Kultur

26.02.2020

Russischer Zauber in Osteroder Stadthalle


Christopher Park und das Göttinger Symphonieorchester begeistern Zuschauer.

Von Ralf Gießler und Corina Bialek

Osterode) Im Rahmen der Osteroder Konzertreihe waren das Göttinger Symphonieorchester gemeinsam mit Christopher Park am Klavier zu Gast in Osterode. Mit ihrem Programm "Russischer Zauber" durchströmte am vergangenen Samstag ein Hauch von Magie die Stadthalle.

Den Auftakt des Abends gestalteten zunächst die Musiker der Leinestadt unter der Leitung von Nicholas Milton, Chefdirigent und Künstlerischer Leiter seit der Spielzeit 2018/2019. Mit den "Polowetzer Tänzen" aus der Oper "Fürst Igor" schafften es die Göttinger von Beginn an, die Zuschauer und -hörer in ihren musikalischen Bann zu ziehen.

An diesem Werk schrieb Komponist Alexander Borodin 18 Jahre lang. Das Stück basiert auf einem Entwurf des mittelalterlichen russischen Igorlieds "Slovo o polku Igoreve". Die "Polowetzer Tänze" veranschaulichen mit ihrer Wildheit und fremden Rhythmen das orientalische Nomadentum des Turkvolkes Kyptschaken bzw. der Polowetzer, die einst in der südrussischen Steppe lebten. Den Symphonikern gelang es mal mit leisen Tönen, dann wieder kraftvoll und energiegeladen gespielt, diese Ungestümtheit zu transportieren und ihre Virtuosität zu zeigen. Erste Bravorufe aus dem Publikum zollten entsprechend Respekt.

Es folgte das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 b-Moll op. 23 von Peter I. Tschaikowsky. Bezeichnend für diese Musik ist die Verschmelzung von Tschaikowskys eigenen Erfindungen mit Themen der ukrainischen Volksmusik. Bis zum heutigen Tag ist diese Komposition nicht nur bei Liebhabern klassischer Musik außerordentlich beliebt.

Als Solist fungierte der Pianist Christopher Park, ein wahrer Meister seines Faches. Trotz seiner jungen Jahre war er bereits in vielen renommierten Konzerthäusern Europas zu Gast. Der in Bamberg geborene und mehrfach ausgezeichnete Park brillierte an seinem Instrument und bewies eindrucksvoll, dass er verdient als aufgehender Stern am Pianistenhimmel bezeichnet und von Kritikern gefeiert wird. So beschrieb die Süddeutsche Zeitung seine Anschlagskultur als hinreißend, der Tagesspiegel bezeichnete ihn gar als genialischen Ausdrucksmusiker. Bejubelt wurde er auch in Osterode. Das harmonische Zusammenspiel mit dem Orchester, seine Solipassagen und Spielfreude waren ein Genuss für die Ohren. Als Zugabe brachte Christopher Park ein Stück von Frédéric Chopin zu Gehör.

Nach der Pause spielten die Göttinger Musiker die Schwanensee-Suite op. 20, ebenfalls aus der Feder von Tschaikowsky. Schwanensee ist zweifellos eines der berühmtesten Ballette und gehört zum Standardprogramm klassischer Ballettensembles. Für Osterode war es der Abschluss eines bezaubernden Konzertabends auch wenn Nikolas Milton nicht im Tutu zu den vier kleinen Schwänen über die Bühne schwebte, weil er nicht von der wunderbaren Musik ablenken wollte ;-).

Für die nächste Veranstaltung dieser Reihe hofft Dirigent Milton auf ein ausverkauftes Haus, da am Samstag noch reichlich Plätze unbesetzt waren. Wer also einen musikalischen Abend der Extraklasse mit dem GSO, gewürzt mit Miltons humorvollen Anmoderationen erleben möchte, der hat am am Donnerstag den 26. März die Gelegenheit. Pomp and Circumstance steht dann auf dem Programm.





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