Regionales / Bad Sachsa / Walkenried

19.05.2020

Greifvögel wollen endlich wieder Besucher sehen


Harzfalkenhof unter neuer Leitung wieder geöffnet

von Christian Dolle

Rochus Brotzer ist Falkner aus Berufung, wie er sagt, ist in der Schweiz damit groß geworden, war unter anderem Dozent an der Landesjagdschule Baden-Württemberg. Anfang März übernahm er gemeinsam mit Bernadette Steiner den Harzfalkenhof in Bad Sachsa, nachdem dort über lange Zeit ein Nachfolger gesucht worden war. Der Start war für die beiden dank Corona denkbar schwierig, doch inzwischen sind die Tore auf dem Katzenstein wieder geöffnet und es kann endlich so richtig losgehen.

Der Besucheransturm ist trotz des schönen Wetters eher überschaubar, nur einige wenige schlendern über das Gelände und bleiben vor den Volieren und den majestätischen Vögeln stehen. Andererseits ist das natürlich auch ein Vorteil, denn nirgendwo gibt es Gedränge, es bleibt viel Zeit, die Tiere ausgiebig zu beobachten. Die wiederum wirken oft auffallend neugierig, fast so als seien sie froh, endlich wieder Menschen sehen zu können.

Rochus Brotzer hingegen nimmt die Zeit der Einschränkungen gelassen. „Es gibt Naturkatastrophen, gegen die kann man nichts tun, dann muss man eben das Beste daraus machen“, sagt er. Natürlich waren die besonderen Bedingungen so direkt nach der Übernahme ein echtes Problem für ihn, doch er trägt es mit typischer Schweizer Gelassenheit. Er habe seine Tiere hier, mehr brauche er eigentlich nicht, sagt er.
Für ihn habe es nie etwas anderes als die Falknerei gegeben, das Arbeiten mit den Greifvögel prägte sein ganzes Leben. Als er dann davon hörte, dass in Bad Sachsa ein Nachfolger gesucht wurde – natürlich hörte er davon, denn man kennt sich untereinander – erkor er gemeinsam mit Geschäftspartnerin Bernadette Steiner den Harz zu seiner neuen Wirkungsstätte, auch wenn das, was wir hier „Berge“ nennen, in seinen Augen eher „Erhebungen“ sind.

Dabei darf nicht jeder einfach so eine Falknerei übernehmen, doch Rochus Brotzer ist tatsächlich einer der Bekannteren seiner Zunft, so dass das keine Hürde darstellte. So ist er auch fest überzeugt, dass die Bad Sachsaer, die Südharzer und auch Besucher von weiter her, von seiner Erfahrung profitieren können. Umgekehrt fühlt er sich hier schon einmal gut aufgenommen, viele Leute bekundeten bereits, wie froh sei seien, dass der Harzfalkenhof nun weiterlebt und es gab auch schon mehrere Presseberichte, unter anderem sogar einen Filmbeitrag des NDR.

Jetzt wartet er nur noch drauf, dass auch bald wieder Flugshows stattfinden dürfen, denn das ist aktuell noch nicht möglich. Dafür aber bietet er geführte Rundgänge an und sagt ganz optimistisch: „Immerhin habe ich dafür jetzt mehr Zeit und das ist für die Besucher ja gerade ein Vorteil.“ Sein Geheimnis allerdings bleibt, ob man dieses positive Denken vielleicht von den Vögeln lernen kann, das dürfen Besucher gern selbst herausfinden.

Mehr zum Harzfalkenhof gibt es hier.





Um die folgenden Bilder vergrößern zu können, müssen Sie eingeloggt sein und ein Eseltreiber-Abo haben:
















 

Anzeige