Kultur

27.11.2019

Auf Schmitzeljagd in Osterode mit Ralf Schmitz


von Petra Bordfeld

Die „Schmitzeljagd“ des Vollblutentertainers Ralf Schmitz wollten so viele Zuschauer miterleben, dass nicht nur der Saal der Stadthalle, sondern auch die Empore und das Foyer voll besetzt waren. Weil es auch ein paar Nachzügler gab, ließ es sich der Comedy-Start nicht nehmen, sein bereits fünf Minuten laufenden Mammutprogramm „kurzentschlossen“ noch einmal zu beginnen. Genau das brachte ihm die Gunst des letzten Zweiflers ein.

Neben dem Beifall tauchte hier und da Erstaunen auf, dass der Entertainer so schnell zu sprechen vermochte, dass sein letztes Wort, beinahe das erste überholte. Er wusste seine Spitzfindigkeiten so schnell hervorzubringen, dass er bei der Formel 1 der Redner mit Sicherheit die Poolposition erquasselt hätte. Es waren aber nicht nur seine atemberaubenden Wortgeschwindigkeiten, sondern insbesondere auch seine Gestik, Mimik und meisterlichen Improvisationen, die für einen überaus quirligen Abend sorgten. Nicht minder atemberaubend war aber, dass er trotz der überhöhten Redegeschwindigkeit gut zu verstehen war.

Auch wartete der Humor-Flummi nicht lange, bis er von der Bühne sprang, die ihm längst keine Unbekannte mehr ist, und auf der eine Schatztruhe, ein Segelschiff und eine Ballongondel das Bühnenbild ausmachten. Denn er wollte es sich nicht entgehehen lassen mit den Zuspätgekommenen einen humorvollen, bissigen Klönschnack zu halten.

Gleich, in welchen Alltagskelch er griff, in dem auch nicht seine neue Katze „Hilde“ fehlte, er gab seinen Gästen fast jeden Alters nicht einmal das Gefühl, dass sie „nur“ Zuschauer waren. Er bezog sie in Überlegungen und Sketche mit ein, als seien alle eigens dafür engagiert worden.

Und genau jene, die er per „Zufallsgenerator“ auf die Bühne holte, waren die i-Tüpfelchen der Fans, denn sie schlüpften in die ihnen zugedachte Rollen der mit seinem Publikum ausgedachten Sketche wie Vollprofis. Denn kein anderer, als das gute Miteinander führte die Regie.

So kam es vor, dass Schmitz nicht bloß über seine eigenen spontanen Ideen, sondern auch über die Spontanität seiner Mitspieler/innen lachen musste und auch den Hut der Achtung zog.

Als er sich auf den Pfad der Dialekte begab, der von Plattdütsch bis hin ins Sächsische reichte, verwandelten sich erstmals die Beifallsstürme in Applausorkane, die keine Ausnahme bleiben sollten. Wer übrigens bei einer weiteren Pointe die Augen schloss, hatte das Gefühl einer ganzen reihe von anderen Comedystars zu begegnen, denn Schmitz wusste sie überzeugend zu parodieren.

Noch überzeugender sollte sich der Dialog entpuppen, den er mit sich selbst hielt. Und keinen Grad tiefer war die Erkenntnis, dass in der Gondel ein Keyboard untergebracht war, welches ein Bühnenkollege atemberaubend beherrschte, als Schmitz seine Stimme zu einem „spanischen Volkslied“ erhob.

Als fest stand, dass das offizielle Programm sich seinem Ende näherte, sorgte das Publikum mittels Beifall und Ralf Schmitz mittels Zugaben dafür, dass ein zweieinhalbstündiges, von Begeisterung getragenes Programm zu Ende ging, was aber für viele noch nicht hieß, den Heimweg einzuschlagen. Denn sie wollten entweder ein Autogramm oder ein Foto mit ihrem Star haben. und der ließ sich dazu überaus gerne überrede.


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