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20.10.2020

Bimmelbrücke in Wulften wird erneuert!


Bald wird hier der neue Belag zum drüber fahren und laufen einladen

...von Petra Bordfeld

Ab den 31. Dezember diesen Jahres wird zwar nicht der Lokführer kund tun, dass der Zug bald den Wulftener Bahnhof erreicht haben wird, aber die Radfahrer dürften freudig die Fahrradklingel bimmeln lassen, weil sie wahrscheinlich die aus Sicherheitsgründen vor zwei Jahren gesperrte gleichnamige Brücke wieder überqueren können und auch dürfen. So ist jedenfalls die Aussage der beauftragten Fachfirma.

Fußgänger dürfen selbstredend ebenfalls rüber gehen, und dass durchaus in Begleitung des besten Freundes. Denn dafür wird unter anderem ein 90 Zentimeter breiter Barfußgang angelegt. Der und auch der andere Belag wird allerdings für berittene und geführte Pferde ebenso tabu sein, wie für alle anderen großen Tiere, zumeist Huf- und Paarhufer. „Die Brücke soll entsprechend beschildert werden, damit niemand mit der Ausrede `Hab ich gar nicht gewusst´ kommen kann“, so der stellvertretende Bürgermeister Peter Beußhausen..

Frau sollte aber auch die High Heels nicht für diese Überquerung tragen, schmunzelte die stellvertretende Bürgermeisterin, Elvira Schaper. Denn bei dem Brückengerüst wird nicht „nur“ die Unterkonstruktion aus verzinktem Metall bestehen. Das wird auch der auch neue Belag sein, der sich aus Gitterrosten zusammensetzt, deren einzelnen Felder maximal 30 x 10 mm groß sind.

Die Kosten für dieses Projekt möchte sich die Gemeinde Wulften übrigens mit dem Landkreis Göttingen teilen. Im Rahmen des Radwegenetz im Landkreis läuft ein Antrag auf eine Beteiligung von 50%. Jeder muss dann für 95 211 Euro in die Tasche greifen.

Bürgermeister Henning Kruse, der sich noch gut daran erinnert, dass anlässlich der 1 000-Jahr-Feier das letzte Mal ein Zug die Brücke überquert hat, betonte, dass der Traum vieler Wulftener wirklich nicht in Erfüllung gehen wird. Denn auch wenn die Halterungen für die Schwellen weiter bestehen bleiben, werden die nicht gelegt und auch keine Gleise gezogen. Denn, weil die Brücke schon lange vom Eisenbahnnetz abgekoppelt ist, bestünde nur die Möglichkeit mittels einer Draisine rüber zu fahren, aber dazu seien die 80 Meter wohl etwas zu kurz fürs Gas geben und bremsen.
Jetzt ist an dem Brückenskelett ein Gerüst zu sehen, dass nicht unbedingt alltäglich ist. Denn zum einen ist es unten so abgedichtet, dass nicht einmal der kleinste Nagel in die Oder fallen kann. Und dann häng es an Rollen in dem oberen Rand, damit das Gerüst mit dem Baufortschritt „mitschwebt“. So besteht die Möglichkeit, es unter der Brücke entlang laufen zu lassen. Der Abbau steht also erst an, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind.

Begonnen hat alles, als 2018 festgestellt wurde, dass die Bretter, auf denen seit zehn Jahren gelaufen und gefahren werden durfte, ziemlich marode waren. Doch der große Schrecken kam, als diese Bohlen hochgenommen wurden. Denn der Unterbau, auf dem der Belag ruhte, sah noch schlimmer aus. Die Nässe von oben und von der unter der Brücke fließenden Oder hatte größeren Schaden angerichtet, als nur der Regen auf den oberen Belag. Also musste alles raus und eine haltbarere Lösung gefunden werden.

Der Gemeinderat begab sich auf der Suche danach, und stimmte für die gefundene, die jetzt in Realität umgesetzt wird. „Wie sind heilfroh, dass wir diesen Schritt der kompletten Erneuerung gemacht und Abstand vom Flickwerk genommen haben“, so Henning Kruse. Letztendlich wollte man eine nachhaltige Sanierung der Brücke haben, damit nicht nach zehn Jahren erneut angefangen werden muss. „Es sollte ein wesentlich langlebigeres Verbindungsstück zwischen den beiden Seiten der Oder“.
Elvira Schaper hielt auch aus einem weiteren Grund nicht mit Freude hinterm Berg, dass die Bimmelbrücke bald wieder nutzbar ist. Denn die Bürger, die auf der einen Seite der Oder wohnen und zur anderen Seiten wollten, mussten die letzten zwei Jahre Umwege durchs Dorf in Kauf nehmen. „Bald ist das aus der Welt geschafft“.
Allerdings wird es aus Corona-Gründen keine offizielle Einweihung der fertiggestellten Bimmelbrücke geben. Wegen Covid 19 fallen auch der Weihnachtsmarkt und die Senioren-Weihnachtsfeier aus. Am Volkstrauertag wird auch nicht die Vereine zu einer liturgischen Feier ins Gotteshaus geladen, der Gemeinderat wird aber einen Kranz am Ehrenmal niederlegen.


Henning Kruse, Elvira Schaper und Peter Beußhausen (v. l.) freuen sich über die Arbeiten an der Brücke

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Das Gerüst hängt an Rollen auf dem Metallrand der Brücke und ist damit rollfähig

 

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