Kultur

19.11.2019

Herbstkind - Das Leben der Camille Claudel


Szenische Lesung, gelesen und geschrieben von Lore Seichter-Muráth

von Wolfgang Böttner

Ulrike Schmidt von der VHS-Geschäftsstelle Osterode am Harz konnte letzte Woche in der Stadtbibliothek die überwiegend weiblichen Zuhörer zu einer spannenden Lesung über die Bildhauerin und Malerin Camille Claudel (1861-1943) begrüßen. Autorin und Schauspielerin Lore Seichter-Muráth schildert das Leben der Camille Claudel in seiner ganzen Tragik, gespickt mit Gesang in verschiedenen Tonlagen versetzt sie sich in die Rolle der Bildhauerin.

In vielen Episoden zeichnet sie das Besondere und das  Außergewöhnliche der Vita Camille Claudel, welche ein halbes Jahrhundert nach ihrem Tod mit Isabelle Adjani in der Hauptrolle verfilmt wurde.

Camille Claudel war als Kind begeistert vom Zeichen und Modellieren. Ihr Vater unterstützte ihren Wunsch Bildhauerin zu werden. Für eine Frau in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfuhr sie eine ungewöhnlich gute künstlerische Ausbildung.

Mit achtzehn begegnete sie dem 23 Jahre älteren Bildhauer Auguste Rodin. Sie wurde seine Schülerin, Muse und Geliebte. Von der künstlerischen Lebensgemeinschaft profitierte aber überwiegend Rodin. Er hatte nicht die Absicht sie zu heiraten und sie trennte sich mit dem Gefühl benutzt worden zu sein nach 15jähriger Beziehung 1898 von ihm. Sie kämpft um künstlerische und soziale Unabhängigkeit.

Sie ging ihren eigenen künstlerischen Weg. Es war der Versuch eines selbstständigen Lebens als Frau in einer von Männern geprägten Welt, der scheiterte. Schließlich wurde sie aus ihrer Wohnung abgeholt und in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen. Vergessen von der Familie und leidend unter der Einsamkeit ging sie seelisch zu Grunde. Nach 30 Jahren in der Anstalt ohne nenneswerten Kontakt zur Außenwelt starb sie 1943.

Den Titel Herbstkind hat Autorin Lore Seichter Muráth gewählt, weil das, was Camille erlebt hat, ein Lebensherbst ist. Dreißig Jahre ein düsteres, wildes Leben.

Falls die Lesereihe "Starke Frauen" forgesetzt wird, so Ulrike Schmidt, wird Lore Seichter-Muráth nicht zum letzten Mal Gast in Osterode gewesen zu sein. 

 

 


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Lore Seichter-Muráth

Ulrike Schmidt



 

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