Kultur / Vorgemerkt

21.01.2020

Qumran und Antiochien besuchen


Herzliche Einladung zu zwei Bildervorträgen im Dorster Gemeindehaus

...von Ralf Gießler

Pastor i.R. Dr. Hermann Mahnke und Kirchenvorstandsmitglied Ralf Gießler laden zu zwei Bildervorträgen ein. Den Auftakt macht am 05. März ein Besuch von Qumran am Toten Meer. Qumran war in den Jahren 150 vor bis 68 nach Christus ein klosterähnliches Zentrum der jüdischen Sekte der Essener, die sich aus religiösen Gründen von Jerusalem und seinem Tempelgottesdienst in die Wüste am Toten Meer zurückgezogen hatte.

1947 fand man in den Höhlen von Qumran und Umgebung zahlreiche 2000 Jahre alte Schriftrollen mit biblischen und religiösen Inhalten. Es wurden insgesamt 900 Handschriften gefunden, der allergrößte Teil davon allerdings in insgesamt 80.000 Bruchstücken. Obwohl alle wesentlichen essenischen Schriften bis 1971 bereits veröffentlicht waren, hat es fast bis zum Jahr 2000 gedauert, die 80.000 Fragmente zu sichten und bestimmten Handschriften zuzuordnen.

So kam es 1991 zu einer sensationslüsternen und finanziell einträchtigen Publikation mit dem Titel "Verschlusssache Jesu“, in der behauptet wurde, dass die Katholische Kirche bestimmte Schriften unter Verschluss halte, damit nicht herauskomme, dass Jesus ein Essener war. Es wird bis in die Gegenwart sehr viel über Qumran gemutmaßt und behauptet, doch häufig ohne ausreichende Kenntnisse der Essener, der Lehre Jesu oder auch der Zeitumstände der Entstehung des Essenerzentrums. Es werden viele Bilder vom Kloster Qumran und dessen baulichen Besonderheiten sowie von Funden aus Qumran und seinen Höhlen gezeigt und erläutert. Faszinierende Bilder von der Gebirgswüste und vom Toten Meer, an denen Qumran liegt, werden den Bildervortragsabend beschließen.

Der zweite Vortrag am 12. März führt die Besucher in die seinerzeit bedeutsame kleinasiatische Stadt Antiochien in Pisidien. Pastor i. R. Dr. Hermann Mahnke hat die Stadt bei einem kürzlichen Besuch noch einmal durchfotographiert.
Das antike Antiochia in Pisidien wurde im 3. Jh. v. Chr. gegründet und von dem bekannten römischen Kaiser Augustus in den Rang einer Militärkolonie erhoben. Die für die römische Verwaltung bedeutsame Stadt war geprägt von einer monumentalen Augustuskultstätte mit einem Augustustempel und einem ihn umgebenden riesigen Augustuskultplatz. In der christlich-byzantinischen Zeit wurde in Antiochia in Pisidien eine Paulusbasilika erbaut, eines der ersten und auch größten christlichen Bauwerke in Kleinasien nach der Erlaubnis des Christentums durch Kaiser Konstantin am Anfang des 4. Jhs. n. Chr.

Aus den verbliebenen Ruinen – dazu gehören etwa auch das monumentale Stadttor, das Theater und eine Prachtbrunnenanlage – konnten Archäologen die ursprüngliche Ansicht vieler Gebäude von Antiochia rekonstruieren, die den Besuchern in Form von Nachzeichnungen und Computermodellen vorgeführt werden.
Beide Vorträge beginnen um 19.30 Uhr im Dorster Gemeindehaus, Turmstr. 2. Der Eintritt ist frei, über eine Spende am Ende der Vorträge würden sich die Veranstalter sehr freuen.



 

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