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18.05.2020

Mundschutz für Mönche


Wiedereröffnung des Zisterziensermuseums Kloster Walkenried

von Christian Dolle

Die Pest war einer der Gründe, warum es mit dem Kloster Walkenried bergab ging. Zur Epidemie kamen im 14. Jahrhundert eine durch Klimaveränderungen und Wassernot ausgelöste Bergbaukrise, so dass es lange dauerte, diese wirtschaftlichen Einschnitte aufzufangen. Ganz so lange soll es in der jetzigen Krisenzeit nicht dauern, denn das Zisterziensermuseum hat seine Pforten inzwischen wieder geöffnet, wenn auch unter besonderen Bedingungen.

Gleich am Eingang weist ein Schild auf den unbedingt einzuhaltenden Abstand hin, Masken sind für Besucher Pflicht, können aber bei Bedarf an der Kasse erworben werden. Dort gibt es auch jene Markierungen auf dem Boden, die dieser Tage fast schon zum gewohnten Bild in öffentlichen Gebäuden gehören. Dennoch hat man sich wie in allen Welterbestätten im Harz sehr darum bemüht, alles nicht provisorisch aussehen zu lassen, erläutern Kuratorin Dr. Brigitte Moritz und Dr. Falk Lauterbach von der Stiftung Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft. Selbst das Logo wurde angepasst und mit Mundschutz versehen, ebenso wie der normalerweise fröhlich lächelnde Mönch, der die Besucher jetzt ebenfalls geschützt begrüßt. Eine gesunde Portion Humor also und durchdachte Lösungen, um das Flair des ehemaligen Klosters nicht einzuschränken.

e-Bike-Touren durch die Teichlandschaft

Eingeschränkt sind allerdings die Angebote, so beispielsweise im Bereich der Museumspädagogik, die ja sonst ein wichtiger Baustein ist, und auch Führungen dürfen im Moment noch nicht angeboten werden. Geplant ist allerdings eine e-Bike-Tour durch die von den Mönchen angelegte Teichlandschaft, die Besuchern nicht nur in „Corona-Zeiten“ sowohl das technische Denkmal der Oberharzer Wasserwirtschaft wie auch die reizvolle Landschaft rund um Walkenried nahebringt.

Ebenfalls geplant ist die Eröffnung des Welterbe-Zentrums im frisch renovierten Gebäude direkt gegenüber. Hier soll dann, so Dr. Lauterbach, in einem ersten Schritt global über das Thema Welterbe, in einem zweiten über das Welterbe im Harz und in einem dritten über die lokalen Besonderheiten informiert werden. „Es soll sein wie der Klappentext eines Buches, der neugierig macht“, sagt er, ein Klappentext unter anderem mit einem 3D-Landschaftsmodell mit Projektionen der Geschichte dieses Ortes. Auch die Tourist-Info soll dann im Gebäude untergebracht sein, womit es sozusagen zur universellen Anlaufstelle wird.

Zu viel Stille muss auch nicht sein

Bis es soweit ist, können interessierte Besucher am digitalen Welterbetag, am 7. Juni beispielsweise an einem virtuellen Rundgang durchs Kloster teilnehmen, inklusive Angeboten für Kinder, die natürlich an den realen Angeboten des Museums orientiert sind. „Aber das ersetzt natürlich nicht den authentischen Ort“, sind sich er und Dr. Moritz einig und fiebern daher schon jetzt den neuen Angeboten entgegen, wenn diese in vollem Umfang präsentiert werden können.

Ein Kloster und eben auch das Zisterziensermuseum habe ja immer auch mit Stille zu tun, so Dr. Moritz. „Aber uns als Museumsteam war es in den vergangenen Wochen ein bisschen zu viel des Guten.“ Daher gibt es die jeweils aktuellen und sich jetzt wieder stetig erweiternden Angeboten immer aktuell auf der Website www.kloster-walkenried.de nachzulesen.



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