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25.10.2019

Informative Reise in vergangene Zeiten


...von Petra Bordfeld

Die Heimatkundliche Dorfgemeinschaft Förste/Nienstedt hatte traditionsgemäß zu einem „Tag der offenen Tür“ ins Förster Museum geladen, in dessen Mittelpunkt eine sechsstündige Reise in die äußerst interessante Vergangenheit stand. So tummelten sich in dem ehemaligen Verwaltungsgebäude und bei der benachbarten Freiwilligen Feuerwehr Förste viele Gäste, die schauen und klönen wollten.

Unter ihnen waren unter anderem auch Väter und Mütter, die mit ihrem Nachwuchs in das Spielzeugmuseum gingen, um dort an die eigene Kindheit erinnert zu werden.
In den handwerklich oder wohnlich eingerichteten Räumlichkeiten im ersten Stock lud die Sonderausstellung „Trachten des westlichen Harzvorlandes früher und heute“ zum Verweilen ein, Und nicht selten war die Frage zu hören „Erinnerst du dich?“. Denn zu den ausgestellten Trachten gehörte auch Arbeitskleidung der Landfrau oder verschiedener Berufsgruppen. Ebenso wurden die blauen Kittel gezeigt, welche von den Förster Martinsklappern wieder neuen Glanz erhalten haben. Ausserdem gab es aufwendig gearbeitete Schwiegerhäuser Trachten aus feiner Seide zu bewundern.

Christa Lietke wiederum zeigte, wie aus Flachs Leinengarn entstand, das später zu Stoffen verwebt wurde. Sogar der eine oder andere Mann wollte ihr mal auf die geschickten Finger am Spinnrad und beim Umgang mit der Spindel schauen. Denn damit lässt sich wesentlich mehr machen, als Dornröschen in den 100jährigen Schlaf zu schicken.

Viel geschaut wurde auch auf die schriftlich offen gelegten Einwohnerlisten aus Förste und Nienstedt, die von 1927 bis 1957 angelegt wurden.

Im benachbarten Feuerwehrhaus wiederum luden Wilfried Kreiter und Joachim Bertram, von der Heimatstube Riefensbeek-Kamschlacken, zu dem atemberaubenden Geschichtsfilm „Die Sösetalsperre, eine Dokumentation von der Planung bis Heute“ ein. Und jedes Mal herrschte Hochbetrieb. Denn die beiden haben seltene Aufnahmen über die verschiedenen Bauphasen zusammengestellt, die von 1926/27 bis in die heutige Zeit reichen.

Für die zu der Zeit größte Trinkwassersperre Deutschlands, für die 14,7 Mio. Reichsmark aufgebracht wurden, hat man übrigens diverse Straßen verbreitert, damit die Fahrzeuge vom Hauptbahnhof Osterode zur Baustelle kommen konnten. Dort waren eine überaus große Zahl an unterschiedlichsten Baugeräten sowie rund 1000 Arbeiter im Einsatz.

Da sich zwischen all den Höhepunkten herumgesprochen hatte, dass es zur Mittagszeit im Sitzungsraum der ehemaligen Verwaltungsaußenstelle leckeren Eintopf geben sollte, war dieser schnell vergriffen. Gleiches durfte über die selbstgebackenen, gespendeten Kuchen gesagt werden. Denn bei einer guten Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen wurde so manch ein Plausch gehalten.


Einwohnerlisten aus Förste und Nienstedt weckten großes Interesse

Reichhaltiges Kuchenbuffett

Swiegerhäuser Tracht aus Seide.

Bäuerliche Arbeitskelidung und eine Schürze in Blaudruck


Christa Lietke zeigte, wie früher Flachs gesponnen wurde

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Auch diese Tracht wurde von den Schwiegershäusern zur Verfügung gestellt. Ebenfalls aus hochwertiger Seide gefertigt.


plissierte Schürzen


statt Strümpfen trug man Ledergamaschen




















Aus Flachsfasern wurde fein gesponnener Leinen






Ein Waschtrog, da war noch Handarbeit angesagt.



 

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