Politik / Wirtschaft / Bildung

24.06.2020

Alarmstufe rot für die Kultur


Night of Light an der Osteroder Stadthalle

von Christian Dolle

Wann warst du zuletzt in der Osteroder Stadthalle? Oder auf einem Konzert? Im Kino? Bei einer Lesung? Definitiv war es vor Corona. Weil eben seit März alle größeren Veranstaltungen nicht mehr stattfinden dürfen und kleinere nur unter sehr strengen Auflagen. Und jetzt stell dir mal vor, du könntest seit mehr als drei Monaten nicht mehr arbeiten, es würde schlicht kein bzw. kaum Geld reinkommen.

Alle, die von Veranstaltungen, von Auftritten, von Livepublikum leben, stehen im Moment vor einem riesigen Problem, weil ihre Existenz massiv bedroht ist. Genaugenommen sind es aber nicht nur sie, sondern ein nicht eben kleiner Wirtschaftszweig mit mehreren hunderttausend Arbeitsplätzen, der auf der Kippe steht, so dass damit letztlich unsere gesamte Gesellschaft in Schieflage geraten kann.

Weil diese Branche sehr heterogen ist, keine wirkliche Lobby hat und sich von der Politik im Stich gelassen fühlt, wurde in der Nacht von Montag auf Dienstag die Aktion „Night of Light“ initiiert, bei der deutschlandweit zahlreiche Event-Locations, ausgewählte kulturrelevante Gebäude und Bauwerke rot illuminiert wurden. Damit soll die Politik aufgefordert werden, eine drohende Welle von Insolvenzen aufzuhalten, indem flächendeckende und wirksame Hilfsprogramme Hilfen auf den Weg gebracht werden.

Die Veranstaltungswirtschaft, so heißt es, zählt etwa eine Million direkt Beschäftigte und erwirtschaftet einen jährlichen Umsatz von etwa 130 Milliarden Euro. Hinzu kommen weitere von der Branche abhängige Beschäftigte und deren Umsätze, die seit März ebenfalls teilweise oder oft völlig wegfallen und auch nicht nachträglich wieder reingeholt werden können.

Wenn die Aktion vor der Osteroder Stadthalle also vor allem einige Fotografen rein optisch begeisterte, so soll sie vor allem auf die dramatische Situation der Branche aufmerksam machen.




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