Uhlhorn zu Daniel Geike gekommen, um voller Freude den Türchenpreis entgegen zu nehmen

 

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