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28.08.2020

Oppermann: „Es ist gut, dass die Erweiterung umgesetzt wird“


Thomas Oppermann, Ortrud Krause, Manfred Huchthausen und Bernhard Reuter neben den Rekonstruktionen aus der Lichtensteinhöhle (von links)

Der Bundestagsabgeordnete Thomas Oppermann (SPD) besuchte auf seiner Reise durch den Altkreis Osterode das Höhlenerlebniszentrum in Bad Grund.

von Herma Niemann

Bad Grund. Sichtlich beeindruckt zeigte sich Thomas Oppermann (SPD/MdB und Vizepräsident des Deutschen Bundestages) am Mittwoch auf seiner zweiten Station seiner Reise durch den Altkreis Osterode: im Höhlenerlebniszentrum in Bad Grund (HEZ).

Da es sein erster Besuch im HEZ war, nahm sich Oppermann über anderthalb Stunden Zeit, das Museum und die Schauhöhle am Iberg zu erkunden. Mit dabei waren unter anderem der Bürgermeister der Gemeinde Bad Grund, Harald Dietzmann, und der Ortsbürgermeister von Bad Grund, Holger Diener. „Es ist ein kleines, aber feines Museum, und die Höhle ist ein großartiger außerschulischer Lernort, aber auch für Erwachsene ein einzigartiges Erlebnis“, lobte Oppermann. Hier lerne man viel über die Entstehung des Lebens, aber auch über die Entwicklung zur modernen Zeit, weswegen man stolz darauf sein könne, eine solche Einrichtung im Harz und im Landkreis Göttingen zu haben.

Die Führung übernahm die Museumsleiterin Ortrud Krause, die Oppermann erklärte, dass man nach dem Mauerfall die Besucherzahlen in der Schauhöhle nach oben bringen wollte, da man im Gegensatz zu den Höhlen in der ehemaligen DDR zu den kleineren Höhlen zähle. Zu der Zeit gab es das HEZ in dieser Form noch nicht, sondern war als Iberger Tropfsteinhöhle bekannt, ohne Museumsgebäude.

Mit dem Bau des Gebäudes sei die Ausstellungsfläche jedoch von Anfang an zu klein gewesen für das, was was sie leisten sollte, betonte Krause, nämlich zwischen 70.000 und 80.000 Besuchern pro Jahr. Besucherströme kämen jedoch nicht gleichmäßig über das Jahr verteilt, sondern geballt in den Ferien, an Feiertagen oder bestimmten Saisonpunkten. „In Spitzenzeiten haben wir 1.125 Besucher am Tag, das ist mit der vorhandenen Fläche kaum zu verkraften“, betonte Krause.

Hier ergänzte der Göttinger Landrat Bernhard Reuter, dass die damals ursprünglich errechneten Kosten für die Errichtung des HEZ mit 7,5 Mio Euro nicht zu schultern gewesen seien. Vom Land Niedersachsen sei wenig Unterstützung gekommen, und mit Hilfe von Stiftungen habe man 2,8 Mio Euro schultern können. „Es ist quasi ein Low-Budget-Projekt, aber richtig gut gelungen“, so Reuter. Damals habe man sich entschlossen, erst einmal das umzusetzen, was man finanziell konnte, um auf bessere Zeiten zu hoffen.

Für den jetzt geplanten Umbau fließen 5 Mio Euro, 8 Prozent davon muss der Landkreis Göttingen tragen. Unter anderem soll die Ausstellung im Museum mehr Platz erhalten und um 56 Quadratmeter vergrößert werden, erklärte Krause. „Das ist nicht viel, aber wir sind glücklich, das sich was tut“, so die Leiterin. Da auch Manfred Huchthausen, ein direkter Nachfahre der sogenannten Toten aus der Lichtensteinhöhle, vor Ort war, erläuterte Krause auch die neuesten Forschungsergebnisse.

Von den Knochen der zwischen 65 bis 70 gefundenen Individuen der Großfamilie aus der Bronzezeit in der Lichtensteinhöhle, habe man mittels DNA-Analyse inzwischen 57 Individuen eindeutig zuordnen können. „Manfred Huchthausen kann seine Ahnenreihe deutlich länger durchblicken als die Queen von England“, so Reuter humorvoll.

Was die geplante Erweiterung des Museums anginge, passiere diese absolut an der richtigen Stelle, betonte Oppermann abschließend: „Im Museum besteht noch Luft nach oben, was den Raumbedarf angeht, ist es gut, dass die Erweiterung umgesetzt wird“.

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Museumsleiterin Ortrud Krause mit Thomas Oppermann vor dem wohl ältesten Stammbaum der Welt im Museum des HEZ

Eine Eintrittskarte zur Erinnerung: Thomas Oppermann und die Museumsleiterin Ortrud Krause

 

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