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20.05.2020

Judasohr erfreut Hobbygärtner


Hobbygärtner Kurt Schmidt aus Dorste freut sich sehr über seine Entdeckung im heimischen Garten

Kurt Schmidt aus Dorste entdeckte zufällig einige Exemplare dieser Pilzart in seinem Garten.

von Ralf Gießler

Vor etwa fünf Jahren sägte Kurt Schmidt, begeisterter Hobbygärtner aus Dorste, einen großen Holunderast ab, um ihn als Vogelbaum weiter zu nutzen: "Ich mag es sehr, die gefiederten kleinen Freunde in der kalten Jahreszeit bei ihrer Suche nach Nahrung zu unterstützen und zu füttern. Bis zu 40 Kilo Vogelfutter kommen da schon 'mal in einer Saison zusammen."

Im Frühjahr baue er regelmäßig den Ast wieder ab, im Winter erneut auf. Seit Februar 2020 ist es allerdings anders: "Als ich ausgrub, bemerkte ich zwar zahlreiche Pilze am Stamm, schenkte aber meiner Beobachtung keinerlei größere Bedeutung. Erst ein Bericht im Harz Kurier vom 04. Mai über das Judasohr öffnete mir die Augen. Ich sprach auch mit meinem Sohn Mark darüber, da er schon einmal etwas über diese Pilzart gelesen hatte. Mark bestätigte die Vermutung, dass es sich um eine Ansammlung von Judasohren handelt. Danach habe ich den Ast sofort wieder eingegraben, damit der Stamm seine Feuchtigkeit behält, denn die Pilze schrumpfen und werden bei Trockenheit klein. Mich begeistert diese Entdeckung, und ich möchte gerne noch mehr über meine pilzigen Gäste im Garten erfahren."

Das Judasohr verdankt seinen Namen Apostel Judas. Gemäß der Legende soll sich dieser nach der Verurteilung von Jesus Christus an einem Holunderbaum erhängt haben. Kurt Schmidt hofft jedenfalls, dass vielleicht auch der Nationalpark Harz auf seinen Fund aufmerksam wird, denn "in der dortigen Artdatenbank befinden sich bislang lediglich 23 Nachweise. Mit dem Bestand bei mir im Garten käme nun der 24. Ort hinzu", erklärte Schmidt lachend.


Judasohr

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