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14.02.2020

Erste Festveranstaltung zum Schuljubiläum begangen


v.l.: Albrecht Schütze (ehemaliger Vorsitzender des HGV Osterode am Harz), Andrea Marten (stellv. Schulleiterin), Mathias Keller (Vorsitzender des Schulelternrates), Jan von Lingen (Superintendent Kirchenkreis Leine-Solling), Peter Wendlandt (stellv. Bürgermeister Osterode am Harz) und Dietmar Telge (Schulleiter)

In diesem Jahr feiert das Tilman-Riemenschneider-Gymnasium seinen 600. Geburtstag

...von Ralf Gießler

Am 6. Februar fiel der Startschuss zu den Feierlichkeiten des Schuljubiläums vom Tilman-Riemenschneider-Gymnasium. Der 6. Februar 1420 bezeugt nämlich urkundlich, dass die damalige Klosterschule von den Braunschweiger Herzögen Friedrich, Erich und Otto in die Obhut des Rates von Osterode übertragen worden ist.

Dieses Datum wird als historisch gesichertes Gründungsdatum des späteren Gymnasiums der Stadt Osterode am Harz gewertet. "Heute auf den Tag genau blicken wir auf 600 Jahre Geschichte zurück", erklärte Dietmar Telge, Schulleiter des TRG, nicht ohne Stolz. "Damit ist unsere Schule eines der ältesten Gymnasien in Niedersachsen."

Telge berichtete über die lange Historie der Bildungseinrichtung: "Seit der Ausstellung der Urkunde hat sich die Trägerschaft noch zweimal geändert. 1976 ging diese auf den Landkreis Osterode am Harz und 2016 mit der Fusion auf den Landkreis Göttingen über." Er begrüßte in diesem Zusammenhang den zuständigen Dezernenten, Kreisrat Marcel Riethig sowie den stellvertretenden Bürgermeister Osterodes, Peter Wendlandt: "Die Stadt Osterode steht nicht nur für mehr als 550 Jahre Verantwortung für seine Stadtschule, sondern auch für vielfältige Kooperationen und gemeinsame Projekte", so Telge weiter. Besondere Gäste waren die ehemalige Schulleiterin Karin Thiele sowie Albrecht Schütze, der sich sehr mit der örtlichen Schulgeschichte beschäftigte.

In seinem kurzen Grußwort ging Schütze auf sein besonderes Verhältnis zum TRG ein: "Alle meine drei Kinder haben hier ihr Abitur gemacht und später studiert. Deswegen habe ich allen Grund, dieser Bildungseinrichtung etwas zurückzugeben. Außerdem war und ist die Schulgeschichte in Osterode etwas Besonderes." Marcel Riethig sagte, dass aufgrund der erbrachten Leistungen die Schule eigentlich ein Gebäude wie das von Hogwarts verdient hätte. In Bezug auf die lange Tradition des Hauses zitierte Riethig Jean Jaurès mit den Worten: "Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers." Mathias Keller als Vorsitzender des Schulelternrates empfand 600 Jahre Schule in Osterode als eine sehr positive Nachricht und hob die immense Bedeutung einer guten Bildung hervor.

Als Festredner sprach Superintendent Jan von Lingen vom Kirchenkreis Leine-Solling. Ebenso wie Keller ein ehemaliger Schüler des Gymnasiums. Ihn beschlich beim Betreten des Schulgebäudes das "Feuerzangenbowlengefühl" mit vielen Erinnerungen an die Menschen, die er dort kennenlernen durfte: "Ich hatte viele gute Klassenlehrer, und ich habe ein solides Grundwissen hier erhalten. Die manchmal langatmigen Schulstunden sind vergessen." Er verglich die Bildungsvermittlung mit einer Windrose, die in vier Himmelsrichtungen geöffnet sei. Als Bilder für diese vier Richtungen benannte von Lingen Menschen bilden, Welt gestalten, Werte leben und Seelen stärken.

Die als Gesamtkonferenz "getarnte" Veranstaltung wurde von klassischen, aber auch sehr originell gestalteten Unterbrechungen umrahmt. Gleich zu Beginn legte der Jugendchor zunächst schwungvoll und dann besinnlich mit zwei Gesangseinlagen los. Auch die AG Darstellendes Spiel unterhielt die Anwesenden zuerst mit den Lesungen "Die Astronomin" von Eva Maser und "Professor Unrat" von Heinrich Mann sowie später mit einigen gespielten Szenen aus dem Film "Fack ju Göhte". Nicht zu vergessen der "Säbeltanz" des armenischen Komponisten Aram Chatschaturjan, am Klavier zu Gehör gebracht von Samira Küssner.

Die Feierlichkeiten werden ihren Höhepunkt vom 8. Juni bis zum 13. Juni 2020 im Rahmen einer Festwoche erreichen. Der Abend klang mit einem Sektempfang in der Pausenhalle aus.

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Schulleiter Dietmar Telge bei seiner Ansprache

Jugendchor unter der Leitung von Maik Gerlach

Szenen aus dem Film "Fack ju Göhte", gespielt von der AG Darstellendes Spiel

 

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