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11.11.2019

Wie baut man eine Shisha auf?


Präventionstage für Schüler der 5. bis 7. Klassen an der KGS Bad Lauterberg

...Christian Dolle - KKHL

In jeder Zigarette befinden sich 250 Giftstoffe, erläutert Rike Heitmüller. Die Sechstklässler der Kooperativen Gesamtschule in Bad Lauterberg sind einigermaßen schockiert. „Aber warum rauchen Menschen denn dann überhaupt?“, fragt eine Schülerin frei heraus. Das kann selbst die Präventionsfachkraft von der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention im diakonischen Werk des Kirchenkreises Harzer Land nicht wirklich beantworten.

Wohl aber erläutert sie, welche Giftstoffe es sind, die Raucher immer wieder zu sich nehmen, nämlich unter anderem Arsen, Blausäure und Teer. Die Kids verziehen die Gesichter, schütteln ungläubig den Kopf. „Ein Raucher, der jeden Tag eine Schachtel raucht, belastet seinen Körper pro Jahr mit etwa einer Tasse Teer“, erklärt Rike Heitmüller weiter. Für die Schülerinnen und Schüler ist spätestens jetzt völlig unverständlich, warum jemand mit dem Rauchen überhaupt erst anfängt.

Es sind Präventionstage an der KGS, Klassen der Jahrgänge 5 bis 7 nehmen an verschiedenen Projekten teil, die alle mit Nein-Sagen, mit Mobbing und Konfliktbewältigung, mit Selbstvertrauen und ähnlichen Themen zu tun haben. Beteiligt sind Lehrkräfte und eben einige Gäste wie eben von der Fachstele oder der Polizei.

Ein paar Räume weiter beispielsweise wird eine andere Gruppe im Judo trainiert, zu selbstsicherem Auftreten und im Zweifelsfall auch zur Selbstverteidigung. Den Schülern macht es Spaß, sie können sich bei den Übungen austoben und so ganz nebenbei bleiben einige Dinge hängen, die ihnen in kritischen Situationen einmal nützlich sein könnten.

Noch ein paar Räume weiter präsentieren einige Kleingruppen ihre erarbeiteten Spielszenen. In denen geht es beispielsweise um Diebstahl oder um Stalking, kurz um alltägliche Situationen, in denen Grenzen überschritten werden und um den richtigen, sicheren und effektiven Umgang mit solchem Verhalten. Auch hier sind die Schülerinnen und Schüler mit vollem Eifer dabei, merken sie doch, dass es um Themen geht, die sie in ihrem Alltag durchaus etwas angehen.

In der Gruppe bei Rike Heitmüller liegt nun eine auseinandergebaute Shisha mitten im Stuhlkreis. Einige wissen, dass es sich dabei um eine Wasserpfeife handelt, kennen ältere Geschwister oder Freunde, die schon einmal einen Zug genommen haben. Selbst den Zusammenbau bekommen sie mit einigem Herumprobieren hin. Aber ist die denn nun ebenso schädlich wie die Zigarette? Der Tabak schmeckt hier doch nach Apfel, Banane oder sogar Gummibärchen. Ja, auch wenn viele denken und behaupten, es sei völlig harmlos, so überdeckt der süße Geschmack die dennoch vorhandenen Inhaltsstoffe eben nur.

Die Jugendlichen jedenfalls sind froh um dieses neue Wissen und werden künftig zumindest nicht leichtfertig und gedankenlos mit dem Thema umgehen.







 

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