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30.06.2020

Schauspieler Daniel Mühe in Göttingen geehrt


Ausgezeichneter Nachwuchsschauspieler 2020 Daniel Mühe

Preisträger des Nachwuchsförderpreises des Fördervereins Deutsches Theater 2020 wurde von der Jury ausgewählt

...von Ralf Gießler

Seit gut zwei Jahrzehnten existiert der Förderverein Deutsches Theater in Göttingen e.V., der das Theater ideell sowie materiell unterstützt. Jährlich vergibt der Verein einen mit 2.000 € dotierten Nachwuchsförderpreis. Die Jury setzt sich dabei zusammen aus Vereins-/Abonnentenvertretern und der Theaterleitung.

Preisträger können Ensemblemitglieder sein, die in der laufenden und kommenden Spielzeit am Deutschen Theater arbeiten, nicht älter als 35 Jahre sind sowie nicht mehr als vier Jahre Berufserfahrung haben oder für die Göttingen das erste feste Engagement ist. Dabei fungieren als Auswahlkriterien Glaubwürdigkeit, Rollenpräsenz und Wandlungsfähigkeit.

In diesem Jahr wurde der Preis am 28. Juni vergeben. Aufgrund der Corona-Sicherheitsregeln fand die Verleihung im kleinen Kreis nicht wie gewohnt im Theaterkeller, sondern draußen auf den Treppen des Schauspielhauses statt. Für den Vereinsvorstand begrüßte als Erster Vorsitzender Dr. Harald Noack die Anwesenden. Während seiner kurzen Ansprache bemerkte er bezogen auf die Corona-Krise: "Ich bin mir sicher, dass es bald ein oder zwei Theaterstücke über Corona geben wird." Auch der Vorsitzende der Jury, Werner Tönsmann, ging auf die Pandemie ein: "Heute befolgen wir die Einhaltung der Schutzbestimmungen und lassen unsere Schauspieler nicht allein. Ihnen fehlt zur Zeit ihr natürliches Publikum, die "vierte Wand". Gerade jetzt muss der Nachwuchs gefördert werden!" Und an den Preisträger gerichtet fügte Tönsmann hinzu: "Verstehen Sie die Auszeichnung, lieber Daniel Mühe, auch als Zeichen und Ermunterung aller Kolleginnen und Kollegen." Die Jury habe sich in mehreren Sitzungen und zahllosen Vorstellungsbesuchen kundig gemacht, wer von den drei Kandidaten in 2020 besonders preiswürdig sei: "Wir merkten schnell, preiswürdig sind alle drei", sagte der Juryvorsitzende weiter. Das Juryvotum erfolgte einstimmig.

Die anschließende Laudatio hielt Tina Fibiger wie in den vergangenen Jahren auch. "Es geht ja fast immer stürmisch zu in den Stücken, in denen Daniel Mühe mit seinen Figuren die Ereignisse mit ungeheurer Energie und Leidenschaft auch physisch antreibt und so ihre innere Zerrissenheit sichtbar spürbar werden lässt. Der böse Clown und auch der Kobold sind nie so ganz fern, wenn er eine Figur sondiert, ihre Nähe sucht und sich mit einem fremden Ich vertraut macht." Fibiger stellte dabei die Schauspielleistung Mühes heraus: "Das alles passiert auf dem Seil ohne Netz und wirkt bei ihm oft ganz so unmittelbar spontan. Das Textseil hält einiges aus, nur kein Maßband, mit dem jeder Schritt bis auf den Millimeter genau markiert wird, damit nur ja niemand daneben tritt. Zum Glück versteht sich unser Preisträger auf die Kunst des Loslassens, wenn er mit seinen Figuren so leidenschaftlich enthusiastisch bestürmt und herausfordert."

Daniel Mühe war gerührt über die vielen netten Worten. Der gebürtige Hannoveraner, der auch musikalisch äußerst umtriebig ist - es gibt Pläne für ein Album mit Rapsongs -, bedankte sich abschließend für seine Wahl und unterstrich, dass er sich im Theater und in Göttingen sehr wohl fühlt. Aus den Händen von Dr. Harald Noack und Werner Tönsmann nahm Mühe schließlich seinen Preis entgegen.


v.l.: Gruppenbild mit Gästen und Preisträger Daniel Mühe (Mitte) sowieder Laudatorin Tina Fibiger (vorne mit Blumen)

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v.l.: Dr. Harald Noack (1. Vorsitzender vom Förderverein Deutsches Theater in Göttingen e.V.), Preisträger Daniel Mühe und Werner Tönsmann (Vorsitzender der Jury) bei Übergabe des Nachwuchsförderpreises

 

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